Aachen/Hezogenrath - „Eine ständige Gefahr“: Sechs Jahre Haft für Messerattacke

„Eine ständige Gefahr“: Sechs Jahre Haft für Messerattacke

Von: Wolfgang Schumacher
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fleischer hans willi gericht
Weil er seinen Bewährungshelfer und Polizisten mit einem Messer und einer Spritzenkanüle angegriffen haben soll, musste sich Hans Willi K. (Mitte) vor dem Aachener Schwurgericht verantworten. Foto: Ralf Roeger

Aachen/Hezogenrath. „Er handelte in Tötungsabsicht“, stellte der Vorsitzende des Aachener Schwurgerichts fest, Richter Arno Bormann. Das Urteil galt dem 69-jährigen „notorischen Schwerverbrecher“ Hans Willi M., der am 17. Mai 2013 auf einer von zwei Polizisten und einem Bewährungshelfer begleiteten Fahrt von seinem Wohnsitz in Herzogenrath-Merkstein bis in die Eifel ein Messer gezückt hatte.

Mit diesem Messer stach der im Fonds des Polizeiwagens sitzende M. auf den vor ihm im Beifahrersitz befindlichen Bewährungshelfer ein und verletzte ihn am Arm.

Dafür erhielt der Angeklagte am Mittwoch eine Freiheitsstrafe von sechs Jahren Haft wegen gefährlicher Körperverletzung, weil er, so der Richter, von einem Tötungsversuch in letzter Sekunde zurückgetreten sei. Allerdings habe der Mann, der sein Leben lang schwere und schwerste Straftaten verübt habe und insgesamt rund 30 Jahre in Haft saß, erneut bewiesen, dass er einen Hang zu solchen Taten habe.

„Er ist eine Gefahr für jeden, der in seiner Nähe ist“, stellte Bormann fest, „darüber hinaus aber auch eine andauernde Gefahr für die Allgemeinheit“. Also verhängte die Kammer erneut die Sicherungsverwahrung für Hans Willi M..

Bereits in „KURS“

Erst 2011 war der Angeklagte aus einer solchen entlassen worden und befand sich seitdem in dem Betreuungsprogramm „KURS“ des Landes NRW für schwere Gewalttäter. Sicher habe M. direkt nach dem Krieg eine freudlose und schwere Kindheit gehabt, sagte der Richter. Doch es habe viele Gabelungen auf dem Lebensweg gegeben, bei denen er sich für ein ordentliches und straffreies Leben hätte entscheiden können.

Im vorliegenden Fall habe sich M., der grundsätzlich nur das tue, was ihm passe, und dies dann auch mit Gewalt durchzusetzen versuche, bereits zu Hause mit Messern und einer medizinischen Kanüle bewaffnet. „Wir sind nicht davon ausgegangen, dass da bereits einen Tötungsvorsatz hatte“, erklärte Bormann. Doch dann im Wagen habe er gezielt in Richtung des empfindlichen Halsbereichs gestochen und ihn verfehlt. Die Fahrt war anberaumt worden, weil M. sich einen Platz in einem Seniorenheim ansehen sollte.

Die Schwurgerichtskammer folgte im Wesentlichen dem Antrag der Staatsanwaltschaft, der Verteidiger Rainer Dietz hatte vier Jahre Haft wegen gefährlicher Körperverletzung jedoch ohne eine erneute Sicherungsverwahrung beantragt.

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