Herzogenrath - Eltern machen sich für Erhalt der Grundschule Bierstraße stark

Eltern machen sich für Erhalt der Grundschule Bierstraße stark

Von: mabie
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Sie setzen sich auch per Unterschriftenliste für den Erhalt der Grundschule Bierstraß ein (v.l.): Heinz Bekeschus, Marion Boerner, Dr. Erhard Weinell und Dirk Windeck. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Es gibt zwei Arten von Argumenten, mit denen Dirk Windeck und seine Mitstreiter sich derzeit für den Erhalt der Grundschule in Bierstraße auseinandersetzen. Zum einen ist da die rein ideelle Seite, die bei vielen, die sie um eine Unterschrift zum Erhalt der über 120 Jahre alten Schule baten, auch wirkte.

„Die Schule hat eine Geschichte, und sie hat einen Platz in der eigenen Geschichte“, so Windeck. Er selbst sieht nicht nur das Gebäude, das zwei Weltkriegen und widrigen politischen Umständen standgehalten hat. Seine Tochter ist dort selbst Schülerin, und das macht sie zur inzwischen fünften Generation von Windecks, deren Schulbildung in Bierstraße eine Basis erhält. Aber natürlich darf die emotionale Bindung in einem großen Neubaugebiet, wie es vor Ort zu finden ist, nicht das einzige Argument sein.

„Beim Grundstückskauf waren für mich, wie sicherlich für viele andere auch, Standortfaktoren wie die Nähe zur Kita oder zur Grundschule ganz wichtig“, sagt Windeck. Und hier trifft der Unterschriftensammler, der selbst Pädagoge ist, den Nerv ganz vieler Anwohner. „Ich denke, dass auch angesichts des Zuzugs im Baugebiet Raderfeld die Grundschule in Bierstraße weiterhin Bestand haben wird“, sagt er.

Das wird seitens der Stadt Herzogenrath als Schulträger wohl etwas anders gesehen. Dort wird Bierstraße seit einigen Jahren als Teilstandort der Regenbogenschule etwas weiter in Richtung Ortsmitte von Herzogenrath geführt. Wird allerdings die aus Gründen des Sparzwangs einer im Nothaushalt befindlichen Stadt angedachte Schließung der Grundschule in Bierstraße umgesetzt, dann sehen die Eltern der Kinder ein großes Problem auf sie zukommen. „Die Geilenkirchener Straße ist ohnehin stark befahren“, meint beispielsweise Dr. Erhard Weinell. Er sorgt sich nicht nur darum, dass dann die Kinder zu einer der Hauptverkehrszeiten die Straße überqueren müssen, sondern natürlich auch mittags zurück müssen.

Termin im Rathaus

„Das ist momentan ja gar nicht nötig“, sagt er. So gibt es quer durch das Baugebiet ausgewiesene Fußwege und eine verkehrsberuhigte Straßenanlage, die den Schulweg auf wenige Gehminuten reduziert, ohne viel Verkehr und auch ohne, dass die Eltern ihre Sprösslinge mit dem Auto bringen müssen.

„Auch das würde sich bei einer Schließung von Bierstraß gewaltig ändern“, ärgert sich Marion Boerner. Sie sieht dann nicht nur ein noch größeres Verkehrsaufkommen aus Richtung Baugebiet während der Stoßzeiten auf die Anwohner und Nutzer zukommen. Sie sorgt sich ebenfalls um die Sicherheit der Kinder. „Zudem wollen die Eltern keinen Komplex für Hunderte Schüler“, wirft Heinz Bekeschus noch ein.

Er findet die bisherige Anlage der Schule mit ihrem alten Kern und der überschaubaren Fläche sehr gelungen. „Als wir vor acht Jahren hierhergezogen sind, hat die Infrastruktur eine große Rolle gespielt“, sagt er weiter. Da wäre nicht nur die Kita „Roda-Kindertreff“, sondern eben auch die Grundschule zu nennen. Und Bekeschus denkt, wie viele andere in Bierstraße auch, dass die Menschen eben wegen dieser Angebote die Grundstücke gekauft hätten.

Das sind, so ist auch herauszuhören, auch ein Grund, trotz der durch die prekäre Haushaltslage der Stadt Herzogenrath stark erhöhten Grundsteuern, sich hier weiterhin heimisch zu fühlen. Und darum kämpfen die Eltern in Bierstraße um den Erhalt ihrer Grundschule.

Um zu verdeutlichen, dass einige hundert Menschen auch so denken, werden übrigens am Donnerstag, 16. Juni, um 16 Uhr im Rathaus, die Unterschriftenlisten an Bürgermeister Christoph von den Driesch übergeben, natürlich in der Hoffnung, dass die Schule über den nach derzeitigem Stand sicheren Betrieb im Schuljahr 2017/18 hinaus erhalten bleibt. „Wir trafen bei unseren Sammlungen übrigens nur auf ganz wenige Menschen, die nicht unterschreiben wollten“, schließt Dirk Windeck.

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