Eine Gesamtschule ist in Baesweiler völlig indiskutabel

Von: Stefan Klassen
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Baesweiler. Politik und Verwaltung werden mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln am Erhalt sämtlicher Grundschulen im Stadtgebiet festhalten. Dies wurde im Schulausschuss deutlich, der die aktuellen Schülerzahlen unter die Lupe nahm.

Bürgermeister Dr. Willi Linkens gab sich mit Blick auf Pläne der Landesregierung, die die Existenz ganz kleiner Grundschulen in Frage stellten, kämpferisch: Es gelte, „mit Entschlossenheit zur Stelle zu sein und Angriffe abzuwehren”. Die Grundschule in Loverich etwa könnte durch das Raster fallen, weil sie den aktuellen Zahlen nach nur einzügig sein wird. Bislang gibt es 20 Anmeldungen für das kommende Schuljahr, was dann auch nicht reichen würde. Linkens: „Die Katholische Grundschule Loverich muss erhalten bleiben - auch, weil sie ein ganz wichtiges Element der Dorfgemeinschaft ist.” Die Stadt müsse sich bereits jetzt „stark positionieren”.

Die anderen Grundschulen im Stadtgebiet liegen den aktuellen Schüler- und Anmeldezahlen nach auf Kurs. Grengracht- und Friedensschule (361 bzw. 286 Kinder bei 75 bzw. 80 Anmeldungen) sind sogar stärker gefragt als dies 2009 im Schulentwicklungsplan prognostiziert wurde. Und für die Katholische Grundschule in Oidtweiler liegen zurzeit 35 Anmeldungen vor, was eine Zweizügigkeit bedeutet.

Angesichts des großen Baugebietes „Steinzeitsiedlung” und zu erwartender steigender Kinderzahl sei die Prognose hier sehr positiv, betonte Bürgermeister Linkens im Ausschuss. 22 Kinder sind derzeit für das Schuljahr 2011/12 an der Grundschule in Beggendorf angemeldet, die mittlerweile ein Teilstandort der Grengrachtschule ist. Linkens zeigte sich über die Entscheidung, auf diese Weise den Standort Beggendorf erhalten zu haben, „froh und glücklich”.

Die Lessing-Hauptschule in Setterich hatte indes aufgrund mangelnder Schülerzahlen nicht erhalten werden können. Sie schloss im vergangenen Sommer ihre Klassentüren. Und auch die Goetheschule als einzige verbleibende Hauptschule im Stadtgebiet verzeichnet keineswegs einen Anmelde-Boom. Momentan haben 25 Eltern ihre Kinder angemeldet, wie Schulamtsleiter Wolfgang Ohler verdeutlichte. Diese Zahl werde erfahrungsgemäß in den nächsten Wochen aber noch steigen.

Viel zu hoch sei hingegen die Zahl der Baesweiler Kinder und Jugendlichen, die eine weiterführende Schule in einer der Nachbarstädte besuchen, vermerkte SPD-Fraktionschefin Gabi Bockmühl. So gibt es nach Angaben der Stadtverwaltung allein 205 sogenannte „Auspendler” zur Alsdorfer Gustav-Heinemann-Gesamtschule sowie 181 zur Willy-Brandt-Gesamtschule in Übach-Palenberg. Es gibt aktuell 527 „Auspendler” bei 452 „Einpendlern”.

Bürgermeister Linkens betonte in diesem Zusammenhang, jeglichen Forderungen nach der Einrichtung einer Gesamtschule in Baesweiler bereits im Vorfeld eine Absage zu erteilen. „Das ist nicht realistisch, und deshalb diskutiere ich darüber nicht.” Ein solches Projekt sei nicht finanzierbar, zudem reichten die Schülerzahlen nicht aus. Allerdings zeigte sich der Verwaltungschef offen für sämtliche Optionen, die den Schulstandort Baesweiler stärken könnten - und nannte auch eine Verbundschule als Variante.
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