Einbruch: Komplettes Modesortiment ausgeräumt

Von: Beatrix Oprée
Letzte Aktualisierung:
Ina Moda
Fand nur noch Restbestände vor: Ina Hauswirth, Inhaberin von Ina Moda, wurde Opfer von Einbrechern. Foto: Oprée

Herzogenrath. Bei Geschäftsleuten in Herzogenrath-Mitte herrscht Alarmstimmung. Einbrüche, Ladendiebstähle, Sachbeschädigung. Von einer „rechtsfreien Zone“ spricht gar Volker Saurenbach, Inhaber eines Geschäftshauses an der Kleikstraße, dessen Ladenlokal wieder einmal von Langfingern heimgesucht worden ist.

Doch auch Einzelhändler an der Apolloniastraße haben in den vergangenen Wochen bittere Erfahrungen machen müssen. Ina Hauswirth  (47) etwa, Inhaberin eines Modeladens. Die Diebe kamen in der Nacht zu Pfingstmontag, brachen die Eingangstür auf und entwendeten 90 Prozent des Warenbestands – Kleider, Schals, Handtaschen, Schuhe. Schaufenster, Regale und Lager räumten sie leer. Auch die Kasse war weg.

Bargeld aus Tresor entwendet

Nur wenige Tage später brachen Unbekannte in der benachbarten Apotheke ein. An der Rückseite zur  Ladestraße hebelten sie die Rolladen auf und knackten den Tresor. Auf Bargeld hatten sie es abgesehen. „Das waren Profis“, sagt der Inhaber, der seine Immobilie nun aufgerüstet hat.

Zwei verdächtige Typen suchten   dieser Tage Michael Kerres (45) in seinem Metallbau-Betrieb an der Dammstraße auf: „Sie gaben an, ein Theaterstück vorzubereiten und wollten von mir eine Pistole nachgebaut haben. Als ich sie in ein Geschäft für Karnevalszubehör verwiesen habe, verschwanden sie.“

Ein Angestellter beobachtete später, wie das Duo mit einer weiteren Person die Lage peilte, in die Werkstatt schaute, Fotos machte und Angaben per Handy weiterzugeben schien. Als sie merkten, dass sie beobachtet wurden, gingen sie in Deckung. Auf Metallklau hatten sie es offenbar abgesehen. „Wir haben am selben Tag noch alle Türen gesichert“, sagt Kerres und zeigt auf ein eingeschlagenes Fenster: „Einen Einbruchsversuch hat es schon gegeben.“ 

Weniger gut weggekommen ist Dorothea Feddeck (62). Knapp eineinhalb Jahre ist es her, als die Wirtin des „Kommödchen“ an der Kleikstraße in der Nacht wie gewohnt durch den Innenhof in die an der Ladestraße gelegenen Garage ging, um nach Hause zu fahren. „Ich bin aus dem laufenden Wagen ausgestiegen, um das Tor zu schließen, da stürmte jemand auf mich zu.“

Der Unbekannte schubste sie zu Boden und klappte das Garagentor zu. Dorothea Feddeck rappelte sich auf und drückte von innen dagegen. „Aber offenbar wurde das Tor zugehalten.“ So lief sie durch den  Innenhof zurück in die Gaststätte. „Zum Glück habe ich deren Schlüssel immer in der Hosentasche.“ Sie alarmierte die Aufsicht in der benachbarten Spielhalle und rief die Polizei. Der Täter verschwand indes mit dem Wagen samt Handtasche – Hausschlüssel, Papiere, Geld – alles weg.

Im Schreibwarenladen an der Kleikstraße hängen Ausdrucke von  Aufnahmen der dortigen Videokamera. Ladendiebe, in flagranti aufgenommen, sind hier zu sehen. Einige Male ist auch hier eingebrochen worden, Schnaps und Zigaretten waren die Beute.

Mit brachialer Gewalt haben Diebe zudem bereits mehrfach die Parfümerie an der Kleikstraße heimgesucht, offenbar im Zuge einer Serie in der ganzen Region. 

„Wir haben ein Scheißgefühl, vor allem wenn wir abends und nachts durch den unübersichtlichen Bereich Ladestraße gehen“, sagt Volker Saurenbach, der seine Immobilie mit drei Videokameras ausgestattet hat und zudem einen Zaun um den Hof errichten ließ. Abgesichert mit einer kräftigen Leitplanke. Er sei es leid gewesen, dass Lastwagen beim Wenden regelmäßig die Kurve nicht kriegten.

Ungut fühlt sich auch Linda Heep von der Konditorei an der Kleikstraße. Ihre Arbeitszeiten beginnen in aller Frühe, dann seien aber oft noch Betrunkene unterwegs. „Auch im Bereich  Bahnhof stehen immer seltsame Gestalten. Wenn unsere Azubis mit dem Zug ankommen, müssen sie sich blöde Sprüche anhören.“ Kürzlich habe jemand mit einem Luftgewehr herum geschossen und auch in ihrem Schaufenster  Schäden hinterlassen.  Nach Einbrüchen vor Jahren hat der Familienbetrieb sein Gebäude längst mit einer

Alarmanlage sichern lassen.

Alles, was für Diebe interessant wäre, hat Gastwirt Rudi Deutschmann (72) schon lange aus seinem Restaurant entfernt: Flipper, Geldautomat, Fernseher. Mehr Kontrolle durchs Ordnungsamt wünscht er sich, auch, damit Mofas und rücksichtslose Autofahrer nicht mehr durch die Fußgängerzone brausen.

Wolfgang Vorpeil, Vorstand des Gewerbevereins Herzogenrath und Inhaber eines Lederwarengeschäfts an der Apolloniastraße, fasst zusammen, was die Anwohner bewegt – und lehnt sich dabei an einen Antrag der FDP an: „Wir brauchen mehr Polizeipräsenz. Viel wäre da schon mit dem Umzug der Polizeistation nach Herzogenrath-Mitte erreicht.“

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