„Eine neue Gesamtschule wird gebraucht”

Von: Beatrix Oprée
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Herzogenrath. Nur die CDU war im Ausschuss für Bildung, Sport und Kultur (BSK) am Donnerstag noch zurückhaltend: Beratungsbedarf. Jedes Kind müsse auch weiterhin seinen Neigungen gemäß einen Abschluss machen können, plädierte die schulpolitische Sprecherin Renate Gülpen für den unbedingten Erhalt des Schulfriedens und setzt nun auf das von Rot-Grün-Rot geforderte und von Bürgermeister Christoph von den Driesch bereits terminierte interfraktionelle Gespräch.

Auch Gesamtschuldirektor Daniel Bick als Sprecher der weiterführenden Schulen wollte noch keine Stellungnahme abgeben, da noch keine Möglichkeit der Beratung bestanden habe. Zu befürworten sei aber, dass alles getan werde, Kinder an Herzogenrather Schulen zu halten und niemanden aus Kapazitätsgründen abweisen zu müssen.

SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Linke sowie die FDP indes haben sich bereits klar für den auf Analysen des Büros „biregio” fußenden Verwaltungsausführungen hinsichtlich der Gründung einer zweiten Gesamtschule in der Rodastadt positioniert.

Christoph Pontzen (FDP): „Wir hatten uns stark für die Elternbefragung ausgesprochen.” Und die habe ein klares Votum für Gymnasium respektive Gesamtschule ergeben. Daher sei Letztere für Kohlscheid „gesetzt”, zeigte er sich auch mit dem von der Verwaltung vorgeschlagenen Zeitplan einverstanden. Ebenso wie Grünen-Vize-Bürgermeisterin Anne Fink, die ergänzend eine öffentliche Infoveranstaltung vorschlug, um schnell wieder „Ruhe in der Schullandschaft” einkehren zu lassen.

Rund 150 Schüler pendeln Jahr für Jahr an weiterführende Schulen vornehmlich in Aachen aus, zudem sind die Anmeldezahlen für Haupt- und Realschule überproportional gesunken, führte SPD-Vize-Bürgermeister Dr. Manfred Fleckenstein die Fakten ebenso nochmals vor Augen wie die daraus resultierenden politischen Beschlüsse der jüngeren Vergangenheit - zunächst eine Kooperation zwischen Haupt- und Realschule sowie den Aufbau einer Sekundarstufe II in Kohlscheid zu prüfen, darüber hinaus den Elternwillen hinsichtlich der Schullandschaft zu erfragen (angeschrieben worden waren alle Eltern von Kindern zwischen drei und neun Jahren).

Das Elternvotum führte im Juli zur Konkretisierung des politischen Auftrags in Richtung Sekundarstufe-II-Angebot für Kohlscheid. Zeitgleich kam der Schulkonsens der Landesregierung mit der NRW-CDU, der u.a. den Fall des Verfassungsrangs der Hauptschule beinhaltet. Dr. Fleckenstein: „Alle Untersuchungen des Schulentwicklungsplans sowie die Ergebnisse der Elternbefragung lassen nur einen Schluss zu: In Kohlscheid wird eine neue Gesamtschule gebraucht.” Womit auch das Problem der Europaschule in Merkstein gelöst werde, die jährlich Schüler abweisen müsse.

Im Sinne des Schulfriedens stellte Fleckenstein für Rot-Grün-Rot auch klar: „Alle Kinder, die zurzeit eine weiterführende Schule in Herzogenrath besuchen, sollen ihre Schullaufbahn auch in ihrer Schulform beenden können.”

Den Wunsch nach einem Konsens betonte auch Linke-Fraktionschef Toni Ameis: „Ich bin sicher, dass mit einer Gesamtschule viele Kinder in Kohlscheid bleiben.”

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