Eine Mahlzeit am Tag beim Förderkreis Akifa

Von: Holger Bubel
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Lecker und gesund: Den Kindern der OGS Blumenrath schmeckt das selbst zubereitete Essen. Für viele ist es die einzige vernünftige Mahlzeit am Tag, die sie erwarten dürfen. Armut in Deutschland, Armut in Alsdorf. . . Foto: Holger Bubel

Alsdorf. Nicht nur die Atmosphäre ist aufgeräumt, überhaupt ist alles sehr ordentlich, einladend gemütlich. Die Gäste haben es sich bequem gemacht, zugegeben: Die Stühlchen sind etwas klein, die Tische niedrig. Trotzdem fühlen sich die Erwachsenen, die heute zu Gast sind in der Gemeinschaftsgrundschule Blumenrath wohl.

Hungrig sind sie, aber nicht mehr lange, denn das Mittagessen steht bereit. Mit einem gemeinsamen Essen der Kinder und einigen Spendern will sich der „Alsdorfer Förderkreis für Kinder und Familien“ (Akifa) bedanken bei den Bürgerinnen und Bürgern, die im abgelaufenen Jahr den Verein finanziell unterstützt haben.

Der Akifa betreut in Alsdorf 612 Kinder im Offenen Ganztagsbetrieb an sieben Grundschulen. Dazu weitere 62 Kinder in der Betreuung von 8 bis 13 Uhr (Grundschule Schaufenberg). Über 200 Eltern beziehungsweise Familien dieser Kinder können als „arm“ Bezeichnet werden. Die Entwicklung der Kinder und deren Bildung soll darunter aber nicht leiden.

Kinder fördern durch außerschulische Angebote – etwa durch Projekte, Ausflüge, Feiern, Wettbewerbe, Ferienmaßnahmen oder soziales Lernen – hat sich der Verein, der in städtischer Trägerschaft ist, zur Aufgabe gemacht. Finanziell unterstützt wird er durch Landes- und Bundesmittel. „Aber das reicht leider nicht aus“, sagt Akifa-Vorsitzender Heinz-Günther Dohm. „Auf Spenden sind wir nach wie vor angewiesen.“

Spenden, die gut angelegt sind: „Wir wollen Rahmenbedingungen und Angebote schaffen, die den Kindern die Möglichkeit bieten, ihre Fähigkeiten, Begabungen, und Neigungen weiter zu entwickeln und helfen, Benachteiligungen abzubauen.“

Auch den Eltern soll durch Offenen Ganztag Freiraum geschaffen werden, um neben den Pflichten gegenüber ihren Kindern auch einer Berufstätigkeit nachgehen zu können. Soziale Kompetenzen, qualifizierter Unterricht, individuelle Förderung, kreative Freizeitgestaltung und kindgerechte Betreuung – das sind die Kernanliegen des Akifa.

Und dazu gehört auch ein gemeinsames Essen: Gesundes und Ausgewogenes gibt es – und das nicht nur, weil an diesem Tag Gäste im Haus sind. Putengulasch, Kroketten, Salat, danach einen leckeren Schoko-Pudding: „Alles frisch und gesund“, sagt OGS-Leiterin Tina Niegel, „das Essen wird tiefgefroren angeliefert – dadurch bleiben die Nährstoffe erhalten, wir verfeinern dann die Lebensmittel zusätzlich mit Kräutern punktgenau in der schuleigenen Küche. Das schmeckt allen.“ Regelmäßig geht es daher auch auf den Markt, um die frischen Zutaten einzukaufen.

Ein gemeinsames Mittagessen ist außerdem für die Kinder mehr als ein „satt werden“ und gehört zum Konzept des OGS-Angebots: „Die Kinder werden eingebunden in die Abläufe, es ist sozusagen ein ‚pädagogischer Mittagstisch‘. Den Tisch decken, erst dann mit dem Essen beginnen, wenn auch wirklich alle etwas haben, sich gemeinsam einen guten Appetit wünschen – viele Kinder kannten das bisher in der Form noch gar nicht“, sagt Tina Niegel.

Auch die Gäste warten geduldig, bis auch das letzte Kind seinen Teller an der Ausgabe voll gemacht hat. „Ich freue mich zu sehen, wenn es den Kindern gut schmeckt“, sagt Arnold Dreschers, Spender und jahrelang Hausmeister an einer Grundschule, der an diesem Tag unter den Gästen ist. Für viele, das weiß auch er, ist dieses Mittagessen die einzige gesunde und geregelte Mahlzeit am Tag.

Wer den Verein Akifa unterstützen möchte, erfährt näheres dazu bei Geschäftsführerin Anke Libber unter Telefon 02404/50-348 oder im Internet.

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