Herzogenrath - Eine bunte Republik im Klösterchen

Radarfallen Bltzen Freisteller

Eine bunte Republik im Klösterchen

Von: Beatrix Oprée
Letzte Aktualisierung:
asdasd
Sie öffnen das Weltkulturfenster: (v.r.) Peter Nickels (attac), Kerstin Thelen, Hans Brandt und Wilfried Hammers. Foto: B. Oprée

Herzogenrath. Die stets positive Resonanz gibt den kreativen Akteuren des Soziokulturellen Zentrums Klösterchen den nötigen Vortrieb, um sich immer wieder etwas Neues einfallen zu lassen.

Eingebunden in die am Sonntag gestartete „Interkulturelle Woche“ wartet das Kulturhaus an der Dahlemer Straße 28 gleich mit zwei Veranstaltungen auf: „Sing mit“ lautet die Aufforderung am Freitag, 30. September (der auch Tag des Flüchtlings ist), ab 20 Uhr bei einem Abend zum Mitsingen, Zuhören und Genießen, zu dem Musikpädagoge Hans Brandt einlädt.

Mit dabei sind die Chöre „Shalom“ aus Aachen und „Aftereight“ aus dem Klösterchen. Dazu noch weitere musikalische Gäste: Silvia Szymanski (Gesang, Gitarre), Fritz Knizia (Kontrabass), Roland Kramer (Saxophon), Gregori Rahpoporth (Violine) und Peter Hilgers (Cello).

Der Eintritt beträgt 10 Euro. Der Erlös des Abends wird ausschließlich für die rege Flüchtlingsarbeit im Klösterchen verwendet, da alle Künstler auf Gagen verzichten, wie Hans Brandt betont.

Seit einiger Zeit schon widmet sich Brandt selbst jungen Flüchtlingen, denen er die Möglichkeit gibt, Instrumente zu spielen und sich musikalisch einzubringen. „Das Fernziel ist eine Band“, sagt er.

Doch dazu muss sich noch einiges tun in Sachen Bleibeperspektive der jungen Leute.

Am Montag, 3. Oktober, öffnet sich wieder das „Weltkulturfenster“, vor gut anderthalb Jahren zur „Inkulturation“ im Klösterchen ins Leben gerufen. Von 14 bis 18 Uhr wird dort in Kooperation mit dem ökumenischen Arbeitskreis „Hand in Hand“ die „Bunte Republik“ proklamiert. Bewusst am Tag der Deutschen Einheit, der bei den Klösterchen-Akteuren zum „Tag der Deutschen Vielfalt“ mutiert. „Das Haus hat sich durch das Weltkulturfenster und seine vielen Gäste mit ihren verschiedenen Kulturen verändert“, sagt Wilfried Hammers.

Gemälde aus Körperkonturen

Eine künstlerische Aktion soll dem Ausdruck verleihen: mit Fotos der neuen Besucher, die an der Hausmauer befestigt werden. Unter Anleitung von Kunsttherapeutin und Mosaikkünstlerin Kerstin Thelen, die sich mit ihrem Atelier im Januar im Klösterchen ansiedeln wird, steht auch die zweite Kunstaktion des Tages: ein Straßengemälde, das sich aus Körperkonturen der Gäste zusammensetzt, die mit bunter Kreide individuell gestaltet werden können.

Das entsprechende Teilstück der Dahlemer Straße wird zu diesem Zweck abgesperrt, das Klösterchen und natürlich auch der hintere Teil der Straße bleiben über die Freiburger Straße anfahrbar.

Als Impuls zeigen die Akteure um 14.30 Uhr einen Kurzfilm zur Deutschen Einheit und ab 15 Uhr das ergreifende Video „Ich habe einen Traum“ von Konstantin Wecker, der sich unter anderem mit diesem Song im Sinne einer offenen Willkommenskultur positioniert hat. Im Haus gibt es eine Bilderausstellung der jungen Künstlerin Parisa Lotfi, die aus dem Iran geflüchtet ist, wo sie studiert und dann eine Firma für Werbegrafik betrieben hat.

Was sich die Einlader wünschen: dass auch viele Deutsche das interkulturelle Angebot im Haus annehmen. „Die Verantwortlichen im Klösterchen hoffen sehr, auch durch das integrative Alltagsprogramm einen wertvollen Beitrag zum guten Miteinander in Herzogenrath – auch gemäß dem 20-jährigen Jubiläumsmotto des Kulturhauses „WachTräumer“ leisten zu können“, sagt Hammers.

Die nächsten Pläne: das Engagement von zwei „interkulturellen Lotsen“ im Zuge des bei der Bundesagentur für Arbeit neu aufgelegten Arbeitsmarktprogramms „Flüchtlingsintegrationsmaßnahmen“ (FIM), das Arbeitsgelegenheiten bei Kommunen sowie staatlichen oder gemeinnützigen Trägern schafft und durch Bundesmittel finanziert wird.

Die Lotsen sollen Schlüsselfunktionen übernehmen, um den Kontakt zu Flüchtlingen vor Ort zu verstetigen – unter anderem auch zum Aufbau eines „Atelier Empowerment“ (Befähigung/Ermächtigung) im Kulturhaus, in dem die Menschen selbst aktiv werden können.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert