Städteregion/Nordkreis - Einzigartig: Integratives Jugendcamp am Flugplatz Merzbrück

Einzigartig: Integratives Jugendcamp am Flugplatz Merzbrück

Von: Markus Bienwald
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Der Vorsitzende des Fördervereins des Luftsportvereins Aachen, Herbert Olivier (l.), zeigte Maike Kuropka, Anna-Lena Bierfert, Helena Prechting und Dennis Gühn (v.l.) beim Probesitzen einen der Segelflieger. Foto: Bienwald
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Gerne Himmelsstürmer (l.): Betreuer Artur Wagner, Teilnehmer Alphamola Bubbasaid, Betreuerin Gonca Özuluca und die Teilnehmer Jörg Heiliger und Tim Löhrer. Foto: Bienwald

Städteregion/Nordkreis. „Leute sind Leute“, ist Tim Löhrer überzeugt, „denn es gibt keine Unterschiede.“ Tim war einer von 96 Teilnehmern am inzwischen neunten Integrativen Jugendcamp auf dem Flugplatz Merzbrück. Auf dem Gelände des Luftsportvereins Aachen schlugen sie mit ihren 18 Betreuern für ein paar Tage ihre Zelte auf.

Und das bei bestem Wetter, wie der Vorsitzende des Fördervereins des Luftsportvereins Aachen, Herbert Olivier, betonte. „Wir haben Freunde und Förderer in den allerhöchsten Regionen“, sagte er. Das Besondere an diesem Camp ist vielleicht die Umgebung, vielleicht ist es auch das Sportangebot, ganz bestimmt macht aber die Mischung der Teilnehmer es zu einem in unserer Region einzigartigen Angebot. Denn die Leute sind 14 bis 25 Jahre jung, sind Jugendliche und junge Erwachsene mit einer Behinderung und ohne Behinderung.

Diesmal sind auch acht junge Menschen zu Gast, die als Flüchtlinge in unsere Region kamen. So wie der 17-jährige Alphamola Bubbasaid, der aus Mali stammt und nach einer langen Odyssee in Deutschland ohne Eltern ein neues Zuhause gefunden hat. „Ich habe hier viele nette Leute kennengelernt“, sagt der sympathische junge Mann, der in 15 Monaten sehr gut Deutsch gelernt hat. Sein Altersgenosse Jörg Heiliger hat ein kleines Handicap, wie er selbst sagt, fühlte sich aber auf Anhieb wohl im Camp und in der Gruppe.

„Das Essen ist top“, lobt er mit zu einem Kreis geformten Zeigefinger und Daumen. Kein Wunder, schließlich steht er selbst in der Küche, hilft bei der Zubereitung. Keinen Kampf bedeutete für Artur Wagner die Teilnahme am Camp. Er ist Zahntechniker, aber in seiner Freizeit Übungsleiter, hilft ehrenamtlich mit, das Zusammenspiel von 96 jungen Menschen mit unterschiedlichem sozialem und kulturellem Hintergrund zu koordinieren. Und er hat Spaß dabei, „auch wenn es eine Menge Arbeit ist, aber durch den Sport entsteht hier auch Zusammenhalt und das fördert die gegenseitige Unterstützung.“

Diese Praxisnähe reizte auch Gonca Özuluca, die selbst einen Migrationshintergrund hat, aber als Erziehungswissenschaftlerin und Erlebnispädagogin im Camp freiwillig ihren Erfahrungshorizont erweitern kann. „Man kann sehr gut umsetzen, was man im Studium gelernt hat“, sagt sie. Lob für das Camp gab es auch von offizieller Seite, was nicht nur Organisatorin Uschi Brammertz freute, die sich ihrerseits für die Unterstützung durch Sponsoren, Freiwillige, die teilnehmenden Städte, die Städteregion und auch den Luftsportverein Aachen bedankte. So betonte Markus Terodde, Dezernent für Jugend der Städteregion Aachen, die Bedeutung des Camps für gelebte Inklusion. „Sich künstlerisch und sportlich auszudrücken ist eine gute Gelegenheit, sich zu integrieren“, schloss er.

Die vorgelebte Arbeit im Ehrenamt war Thema von Norbert Brewer, stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Simmerath. Dazu wünschte er sich mehr Euregionalität, die im Dreiländereck dieses Mal auch durch die Gemeente Vaals vertreten war. Deren Bürgermeister Reg van Loo war 30 Jahre in der Schule tätig und weiß, wie wichtig es ist, die Jugend zu motivieren. „Wir sprechen auf verschiedenen Ebenen viel über Zusammenarbeit, aber die Zukunft für unsere Jugendlichen beginnt, wenn wir sie zusammenbringen“, war van Loo sicher.

Die Stärke der Region zeige sich im Zusammenstehen, unterstrich Würselens Bürgermeister Arno Nelles. Nach dem offiziellen Teil durften alle Teilnehmer noch auf der Nato-Airbase in Geilenkirchen zu Gast sein. Major Johannes M. Glowka brachte auf den Punkt, wo der Weg für alle Menschen hinführen soll: „Es ist egal, wo man herkommt, das Limit ist eigentlich nur der Himmel.“

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