Einblicke in Mappen und Skizzenbücher von Professor Ludwig Schaffrath

Von: Beatrix Oprée
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Das Atelier von Ludwig Schaffr
Das Atelier von Ludwig Schaffrath soll erhalten bleiben: Hinter des Meisters Schreibtisch stehen (v.l.) Kulturamtsleiterin Marion Wingen, Franz-Josef Kochs, Renate Rinkens, Ursula Schaffrath-Busch, Dr. Wolfgang Becker und Manfred Aretz vom Sponsor Sparkasse. Foto: Beatrix Oprée

Alsdorf. In seinem Besprechungszimmer mit der schwarzen Bauhaus-Ledergarnitur hat sich nichts verändert: Seine Bücher stehen noch wohlsortiert im Regal - Walser, Borchert, Lenz, Böll -, davor Zinnbecher, Kerzen, eine Glasschale mit Krimskrams, eingerollte Zeichnungen, eine Tisch-Staffelei.

Jeden Moment, so scheint es, könnte er durch die Tür treten. Doch Professor Ludwig Schaffrath ist seit einem Jahr tot. Und die Spuren seines Lebens sind natürlich wesentlich gewaltiger als die Erinnerungen, die ein Wohnraum fassen kann.

Das Erbe bewahren

Renate Rinkens, Vorstandsmitglied des Alsdorfer Kunstvereins, hat das prägnante Künstlerhaus in Ofden gekauft. „Eigentlich wollte ich ja nur ein zweites seiner Fenster erwerben ...”, erzählt sie. Doch dem verabredeten Besprechungstermin mit dem Künstler kam der Tod zuvor. Nun ist es ihr zusammen mit der Erbin, Schaffraths ältester Tochter Ursula Schaffrath-Busch, ein Anliegen, das Erbe des weltweit renommierten Glasmalers, des großen Sohns und Ehrenbürgers der ehemaligen Bergbaustadt Alsdorf, zu bewahren.

Während der zum Schluss 30 Fenster umfassende „Schwanengesang” auf Verfügung des Meisters als Dauerleihgabe an die Stadt Alsdorf gehen soll (und dort auch eine Verpflichtung mit sich bringt), muss für die restlichen Werke ausreichend Raum entstehen, um sie fachgerecht zu lagern und regelmäßig der Öffentlichkeit zugänglich machen zu können. Ein zu gründender Förderverein oder eine gemeinnützige Unternehmensgesellschaft soll dem Zwecke dienlich sein. „Noch immer klopfen Schüler an und möchten wissen, was aus dem Nachlass wird”, berichtet Ursula Schaffrath-Busch.

„Im Interesse der Kunstgeschichte”, wünscht sich Professor Dr. Wolfgang Becker, früherer Direktor des Aachener Ludwigforums, auch eine Katalogisierung der Schaffrath-Werke.

Doch zunächst richtet sich die Aufmerksamkeit auf den ersten Todestag des Meisters am 6. Februar. Mit der ersten Retrospektive in der Paul-Gerhardt-Kirche möchten Kunstverein, Stadt Alsdorf, die Stadthalle, die Alsdorfer Publizistin und Designerin Marina Brants sowie die Sparkasse Aachen das große Werk würdigen. Bewusster Schwerpunkt: Gemälde und Zeichnungen.

Denn neben den Arbeiten in Glas und Mosaik hat Schaffrath sich mit Passion auch der Malerei auf Papier gewidmet. Und auch jede seiner Fenstergestaltungen vorausgehende Skizze stellt bereits ein Kunstwerk für sich dar.

„Wir sind selbst gespannt auf die Wirkung der hohen schlanken Fenster und Skizzen im dem Kirchenraum”, sagt Ursula Schaffrath-Busch. Als interessanten Aspekt wertet Marina Brants zudem, dass es in der evangelischen Kirche in Ofden (bisher) keine Schaffrath-Fenster gibt.

Mehr im Netz unter www.ludwigschaffrath.de
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