Baesweiler - Eine deutliche Absage an Hass und Gewalt

Eine deutliche Absage an Hass und Gewalt

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Baesweiler. Mit großer Betroffenheit haben der Vorstand und die Mitglieder des sozialen und kulturellen marokkanischen Vereins in Baesweiler/Setterich und Umgebung die Berichte über die Aktivitäten des marokkanischen Staatsbürgers Ahmed, der als radikaler Islamist bereits 2012 in Pakistan bei einem US-Drohnenangriff getötet wurde, zur Kenntnis genommen.

Wie in der Presse berichtet wurde, hat Ahmed einige Zeit in Setterich gewohnt und war zu dieser Zeit auch Besucher der Moschee des sozialen und kulturellen marokkanischen Vereins. Der Vorstand des Vereins distanziert sich ausdrücklich von jedweden radikal-islamischen Gesinnungen und versichert, dass Ahmed niemals Mitglied des Moscheevereins war. Zwar habe er Kontakte zu einzelnen Mitgliedern des Vereins gehabt und zeitweise auch in der Moschee gebetet, habe als Nichtmitglied des Moscheevereins aber niemals in der Moschee geredet oder gar gepredigt, erklären der Vorsitzende des Vereins Brahim Morghi und sein Stellvertreter Ahmed Amgoune.

Nur Vorbeter predigen

Gepredigt werde in der Moschee nur durch einen Vorbeter, der eigens aus Marokko hierfür nach Setterich geholt wurde. Bei den Predigten stünden stets der Glaube und Werte wie Familie, Nächstenliebe und die Gemeinschaft im Vordergrund. Keinesfalls komme es bei den Predigten zum Aufruf zu Gewalt oder Kampf. Dies widerspräche auch dem Koran, der ausdrücklich sagt: „Wer einen Menschen tötet, für den soll es sein, als habe er die ganze Menschheit getötet. Und wer einen Menschen rettet, für den soll es sein, als habe er die ganze Welt gerettet“ (Koran 5:32), so der Vorsitzende des Vereins.

Der Verein mit seinen über 100 Mitgliedern, die hauptsächlich aus Baesweiler, aber auch aus der näheren Umgebung stammen, kann bei besonderen Festen bis zu 150 betende Moslems begrüßen. Jeder, der vor der Versammlung spreche, brauche dafür die Erlaubnis des Vorstands. Sehr verwundert zeigt sich der Verein daher darüber, dass Ahmed, wie in der Presse berichtet wurde, den Dschihadisten (Gotteskrieger) Yassin Chouka beim Islamunterricht in der Moschee kennen gelernt haben soll. „Von uns kennt niemand Yassin Chouka und niemand von uns hat ihn hier gesehen”, erklärt der Vorsitzende des Vereins. Insbesondere habe Chouka niemals vor Mitgliedern in der Moschee gesprochen oder gepredigt. Zu rund 80 Prozent handele es sich bei den Vereinsmitgliedern um ältere Mitglieder, die nicht radikal sondern weltoffen seien. Aber auch die jungen Mitglieder sind nach den Erkenntnissen des Vorstands nicht radikal. „Radikale würden bei uns sofort Hausverbot bekommen und wir würden bei entsprechenden Erkenntnissen sofort die Behörden einschalten”, erklärt der Vorstand. Es gebe keine Anzeichen dafür, dass Mitglieder des Moscheevereins ähnlich radikal denken wie der getötete Ahmed.

Große Betroffenheit

„Die Meldungen in der Presse haben bei vielen Bürgerinnen und Bürgern in Baesweiler, aber auch bei den marokkanischen Einwohnern große Betroffenheit ausgelöst”, weiß Bürgermeister Dr. Willi Linkens. „Wir haben daher mit dem Moscheeverein das Gespräch gesucht und sind dem Vorstand dankbar, dass insbesondere mit den zum Verein gehörenden Eltern von Jugendlichen über die Thematik gesprochen wurde, damit diese verstärkt auf die Einstellung ihrer Kinder achten”, erklärt Linkens. Erfreut zeigte sich der Bürgermeister auch darüber, dass der Vorstand die Thematik mit den zum Freitagsgebet in die Moschee kommenden Besuchern bespricht, um so die Sensibilität für solche Strömungen zu verstärken.

Gemeinsam mit Sozialdezernent Frank Brunner forderte der Erste Bürger Linkens die Vertreter der marokkanischen Gemeinde auf, wachsam zu sein und alle Anzeichen von Gewalt oder Radikalisierung sofort der Polizei oder der Stadtverwaltung zu melden. Natürlich könne nicht von einem Einzelfall auf andere geschlossen werden, dennoch müsse man großen Wert darauf legen, dass sich in Baesweiler keine Personen aufhalten, die zu Gewalt neigen.

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