Eine emotionsgeladene Feier im ITS

Von: Stefan Schaum
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Noch einmal das dynamische Duo: Beim offiziellen Abschied von Peter Strauch (l.) wurde nicht nur Bürgermeister Dr. Willi Linkens emotional. Doch als Freunde werden sie sich wiedersehen. Foto: Stefan Schaum

Baesweiler. Trennen kann man das bei ihm nicht. Konnte man nie. Das Fachliche und das Menschliche – das geht bei Peter Strauch einfach immer zusammen, das macht ihn aus. Ein Mann mit städtebaulichen Visionen und einem geschicktem Händchen dafür, bei deren Umsetzung alle mit ins Boot zu holen – so hat er als Technischer Beigeordneter 24 Jahre lang in Baesweiler agiert.

Und so wurde der 57-Jährige von zahlreichen Weggefährten gefeiert. Beim offiziellen Abschied im Internationalen Technologie- und Servicecenter (ITS). Einem Abschied, der sehr emotional war. Das war zu erwarten. Das Gefühl von Verlust – es stand greifbar im Raum. Bürgermeister Dr. Willi Linkens fand berührende Worte dafür. „Ich respektiere Deine Entscheidung, auf eine vierte Amtszeit zu verzichten, uneingeschränkt. Aber ich bin unendlich traurig, weil das nahezu ein Vierteljahrhundert bestehende erfolgreiche Team heute zu Ende geht.“ Ein dynamisches Duo – so waren Linkens und Strauch unterwegs. Zwei, zwischen die kein Blatt passte. Kollegen und wohl mehr noch das: Freunde.

Mit bewegenden Worten erinnerte Linkens an das Kennenlernen, das 1992 ganz im Stillen – der Diplom-Bauingenieur Strauch arbeitete seinerzeit als Amtsleiter für Straßenbau, Wasser und Abfallwirtschaft für die Kreisverwaltung Heinsberg – in Linkens‘ Wohnzimmer stattfand. „Ich hab ihn eingeladen als möglichen Kandidaten für die Stelle des Technischen Beigeordneten und wusste nach einem zweistündigen Gespräch sofort: Der ist es!“ Bodenständig und qualifiziert, „einer, der bei allen einen absolut positiven Eindruck hinterließ und ganz einfach ein Mensch war, der zu unserer Stadt passt!“ Das Votum war dann auch stets eindeutig: Mit den Stimmen aller Fraktionen wurde Strauch gewählt – und zwei weitere Male bestätigt. „Auch Deine erneute Wiederwahl wäre absolut gesichert gewesen“, sagte Linkens, „und nicht nur ich wäre glücklich gewesen, wenn Du die vierte Amtszeit angetreten hättest.“

Viele Erfolge stehen auf der Liste von Peter Strauch: Die Entwicklung des Kulturzentrums Burg Baesweiler, der Einsatz für die Umgehungsstraßen B 56 n, N 57n und L 240, die energetische Sanierung des Gymnasiums und vor allem die Entwicklung des Carl-Alexander-Parks, den Strauch selbst als seinen größtes Projekt nennt. Ein erfolgreiches, natürlich. Der CAP war nicht bloß das erste fertiggestellte Projekt der Euregionale 2008, sondern wurde mit Preisen dekoriert und ist heute ein beliebtes Naherholungsziel über die Stadtgrenzen hinaus.

Die Handschrift von Peter Strauch – man sieht sie auf Schritt und Tritt in der Stadt. Linkens: „Du bist einer, der unermüdlich, zuverlässig und stets offen die Entwicklung unserer Stadt nach vorn getrieben hat.“

Dem pflichtete seitens der Städteregion Dezernent Uwe Zink gerne bei. „Ich habe dich als Kollegen schätzen gelernt, der gleichermaßen durch Sachlichkeit, Fachkenntnis und Gelassenheit auffiel.“ Mit einem Händchen für die Förderung. „Du hattest immer was in der Schublade, das Du bei Bedarf rausziehen konntest.“ Als kongeniales Team seien Strauch und Linkens ein Glücksfall für die Stadt gewesen.

Dieses Team gibt es so nicht mehr. Mit Wehmut blickte auch Strauch selbst zurück. „Baesweiler war ein Nest, in dem ich wachsen konnte. Ich habe es nie bereut, nach meinen beruflichen Wanderjahren hier vor Anker gegangen zu sein“, sagte der Würselener, der in Baesweiler eine Menge Freundschaften knüpfen konnte. „Die Chemie stimmte hier einfach.“ Viele Spekulationen habe es im vergangenen Jahr über das gegeben, was er wohl künftig machen werde. Die Wahrheit ist: Er macht zunächst mal nichts. Abschalten, runterfahren, den Kopf freibekommen – das steht in den kommenden Wochen an.

„Keine Ahnung, wie lange das dauern wird“, sagte Strauch. Aber im Blick hat er nun zunächst mal das neue Hochbeet im Garten und sein Fahrrad, mit dem er in der Region unterwegs sein wird. Und die Familie wird nun im Blick sein, seine Frau Ute Nießen, die beiden Kinder und die jüngst zur Welt gekommene Enkelin. Ob der frisch gebackene Opa beruflich nichts mehr wagt, ließ er offen. „Das werden wir mal sehen“, sagte er – mit der so typischen Gelassenheit. Und würde man ihn fragen nach dem einen Wort, das er mit Baesweiler verbindet, dann hätte er nur dieses: „Danke!“

Die Zukunft der Stadt werde glänzend sein, das werde er sicher des öfteren sehen, wenn er sie besuchen kommt. Bei seiner Nachfolgerin Iris Tomczak-Pestel wisse er „Baesweiler in richtig guten Händen“.

Viele Geschenke bekam Strauch im Lauf des Abends – er selbst hatte nur eines. Ein ganz besonderes. Für seinen Teampartner Willi: eine Niete des ehemaligen Fördergerüstes Carl Alexander. Das Gerüst gibt es längst nicht mehr, doch die Niete – die wohl letzte – lag viele Jahre in der Schublade im Amtszimmer von Peter Strauch. In einem Samtsäckchen überreichte er sie dem Bürgermeister zum Abschied. Als klares Symbol. „Die Niete hat mehr als 80 Jahre zum Bestand des Fördergerüstes beigetragen.“ Sie steht für etwas Dauerhaftes. So dauerhaft wie eine Männerfreundschaft.

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