Alsdorf - Elektrischen Strom ideal fließen lassen

Elektrischen Strom ideal fließen lassen

Von: mabie
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Den Stromfluss regeln können: Maik Hünefeld von der Aachener Trianel (l.), Ina Albersmeier von enwor und Energeticon-Geschäftsführer Harald Richter probieren das schon mal in der Sonderausstellung „Energiemarktdesign der Zukunft“. Foto: Markus Bienwald

Alsdorf. Genau 50 Hertz, nicht mehr und nicht weniger – das ist an diesem Vormittag die Zielvorgabe, die Harald Richter erreichen muss. Denn dies ist die ideale Netzfrequenz, die der Strom im deutschen Netz haben sollte, damit die Versorgung immer gewährleistet ist.

Über ein paar Regler auf dem viele Zoll großen Touchscreen im so genannten „Dreiecksgebäude“ im Alsdorfer Energeticon versucht dessen Geschäftsführer nun in einem neuen Ausstellungsteil, aktiv die Netzfrequenz zu regeln, damit sie gleich bleibt.

Was dahinter steckt, erklärt Maik Hünefeld, Referent für Energiepolitik beim Unternehmen Trianel (eine Kooperation von Stadtwerken), das in Aachen ansässig ist und gemeinsam mit dem hiesigen Versorger enwor aus Herzogenrath bis einschließlich 13. November in einer Sonderausstellung zeigt, wie Stromversorgung derzeit in Deutschland funktioniert.

„Der Touchscreen bietet für alle Besucher eine Simulation des Zusammenspiels verschiedener Energiequellen, die uns derzeit zur Verfügung stehen“, so Hünefeld.

Der Nutzer wird über die interaktiven Regler gleichsam zum Versorgungsleiter, in dem er beispielsweise eine geringere Leistung aus Windkraftwerken über ein mehr an Leistung aus Gaskraftwerken ausgleicht, um die alles entscheidende Netzspannung gleich zu halten.

„Ziel ist natürlich der Idealwert von 50 Hertz“, ergänzt auch Ina Albersmeier von enwor, für die diese Simulation einer Kraftwerkssteuerung auch interessante Rückschlüsse auf die Versorgungssicherheit zulässt. Unter dem Titel „Energiemarktdesign der Zukunft“ fasst die Ausstellung aber auch weitere Aspekte zusammen, die für die künftige Versorgung mit Energie eine Rolle spielen.

So gibt es ein energiepolitisches Dreieck zum Anfassen: Es ist an dünnen Fäden aufgehängt, und die Besucher können mittels der Verschiebung von Gewichten zusehen, wie sich zwischen den Polen Umweltverträglichkeit, Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit die Balance herstellen, oder sich das Dreieck ganz bewusst in Schieflage bringen lässt. Schautafeln und umfassendes Informationsmaterial geben schließlich noch Auskunft darüber, wie sich die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen der Energiewende angehen lassen.

„Denn die Energiewende ist noch immer nicht ganz in den Köpfen der Menschen angekommen“, ist Maik Hünefeld sicher.

Natürlich habe das Thema beispielsweise in der Diskussion um die Abschaltung von Atomkraftwerken oder auch bei der Glühbirnen-Verordnung der Europäischen Union schon mal im Fokus gestanden, weiß auch Harald Richter. „Aber mit dieser Ausstellung bringen wir es den Menschen gleich noch mal viel näher“, freut er sich.

Natürlich ergibt sich in diesem Rahmen auch noch ein Plus der Energieausstellung Energeticon als außerschulischer Lernort. „Dafür ist der Verein Pro Energeticon zuständig, der sich die Förderung und Verbreitung naturwissenschaftlich-technischer Kenntnisse bei Kindern, Jugendlichen und auch Erwachsenen auf die Fahnen geschrieben hat“, sagt Richter.

Und er freut sich nicht nur über die aktuell laufende Ausstellung, denn für ihn, der alles rund ums Thema Energie in die ausgezeichnete Ausstellung reinpacken will, gibt es noch schönere Aussichten. Denn ab dem 7. Dezember soll die derzeit als Sonderausstellung deklarierte Schau zum Energiemarktdesign der Zukunft auf unbestimmte Zeit im Energeticon zu sehen sein.

Und dann werden Harald Richter und sein Team sicherlich mehr als nur einmal an den Reglern stehen, um möglichst genau die 50 Hertz zu treffen.

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