Einfühlsamer Exkurs durch die Welt der Melodien

Von: ehg
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Zu Herzen gehend: Musikalisch
Zu Herzen gehend: Musikalisch erfreuten mit Musik aus Italien, Russland, Deutschland und Südamerika der Tenor Rauf Berman und Hans-Günter Leuchter am Klavier. Foto: Dagmar Meyer-Roeger

Würselen. Zu Herzen gehende Musik aus Italien, Russland, Deutschland und Argentinien bot „Pius am Mittwoch”. Und das mit großem Erfolg, zumindest was die Zahl der weiblichen Besucher anbetraf.

Aber auch die Herren der Schöpfung kamen bei „Dein ist mein ganzes Herz” emotional durchaus auf ihre Kosten. Dafür sorgte der in Baku geborene Tenor Rauf Berman, der mehrfach schon mit dem Ensemble „Prima è Voce” in Würselen gastierte, nicht nur durch seine gesanglichen Darbietungen. Die Konzertbesucher erlebten auch einen talentierten Geigenvirtuosen, souverän begleitet von Hans-Günter Leuchter, dem „Macher” von „Pius am Mittwoch”, auf dem Flügel. Mit zwölf Jahren hatte er sein Musikstudium in den Fächern Violine und Gesang am Konservatorium in Moskau begonnen. Nach seiner Übersiedlung absolvierte er ein Aufbaustudium am Konservatorium in Maastricht.

Seine musikalische Reise startete der Tenor im Land des „Belcanto”. Mit „Parlami damore” (Sprich zu mir von Liebe) lieferte er eine erste Kostprobe seiner stimmlichen Qualität ab. Als Kontrast dazu das „Nocturne” von Arno Babadschanjan, ein Orchesterlied eines zeitgenössischen armenischen Komponisten, voller Schwermut.

Der weltberühmte Tenor Josef Schmidt grüßte aus der Ferne, als der russische Tenor „Ein Lied geht um die Welt” aus dem gleichnamigen Film schmetterte. Ein Ohrenschmaus, bei dem er seine Stimme bis zu den höchsten Tönen ausreizte. „Zu Gast” war dann der argentinische Bandoneon-Spieler und Komponist Astor Piazzolla, der den „Tango Nuveo” in die Welt setzte. Mit mehreren klassischen Werken ließ Rauf Berman ihn einfühlsam auf der Geige zu Wort kommen.

Dabei durfte einer seiner Tangos, leidenschaftlich und temperamentvoll dargeboten, nicht fehlen. Zigeuner ließ er auf seiner Violine „tanzen”. Noch einmal ein Sprung in den sonnigen Süden Europas: Mit einem neapolitanischen Lied weckte der Tenor Urlaubsgelüste. Seine gestalterischen Qualitäten stellte der Sänger mit dem Lied des Bajazzo aus der gleichnamigen Oper von R. Leoncavallo unter Beweis. Weniger zum Lachen als vielmehr zum Weinen war ihm beim Finale des ersten Aktes zumute.

Was wäre ein solcher Abend voller Emotionen ohne den „König des Belcanto”, Richard Tauber? Rauf Berman sang seinen Hit „Du bist die Welt für mich!”, eine wunderschöne Liebeserklärung. Und wieder ein großer Sprung. Der Tenor brachte durch Volkslieder die russische Seele zum Klingen. Dann war wieder italienische Leichtfüßigkeit Trumpf, „Santa Lucia” hieß die Angebetete. Den Schlusspunkt setzte der vielseitige Künstler mit „Dein ist mein ganzes Herz” aus der Operette „Land des Lächelns”, die Franz Lehar eigens für Richard Tauber komponierte. Die Herzen der Besucher schmolzen dahin.

Schönheit und Magie im Bild

Den Rahmen für den musikalischen Abend voller Emotionen gestaltete die junge, in St. Petersburg und auch in Maastricht lebende Malerin Alisa Gibet durch 16 ihrer Ölgemälde zum Thema „Beauty und Mystery”, die über die Sommerpause hinaus noch bis Ende September in Augenschein genommen werden können. Keine Frage: Die Schönheit und Magie sind bei ihre eine ewige Quelle der Malerei. „Sie ist ausdrucksvoll und emotional”, wie Leuchter feststellte, als er die Künstlerin begrüßte. Ihre Affinität zum Ballett ist unverkennbar.

Voller Grazie und innerer Spannkraft bringt sie in leuchtenden Farben Tänzerinnen in unterschiedlichen Posen zu Papier. Leuchter: „Die Schönheit und die Vollkommenheit des Körpers in Kombination mit zerbrechlicher Anmut und großer innerer Kraft spiegeln sich in ihren Exponaten wider.” Was der Betrachter auch in ihren weiblichen Aktbildern findet. Die junge Künstlerin führt einen ewigen Dialog zwischen Realität und Fantasie, daher auch der Titel der Ausstellung. Die kräftigen Farben ihrer impressionistischen Ölbilder ziehen den Betrachter auf den ersten Blick in ihren Bann. Ein Farbtupfer der besonderen Art.
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