Einzelhandel: Was tun gegen die Online-Konkurrenz?

Von: Stefan Schaum
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„Wichtiges Signal“: Klaus Schäfer, Vorsitzender Gewerbevereins Setterich, begrüßt den Infoabend.

Baesweiler. Ist das vermeintliche Problem am Ende gar keines? Oder hat bei manchem einfach der Termin nicht in den Kalender gepasst? Es mag Gründe geben, warum die Besucherzahl am Ende überschaubar blieb. Fest steht, dass nur knapp 30 Einzelhändler aus dem Altkreis Aachen beim Forum „Stationärer Handel im digitalen Zeitalter“ mit am Tisch saßen.

Zu diesem Abend hatte die Industrie- und Handelskammer in das Baesweiler ITS eingeladen.

Verdrängungswettbewerb

Ein Auftakt sollte es sein. Eine Sammlung erster Ideen, wie man sich in Zeiten zunehmender Absätze in Internetshops so positioniert, dass der Kunde den klassischen Laden um die Ecke nicht aus dem Blick verliert. „Da ist längst ein ganz massiver Verdrängungswettbewerb im Gange“, sagte Referentin Simone Thelen, die als Sprecherin der Mayerschen Buchhandlung in Aachen ein Konzept dieses Unternehmens vorstellte.

„Meine Stadt soll leben“ ist es überschrieben – und es sei durchaus übertragbar auf andere Kommunen, sagte Thelen. Voraussetzung sei, dass viele Händler sich branchenübergreifend zusammenschließen und mit einer gemeinsamen Kampagne für den lokalen Handel im Allgemeinen werben. „Es geht nicht um den Umsatz eines Einzelnen, sondern um die gesamte Struktur einer Innenstadt“, sagte Thelen.

Stärken herausstellen

Gemeinsame Plakat-Aktionen unter einem Logo oder Slogan oder eine bestimmte Dekoration der Schaufenster seien denkbar. Aber ohne erhobenen Zeigefinger. Soll heißen: Keine dramatischen Botschaften oder leere Schaufenster als Mahnung präsentieren, stattdessen die eigenen Stärken in den Fokus rücken. „Zeigen Sie, warum Sie gut für die Stadt sind, was Sie für die Menschen dort tun“, riet die Referentin.

Stärkung des Einzelhandels durch Qualitätsoffensive? Auch das scheint möglich, wie Christoph Gier, Vorsitzender der Aachener „Qplus Qualitätsallianz“ als zweiter Redner betonte. Sein Rat: „Machen Sie durch besondere Aktionen auf sich aufmerksam. Zeigen Sie Ihre Stärken von der Präsentation bis zur Beratung.“

Eines hatten die Vorträge gemeinsam: es sollten Vorschläge sein. Was die Händler vor Ort umsetzen können und wie es sich finanzieren lässt, das wird sich zeigen. Als „wichtiges Signal“ wertete Klaus Schäfer, Vorsitzender des Gewerbevereins Setterich, den Abend. Die Hauptaufgabe werde nun sein, alle Akteure ins Boot zu holen. Einzelhandel heißt Einzelhandel, weil jeder einzeln handelt – diese Weisheit gilt im globalisierten Absatzmarkt Internet nicht mehr.

„Wir müssen auf sympathische Art auf unsere Gesamtleistung hinweisen“, sagte Thomas Pabich, Schriftführer des Gewerbeverbands Baesweiler, im Anschluss. Wenn nur Bequemlichkeit den Ausschlag für Online-Käufe gebe, sei es für lokale Händler schwer, den Kunden zu gewinnen. „Wir müssen den Mehrwert zeigen, den wir bieten. Wer unterstützt denn Vereinsaktivitäten oder die Kirmes? Das sind doch die Händler. Der Kunde muss wissen, dass das keine Selbstverständlichkeit ist und er selbst ein wichtiger Teil davon.“

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