Baesweiler - Eine „Schatzsuche im Jahreskreis” mit Margret Nussbaum

Eine „Schatzsuche im Jahreskreis” mit Margret Nussbaum

Von: Daniel Gerhards
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Spannnedes und Wissenswertes rund um den Herbst: Margret Nußbaum nimmt ihre Zuhörer mit auf ihre „Schatzsuche im Jahreskreis”. Foto: Daniel Gerhards

Baesweiler. Es wird kälter, die Blätter färben sich gelb und rot. Der Herbst ist in der Region angekommen. Diese Jahreszeit thematisierte jetzt die Journalistin und Autorin Margret Nußbaum in ihrer Reihe „Schatzsuche im Jahreskreis” im Kulturzentrum Burg Baesweiler. Nußbaum sprach über Bräuche und Feste des Herbstes.

Sie las aus Märchen vor und tauchte in die Welt der Mythologie ein. Dabei tischte sie überraschende Geschichten zu Alltäglichem auf. „Sie hat Dinge ausgegraben, die noch nicht jeder kennt”, sagte Elke Tetz, Leiterin der Stadtbücherei.

So beantwortete sie etwa die Frage, warum es überhaupt Jahreszeiten gibt, mit einer römischen Göttersage. Demnach wurde die römische Gottheit Proserpina vom Gott Pluto in sein Reich entführt. Dort machte er sie zur Königin. Proserpinas Mutter Ceres war darüber so traurig, dass alles Leben von der Erde verschwand. Erst Jupiter - oberster Gott der Römer - gelang es mit Pluto auszuhandeln, dass sie je ein halbes Jahr in seinem Reich bleiben und für die andere Hälfte des Jahres auf die Erde zurückkehren solle. „So erklärten sich die Römer die Jahreszeiten”, sagte Nußbaum.

Lange war das Erntedankfest auf dem Land der Höhepunkt des Herbstes. „Knechte und Märkte kamen singend mit der letzten Ernte vom Feld”, erklärte Nußbaum. Dabei konnte es ab und an hoch her gehen. Denn der Bauer, der die Tagelöhner beschäftigte hatte sie auf dem Feld stets mit Bier und Schnaps zu versorgen.

Auch Nußbaum versorgte ihre Gäste vortrefflich. Die Zuhörer konnten von gesundem Granat-apfelsaft kosten oder sich traditionell erzeugte Leckereien wie Kartoffelschnaps und Kartoffelbrötchen schmecken lassen. Zu jeder Kostprobe hatte Nußbaum die passende Geschichte parat.

Auch eine Glückseichel gab Nußbaum ihren Zuhörern mit auf den Weg. Die dazu passende Geschichte dreht sich um die Frage, warum die Eichenblätter zackig sind. Alles begann mit einem Häusler, so bezeichnete man früher Kleinbauern mit eigenem Haus, aber nur wenig Grundbesitz. Der Tagelöhner verdiente so wenig, dass er seine Familie kaum ernähren konnte. Daher fluchte er: „Himmel und Hölle, jetzt kann uns nur noch der Teufel helfen!” Das nahm der Beelzebub ernst und erschien im Handumdrehen. Sie machten ein Geschäft: Der Teufel überließ dem Häusler einen Topf mit Gold. Dafür sollte er den Häusler selbst bekommen, sobald alle Blätter von den Bäumen gefallen sind. Als der Häusler seine Ernte eingeholt hatte, kam der Teufel zurück. Alles Laub war bereits abgefallen. Bloß die Eiche trug noch viele grüne Blätter. Und sie warf sie auch den ganzen Winter nicht ab. „Wütend schlug der Teufel mit seinen Fingern in die Blätter der Eichel”, sagte Nußbaum. Die Spuren sind bis heute zu sehen.

Die literarische Reihe „Schatzsuche im Jahreskreis” mit Margret Nußbaum wird am Dienstag, 13. Dezember, um 20 Uhr im Kulturzentrum Burg Baesweiler zum Thema „Winter” fortgesetzt. Dabei thematisiert die Autorin die Adventszeit, Weihnachten, Sylvester sowie Bräuche und Mythen rund um das Austreiben des Winters.

Eintrittskarten sind zum Preis von fünf Euro in der Stadtbücherei und in der Buchhandlung Wild erhältlich.
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