Einkaufszentrum am Dreieck: Verkehrssituation soll entschärft werden

Von: Holger Bubel
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Achtung Lkw-Ausfahrt: Der einzige Weg zum Einkaufszentrum führt über den Bushaltepunkt zu einer baurechtlich nicht genehmigten Rampe. Foto: Holger Bubel
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Wer aber noch „gut zu Fuß“ und schnell ist, kann die Märkte unbeschadet zwischen den motorisierten Kunden erreichen... Vom Rückstau bis in den Kreisverkehr profitieren dann aber die Passanten. Foto: Holger Bubel

Alsdorf. Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man glatt darüber schmunzeln. Da steckt ein Investor viel Geld in die Erschließung und den Bau eines lange gewünschten Einkaufszentrums für die Nahversorgung von rund 20.000 potenziellen Kunden in der Altgemeinde Hoengen und dann stellt sich heraus, dass die Käufer entweder mit dem Pkw zum Shoppen kommen sollten oder aber offenen Auges die Gefahren des rollenden Verkehrs als Fußgänger akzeptieren.

Denn daran hatte man ganz offensichtlich bei der Planung nicht gedacht: dass nicht jeder motorisiert ist und bequem direkt vorm Laden parken kann. Denn Fußwege wurden schlichtweg nicht berücksichtigt („In diesem Punkt waren die Bauantragsunterlagen nicht vollständig. Ein Fußweg hätte da hinein gemusst“, räumt Hans-Peter Hermanns vom Rechtsamt der Stadt Alsdorf auf Anfrage ein.) Lediglich eine Fußgängerrampe – nur über die Busein- und -ausfahrten und damit ungeschützt den Bushaltestellen entlang ist die Rampe zu erreichen. Mit einer Steigung beziehungsweise einem Gefälle von 6,5 Prozent ist diese nicht behindertengerecht und verstößt damit gegen das Baurecht. Diese Rampe nutzend, landet der kaufwillige Passant am Anfang der Discounter-Zeile gleich an der Lkw-Ausfahrt für die schwerlastigen Zulieferer der Händler...

Wer es sportlicher mag, der kann aber die für den Pkw-Verkehr ausgelegte Rampe ohne Gehsteig nutzen und sich zwischen die ein- und ausfahrenden Autos und Lkw schlängeln. Was im Vorfeld keiner erkannt hatte, soll nun im Schnellverfahren behoben werden. „Alle Beteiligten sind sich einig, dass der derzeitige Zustand nicht befriedigend ist“, konnte Hans-Peter Hermanns nach einem eilig einberufenen Runden Tisch, an dem Investor Schlun-Ten Brinke, Händler, das Projektmanagement-Büro VDH sowie die Verwaltung teilnahmen, konstatieren.

Aber auch, dass es ein großes Lob für die von den städtischen Mitarbeitern vorgetragenen Lösungsvorschläge gegeben und allgemeine Zustimmung aller erfahren habe. Diese sehen nun vor, dass schnellstens ein gepflasterter Gehweg entlang der Busfahrbahn einen sicheren Zugang zur Fußgänger-Rampe gelegt wird. Diese Rampe – bei der Abnahme durch das Bauordnungsamt noch ohne Beanstandung akzeptiert – muss nun vom Investor behindertengerecht ausgebaut werden, heißt: Handläufe müssen angebracht, Plattformen eingerichtet werden. „Dies sind Maßnahmen, die wir baurechtlich einfordern können“, sagt Hermanns. Anders sieht das jedoch auf dem Parkplatz aus, dessen Eigentümer noch der Investor ist. „Das ist eigentlich ein Problem, zwischen Mieter und Vermieter“, betont Hermanns.

Dennoch hat die Verwaltung auch hier Vorschläge zur Nachbesserung gemacht: Durch eine Vergrößerung des Kurvenradius‘ am Fuß der Pkw-Rampe kann die 90-Grad-Kurve durch Rückbau des Pflanzbeetes entschärft werden. Auf dem Parkplatz könnte durch eine Einbahnregelung der Parksuchverkehr entlastet werden.

Auch die Fahrbahngeometrie der Kfz-Rampe sollte durch erhöhte Fahrbahnteiler und -kennzeichnung optimiert werden, um einen Begegnungsverkehr zu vermeiden und den Verkehrsabfluss von und auf der Rampe zu verbessern. Zudem könnte eine zweite Ausfahrt südlich des Geländes zu einer Entlastung der vorhandenen Zufahrt beitragen, der kritisierte Rückstau bis in den Kreisverkehr vermieden werden.

Der Verwaltungsvorschlag beinhaltet auch, für das Personal der ansässigen Händler gegen Pacht Parkraum hinter dem Gerätehaus der Feuerwehr zur Verfügung zu stellen. Gefordert ist nun das Planungsbüro VDH: Dieses soll bis zum 13. Dezember einen Planentwurf mit Ausführungsterminen vorlegen.

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