Herzogenrath/Kapstadt - Einmal im Sattel von Kapstadt nach Kairo

Einmal im Sattel von Kapstadt nach Kairo

Von: Daniel Gerhards
Letzte Aktualisierung:
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Lange Tour: Fabian Nawrath (l.) und Tim Starck wollen von Kapstadt nach Kairo radeln. Foto: Ephy. Nkunzi

Herzogenrath/Kapstadt. Es ist schon ein recht ungewöhnlicher Tag für Kapstadt. Dichter Nebel hängt über dem Hafenbecken an der Waterfront der südafrikanischen Metropole. Dass dieser Tag zudem etwas kühler ist als üblich, macht Fabian Nawrath und Tim Starck allerdings gar nichts aus. Denn schließlich kamen sie nicht als Touristen an das Kap.

Die beiden wollen nicht bloß Sonne tanken - sie starten von Afrikas Südspitze in das wohl größte Abenteuer ihres Lebens. Die beiden wollen mit dem Rad quer durch Afrika bis nach Kairo fahren!

Gewaltige Strecke

12.000 Kilometer durch zehn afrikanische Staaten - es ist schon eine gewaltige Strecke, die die beiden vor sich haben. Fabian Nawrath aus Kohlscheid studiert Kommunikationsdesign an der FH Aachen.

Über ein Internetforum erfuhr der 21-Jährige von Tim Starcks Plan, einmal quer über den Kontinent zu radeln. „Da war das Internet schon sehr hilfreich. Es gibt ja nicht viele Gleichaltrige mit demselben Traum”, sagt Fabian Nawrath.

Für Tim Starck geht nun ein „jahrelang gehegter und gepflegter Traum” in Erfüllung. Der 19-Jährige aus Konstanz hat gerade seinen Zivildienst hinter sich gebracht. Die kommenden sieben Monate wird er mit Fabian Nawrath auf Afrikas Straßen verbringen.

Ein anderes Verkehrsmittel kam für die beiden bei ihrer Durchquerung des Kontinents nicht in Frage. „Das Fahrrad ist langsam genug, um mit den Menschen in Kontakt zu kommen. Und trotzdem sieht man am Ende des Tages, dass man ein gutes Stück vorangekommen ist”, erklärt Nawarath. Der Kontakt zu den Bewohnern der unterschiedlichen Regionen des Kontinents ist den beiden sehr wichtig. Das gehört zu diesem einmaligen Erlebnis.

Gespräche mit Einheimischen werden sich für die Radabenteurer zwangsläufig ergeben. Denn auf der Suche nach einer Unterkunft oder zumindest einem Stück Wiese für ihr Zelt sind sie nun mal auf Hilfe angewiesen. Dabei können sie sich nicht bloß auf die Straßenkarte und ihren Orientierungssinn verlassen.

Platz für das Nötigste

Das Zelt ist schon auf Tim Starcks Gepäckträger festgezurrt. Daneben haben beide vier Taschen an ihrem Rad. Nicht viel. Doch bieten sie zumindest etwas Platz für etwas Kleidung, Essen und die wichtigsten Werkzeuge: Schraubenschlüssel, Flickzeug und Ersatzschläuche haben sie dabei. „Damit kann man schon relativ viel reparieren”, sagt Fabian Nawrath.

Und das wichtigste Werkzeug hat Tim Starck auch in seiner Tasche: Panzertape. Das extrastarke Klebeband kann abgebrochene Teile für einige Kilometer fixieren. Das kann im Notfall immerhin bis zur nächsten Ortschaft reichen...

Zu viel Zeit dürfen die beiden allerdings nicht in einer Werkstatt verbringen. Denn sie haben ein ehrgeiziges Programm vor sich. „Theoretisch müssen wir 90 Kilometer pro Tag fahren”, rechnet Starck vor. „Auf europäischen Straßen ist das kein Problem. Ob wir das in Afrika schaffen, werden wir sehen.” Sieben Monate haben die beiden Zeit, um Kairo zu erreichen. Dann geht es für Nawrath zurück in die Uni und Starck beginnt seine Ausbildung.

Ihre Route mitten durch den afrikanischen Kontinent wird die beiden durch atemberaubende Landschaften führen. Starck: „Auf dem Weg liegen allerdings auch politisch unsichere Staaten.” So wollen sie unter anderem durch den Sudan fahren. Angst haben die jungen Radfahrer dennoch nicht. „Wir wissen schon, dass man vorsichtig sein muss. Man muss sensibel sein und auf seine Umgebung achten. Aber ich denke, dass die größte Gefahr von den Trucks ausgeht”, sagt Fabian Nawrath. Denn auf den meisten afrikanischen Straßen gilt: Der Schnellere hat Vorfahrt!

Nur Freude

Doch an die Unwegsamkeiten wollen die beiden vorerst nicht denken. „Im Moment spüren wir nur Vorfreude, nichts als Vorfreude.” Schließlich wartet das große Abenteuer. Und dann schwingen sie sich auf ihre Räder - und fahren einfach los...
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