Baesweiler - Einzelhandel am Feuerwehrturm: Kaufkraft in der Stadt halten

Einzelhandel am Feuerwehrturm: Kaufkraft in der Stadt halten

Von: mas
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Markant: Im Schatten des Feuer
Markant: Im Schatten des Feuerwehrturms würden Verwaltungsspitze, CDU und Grüne gerne Nahversorgungsmärkte ansiedeln. Foto: S. Klassen

Baesweiler. Macht ein Supermarkt auf dem Areal am Feuerwehrturm Sinn? Und wenn ja: Wie groß sollte er sein, welches Sortiment anbieten? Wie könnte er städtebaulich möglichst optimal integriert werden? Um mehr Klarheit zu erlangen, hatte die Stadt ein Gutachten in Auftrag gegeben. Im Bau- und Planungsausschuss wurde es nun vorgestellt.

Bürgermeister Dr. Willi Linkens sowie Erster und Technischer Beigeordneter Peter Strauch betonten, mit dem Projekt das Zentrum stärken und nicht schwächen zu wollen. Bei der Vorstellung der Markt- und Standortanalyse wurden Ausschuss und Zuhörern noch einmal die Grundzüge des Vorhabens dargelegt. Ziel ist unter anderem die Errichtung eines Verbrauchermarktes, wofür auf dem Areal Am Feuerwehrturm Teilbereiche des städtischen Grundstücks für Einzelhandelsnutzung geöffnet werden sollen. Dies vor dem Hintergrund, dass der in der Kirchstraße befindliche Edeka-Markt größere Nutzungsflächen sucht und beabsichtigt, den jetzigen Standort mit Hinweis auf zu geringe Flächen auf Dauer zu verlassen.

Das im Januar in Auftrag gegebene Gutachten stellte Corinna Küpper von der BBE Handelsberatung vor. Dem Vortrag lauschte auch ein Teil der Vorstandsmannschaft des Gewerbeverbands Baesweiler, angeführt von Günter Diederen. „Wir müssen eine objektive Betrachtung vornehmen, um das Beste für unser Zentrum zu erreichen”, betonte Dr. Willi Linkens. Corinna Küpper präzisierte, dass die wesentlichen Märkte, die eine Magnetwirkung im Zentrum hätten, von sehr kleinteiliger Struktur seien. Es sei „nicht einfach, großflächigen Einzelhandel im Zenrum Baesweilers unterzubringen”. Küpper: „Die Fläche Am Feuerwehrturm eignet sich dafür.” Sie sieht auch eine gute Basis für eine „funktionale Verknüpfung mit dem Hauptgeschäftsbereich Kirchstraße”. Dies sei sehr relevant, um die Kunden „nah an den bestehenden Hauptgeschäftsbereich Kirchstraße zu bringen”.

Baesweiler habe laut Studie „eine unterdurchschnittliche Nahversorgung”. 20 Prozent der Lebensmittelkaufkraft fließen demnach in andere Städte ab. Die Orientierung solle aber bei 100 Prozent Kaufkraftbindung sein. Daraus ergebe sich: „Wirtschaftlich rentabel ist ein Lebensmittel-Supermarkt mit einer Verkaufsfläche von etwa 2500 Quadratmetern.” Ohne weitere zusätzliche Läden innerhalb dieses Bereiches. Küpper schlug ebenfalls vor, einen Lebensmittel-Discounter (1200 Quadratmeter) einzurichten.

250 Parkplätze nötig

Mit Blick auf die Schließungen der Märkte „Schlecker” und „Ihr Platz” in Baesweiler solle auch darüber nachgedacht werden, einen Drogeriemarkt (700 Quadratmeter) zu installieren. Dieser könne beispielsweise auch in den (möglicherweise) frei werdenden Räumen an der Kirchstraße angelegt sein. Schwer werde es laut Küppers sein, für einen Elektrofachmarkt (800 bis 900 Quadratmeter) einen geeigneten Betreiber zu finden. Wünschenswert sei auch eine Gastronomie mit Außenbereich. Relevant ist zudem die Anlage von 250 Parkplätzen.

Der Erhalt der Fläche als „kultureller Mittelpunkt” - beispielsweise für die Kirmes des Junggesellenvereins - müsse gewährleistet sein. Linkens: „Das wird in keiner Weise beeinträchtigt.” Zu Befürchtung aus Reihen der Grünen, ob durch die Pläne der angrenzende Kindergarten betroffen sei, hieß es, dass lediglich Grundzüge des Vorhabens vorlägen und diese Frage zu früh komme. Die Stadt beabsichtigt, ein Bürgerforum zu den Gesamtplanungen einzurichten. Peter Strauch ließ keinen Zweifel daran, dass „die vorgestellte Kombination zusätzliche Frequenz ins Zentrum bringt. Für uns ist es auch ganz wichtig, den Bereich am Feuerwehrturm ans Zentrum unmittelbar anzubinden.”

Noch Beratungsbedarf

Mit dem Beschlussvorschlag, dass die Resultate des Gutachtens als Grundlage zur Aufstellung eines entsprechenden Bebauungsplans dienen sollen, mochte sich die SPD nicht anfreunden. Obwohl Linkens und Strauch mehrfach darauf hinwiesen, dass es sich nicht konkret um die Aufstellung eines Bebauungsplanes handele, äußerte Sozialdemokrat Detlef Lindlau Befürchtungen: Es gebe „Unruhe und Ängste in der Bevölkerung”, die Vorgehensweise sei „der falsche Weg”, die SPD werde dem Beschluss nicht zustimmen. Erheblichen Beratungsbedarf sieht zudem die FDP. Dagegen gab es Beifall vom Grünen Gerd Esser, der anmerkte: „Das hört sich vielversprechend an.” Dass man den Beschluss als Grundlage für weitere Beratungen brauche und lediglich als erster „Anstoß” zu verstehen sei, sagten die Unions-Vertreter Franz Körlings und Wolfgang Lankow. Der Beschluss wurde mehrheitlich gefasst.
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