Eine Schachtglocke bereichert jetzt den Grube-Adolf-Park

Von: fs
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Neu im Grube-Adolf-Park: Im Rahmen einer Feierstunde mit (vl.) Pfarrer Heinz Intrau, Prädikant Erhard Lay und Franz-Josef Küppers, Vorsitzender des Denkmalvereins, wird die Glocke gesegnet. Foto: Wolfgang Sevenich

Herzogenrath. Eine Glocke schlägt am 8. August eines jeden Jahres in dem kleinen Ort Marcinelle bei Charleroi in Belgien zur Erinnerung an die Katastrophe im Jahre 1956 im Bergwerk Bois du Cazier 262 Schläge für 262 tote Bergleute. Zahlreiche Gäste, unter ihnen der stellvertretende Bürgermeister Dr. Manfred Fleckenstein, waren jetzt dabei, als die alte Schachtglocke, die zuletzt auf dem Friedhof in Plitschard geläutet wurde, nun auf dem Gelände des Vereins Bergbaudenkmal Grube Adolf der Öffentlichkeit präsentiert wurde.

„Wir wollen die Glocke der Merksteiner Bevölkerung zurückgeben. Im Herzogenrather Stadtgebiet gibt es keine zentrale Stelle zum Gedenken an die verunglückten Opfer des Steinkohlebergbaus“, sagte der Vorsitzende Franz-Josef Küppers. Die Glocke könnte nun nicht nur im Gedenken an die Grubenunglücke 1943 und 1962 angeschlagen werden, sondern auch bei der Barbarafeier.

Dank an Josef Dovern

Ein besonderer Dank ging an Josef Dovern, Adolfpreisträger 2015 und ehemaliger Schlossermeister bei den Glaswerken, der dem Verein einen neuen Glockenstuhl baute, den Handanschlag der Glocke konstruierte und auch noch den Ständer für das Kondolenzbuch gebaut hat. Auf diesem Ständer im Barbarastollen wird ein Kondolenzbuch mit den Namen der 216 verunglückten Bergleute auf den Schachtanlagen Adolf und Nordstern ausliegen.

Maßgeblichen Anteil hat die ehemalige Standesbeamtin Veronika Leisten aus Alsdorf, sie ermittelte die Namen der verunglückten Bergleute, sowie der ehemalige Vorsitzende Dr. Joachim Helbig, der einige historische Information zur Glocke gab. Die Gussstahlglocke von 1854 aus der Fabrik „Mayer & Kuhne“ hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Ursprünglich als Schachtglocke eingesetzt, sehr wahrscheinlich in Eschweiler-Nothberg, kam sie ins Magazin der damaligen Grube Adolf.

1926 wurde sie in den Kirchturm der neuen Kirche St. Thekla gezogen. Dort verblieb sie bis 1957. In den Jahren von 1962 bis 1998 läutete die Glocke bei Beerdigungen auf dem Friedhof in Plitschard. Nach liebevoller Restaurierung findet die Glocke nun ihren Standort im Barbarastollen auf dem Gelände der Grube Adolf.

Zwölf Glockenschläge

Franz-Josef Küppers dankte allen, die mitgeholfen haben, das Projekt zu realisieren, besonders Ulrich Rible, dem Amtsleiter des technischen Betriebsamtes der Stadt. Josef Dovern wurde zum Knappen geschlagen, erhielt Fahrstock und eine Urkunde. Für die Pfarre St. Willibrord sprachen Pfarrer Heinz Intrau und für die evangelische Kirchengemeinde Merkstein Prädikant Erhard Lay Gebete, Pfarrer Intrau segnete die Glocke.

Mit zwölf Glockenschlägen, die Dr. Hans-Joachim Helbig vornahm, zu den Klängen des Bergmännischen Bläserensemble St. Barbara Alsdorf und dem SteigerLied klang eine würdige Feier mit dem traditionellen Bergmannsschnaps aus.

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