Eine echte Bereicherung für das Stadtbild

Von: mas
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Von der Seniorenwerkstatt zum Zehnjährigen gestiftet: Mit viel Beifall unterlegten Baesweilers Bürger die Enthüllung des Bergbaudenkmals am Reyplatz. Foto: Sigi Malinowski

Baesweiler. Manchmal fiel Gastwirt Konrad Dautzenberg fast aus dem Bett. Wenn er unsanft geweckt wurde. Vom Poltern der Nachtschicht. Es wird, so erzählte Dautzenberg zu Lebzeiten selbst, in den Sechziger Jahren gewesen sein: Die Kumpels klopften schon morgens gegen Halbsieben an seine Kneipentür am Reyplatz.

„Konny, mach auf, wir haben Durst!”, meldeten sich die Hauer oder Maschinisten an. In ihrer Lieblingspinte am Reyplatz. Das Haus Dautzenberg - mittlerweile ist es die Gaststätte Fischer geworden - gibt es immer noch. Ebenso wie die „Seele” des Baesweiler Bergbaues immer noch ein bisschen über dem Reyplatz schwebt und dort noch viele Jahre weilen wird.

Seit Freitag erinnert dort ein weiteres Denkmal an die Geschichte des „Pütts”, speziell Carl-Alexander in Baesweiler. Die fast zwei Meter hohe Stele aus Bronze stiftete die Seniorenwerkstatt Baesweiler, die an diesem Wochenende auch ihr zehnjähriges Bestehen feierte.

Geschaffen wurde sie vom Aachener Künstler Bonifatius Stirnberg, der auch den Löwen am Kulturzentrum Burg Baesweiler gestaltete. Unter großer Beteiligung der Öffentlichkeit wurde das Denkmal im Rahmen eines Städtischen Dämmerschoppens enthüllt.

Zwei Monate hatte Stirnberg mit drei Mitarbeitern an der Entstehung der Stele, die einen Durchmesser von 70 Zentimetern hat, gearbeitet. Sie zeigt drei Motive des Bergbaues, wie der Künstler selbst erklärte. Zum einen werden Bergleute mit einer Lore voller Kohle und in einer anderen „Nische” Strebbauer dargestellt. Das dritte Motiv zeigt zwei sogenannte „Abräumer”. Ganz oben an der Spitze ist ein Baum dargestellt. „Es ist ein Lebensbaum. Im übertragenen Sinne soll es den Gedanken unterstreichen, was unter der Erde stattfindet sehnt sich nach Licht und Sonne”, erklärte Stirnberg unserer Zeitung. Eine Miniaturausgabe des Denkmals hatte er auch zur Feierstunde mitgebracht.

Die Enthüllung der Stele nahmen die 20 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Seniorenwerkstatt unter Leitung ihres Vorsitzenden Günter Waschbüsch und im Beisein des Ehrenvorsitzenden Heinz Schmitz vor. Am Auspacken des in eine große Stadtfahne gehüllten Denkmals halfen zudem Bürgermeister Willi Linkens sowie Sparkassendirektor Manfred Aretz und EWV-Prokurist Axel Kahl. Sparkasse und EWV hatten sich als großzügige Sponsoren an der Finanzierung des Denkmals beteiligt.

Zuvor stellte Günter Waschbüsch heraus: „Der Bergbau und die Bergleute haben entscheidend dazu beigetragen, dass sich aus dem Bauerndorf Baesweiler eine schöne und lebenswerte Stadt entwickelt hat”. Waschbüsch ergänzte: „Vielfach haben wir dies unseren Eltern und Großeltern auch zu verdanken”.

Willi Linkens bemerkte an diesem von schönem Wetter überfluteten Abend: „Wir haben heute viele Gründe dankbar zu sein und mit Ihnen einen tollen Abend zu feiern”. Linkens blickte dabei auch auf die Umgestaltung des Reyplatzes zurück, der mit dem neuen Denkmal nun eine weitere kleine Kostbarkeit erhalten hat. Lauter kleine Kostbarkeiten bot auch das Programm, in das die Denkmalseinweihung eingebunden war. Die Tanzmäuse der Settericher Siebenbürgen erfreuten ebenso wie die jungen HipHop-Darsteller der Tanzschule „Movements”. Mit Märschen und Ausflügen in die Popmusik gestalteten das Trommler- und Pfeiferkorps Loverich (Dirigent Albert Bartschat) und die Blaskapelle Siebenbürgen mit ihrem Dirigenten Wolfgang Ohler einen bemerkenswerten Abend. An dem Willi Linkens ausdrücklich der Seniorenwerkstatt dankte. „Sie tragen immer wieder zur Verschönerung unseres Stadtbildes bei”.
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