Alsdorf - Einkaufen in Alsdorf: Potential nach oben

Einkaufen in Alsdorf: Potential nach oben

Von: Holger Bubel
Letzte Aktualisierung:
einkaufen5sp
Wie kann man die Innenstadt attraktiver machen? Die Moderatoren Elke Graf (r.) und Karl Stüber (l.) suchten mit Christoph Heins (2.v.l. fortlaufend), Reiner Schmidt-Illguth, Andrea Presl, Manfred Büschgens und Dr. Axel Thomas nach Lösungsansätzen. Foto: Holger Bubel

Alsdorf. Shoppen in Alsdorf - geht das? Ja, so das Fazit nach dem 3. Alsdorfer Stadtgespräch mit dem Titel „Einkaufen und Erleben” in den Seminarräumen der Stadthalle, moderiert von Elke Graf, Geschäftsführerin der Foga, und Karl Stüber, Redakteur dieser Zeitung. „Ja, aber” müsste dieses Fazit eigentlich lauten. Denn: Es könnte noch viel besser sein.<br />

Der Hauptreferent, Geograph Rainer Schmidt-Illguth von der BBE Handelsberatung GmbH aus Köln, machte das an Zahlen deutlich: „Mit seinen 47.532 Einwohnern verfügt Alsdorf im Vergleich zu anderen Kommunen eigentlich über ein geringes Kaufvolumen von etwa 222,7 Millionen Euro.

Und: Die Kaufkraft fließt noch aus Alsdorf ab, etwa im Bereich des Möbel- und Einrichtungsbedarfs.” Weniger bis kaum Kaufabgänge in die Nachbarkommunen oder nach Aachen gebe es hingegen in den Bereichen Nahrung und Genussmittel, Drogerie und Parfümerie sowie Kosmetik und Leuchten oder sonstige hochwertige Haushaltsgeräte.

Ziel des Einzelhandels in Alsdorfs sollte jedoch sein, die Kaufkraft von jährlich immerhin 5500 Euro pro Bürger in voller Höhe abzuschöpfen. Das Augenmerk müsse dabei auf die eigenen Bürger gerichtet sein, nur jeder vierte Kunde komme schließlich von außerhalb zum Einkaufen in die Stadt, sagte Schmidt-Illguth.

105 Einzelhändler

Einzelhandel in Alsdorf, das bedeutet immerhin 105 Betriebe in der Innenstadt mit einer Verkaufsfläche von 18.000 Quadratmetern und einem Jahresumsatz von 64 Millionen Euro. Die Innenstadt, so Schmidt-Illguth, habe ein nur begrenztes Einzugsgebiet, deshalb brauche Alsdorf zusätzliche Highlights - etwa einen großen Elektrohandel oder ein Modehaus -, die zusätzliche Frequenz in die Innenstadt brächten.

Profiteur wäre auch der Einzelhandel. Handelsfläche für weitere Ansiedlungen in der Innenstadt sieht der Geograph besonders auf dem Gelände zwischen dem Zentralparkplatz und dem Annapark: „Diese Fläche ist zu kostbar, um sie ungenutzt zu lassen.”

Verkaufsfläche war auch das Argument von Manfred Büschgens, sein 150 Quadratmeter großes Ladenlokal an der Broicher Straße auf 500 Quadratmeter an der Bahnhofstraße zu vergrößern. Nach dem Motto „Handel ist Wandel” hatte er diesen Schritt getan: „Wertige Ware und Produkte machten das Geschäft erfolgreich. Der Schritt zur Vergrößerung war nur konsequent”, betont der Einzelhändler.

„Und wir machen mit Alsdorfer Kunden einen sehr guten Umsatz.” Qualität und Service sind seine Erfolgsformel: Beim Verkauf etwa hochwertiger Kaffeeautomaten schlägt „Wacht & Büschgens” in Alsdorf sogar die Konkurrenten in den Großstädten und liegt nach Düsseldorf auf Platz zwei der Verkaufszahlen.

Kritik an seinen Kollegen aus dem Einzelhandel übt Büschgens aber auch: „In Alsdorf kocht jeder sein eigenes Süppchen. Man sollte gemeinsam am Ziel, das Einkaufen in Alsdorf attraktiver zu machen, arbeiten.”

Christoph Heins vom Vorstand der Aktionsgemeinschaft Alsdorf und Geschäftsführer des „Sportforums” gerät ins Schwärmen, wenn er die Vorzüge der Stadt aufzählt: jährliche Großereignisse wie Frühlings- und Europafest, die Alsdorfer Kundentage, verkaufsoffene Sonntage, Veranstaltungen am Weiher, dazu die Stadthalle mit ihrem facettenreichen kulturellen Angebot, der weit in die Region hinein bekannte Cinetower, die riesige Grünfläche im Annapark, die Burg als historisches Kleinod, der für Besucher kostenlose Tierpark, das Fördermaschinenhaus im Energeticon, das Industriegebiet mit namhaften Hightech-Unternehmen und nicht zuletzt das hochwertige Angebot des Einzelhandels.

„Das ist doch einzigartig in der Städteregion. Alsdorf braucht sich nicht zu verstecken, auch nicht hinter dem hochgelobten Nachbarn Baesweiler”, konstatiert Heins. Das in die Köpfe der Alsdorfer zu bringen, Selbstvertrauen zu den Menschen bringen, die von ihrer Stadt nicht das beste Bild haben, darin sieht Christoph Heins eine große Aufgabe.

Wie hat Alsdorf denn noch vor 15 Jahren ausgesehen und wie stellt es sich jetzt dar, erinnert er, was seit dem Beginn des Strukturwandels in Alsdorf alles auf die Beine gestellt wurde. „Wir spüren hier in Alsdorf einen weiteren Schub, eine Aufbruchstimmung, die auch der Einzelhandel nutzen muss”, appellierte Heins.

Dass das Alsdorfer Image besser sein könnte, attestierte auch Andrea Presl von den Pixelcowboys. „Das Bild in den Köpfen der Bürger muss sich wandeln. Denn Alsdorf hat mit seinem großen Kultur- und Freizeitbereich seinen eigenen Weg gefunden. Die Mischung aus alten Hasen und den jungen Wilden im Bereich des Einzelhandels stimmt”, lautet die Einschätzung der Werbefrau.

Gute räumliche Voraussetzungen bescheinigte auch Wirtschaftsförderer Dr. Axel Thomas der Stadt Alsdorf und riet zu Standortgemeinschaften und Clusterbildungen. „Man braucht auch die passende Verpackung fürs Produkt”, rief er zur Attraktivierung des Stadtbildes auf.

Eine reine Fußgängerzone, wie beim ersten Stadtgespräch für die Bahnhofstraße in den Raum gestellt, davon riet Dr. Thomas jedoch ab: „Das verringert die Frequentierung und schafft mehr Probleme als Lösungen.”

Das nächste Stadtgespräch wird für das Frühjahr vorbereitet.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert