Einblicke in die Welt nach der Schule

Von: Daniel Gerhards
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Expertenrunde: Am Stand der Ta
Expertenrunde: Am Stand der Tageszeitung, die die Berufsbörse auch in diesem Jahr wieder präsentierte, stellen sich (v.l.) Nadine Schwartz und Timm Borgs, Noch-Azubis im Roda-Rathaus, Bettina Vorwerk, Ausbilderin bei Dalli, Simon Walther vom Software-Haus Inform, Hans-Ulrich Engels, Leiter des Berufskollegs FAW Aachen, Anja Doerenkamp von 3Pagen sowie die Bürgermeister Alfred Sonders und Christoph von den Driesch den Fragen von Redakteurin Beatrix Oprée.

Alsdorf/Herzogenrath. Es gab viel zu sehen, zu hören und auszuprobieren: In der Alsdorfer Stadthalle zeigten wieder über 50 Aussteller, welche Berufe man bei ihnen erlernen kann und was die Unternehmen, Verwaltungen oder Institutionen überhaupt alles so produzieren und anbieten.

Zur nunmehr sechsten gemeinsamen Ausbildungsmesse der Städte Alsdorf und Herzogenrath kamen wieder rund 1500 Schüler aus der Region. Besonders gut besucht waren die Stände der Firmen, die in technischen Bereichen tätig sind. Bei interessanten Versuchsaufbauten konnten die Schüler schon mal löten, bohren, stanzen, hämmern, Seife pressen und oder gar ein Metallstück auf der Drehbank in die richtige Form bringen.

Gute Noten sind Trumpf

Auch wenn es bei Versicherern, Handelsunternehmen, Verwaltungen, Polizei oder Bundeswehr rein physisch weniger produktiv zur Sache ging, konnten die Schüler dort viele nützliche Informationen zu Berufsbildern, Einstiegsvoraussetzungen, Bewerbungsschritten und Arbeitsfeldern bekommen.

Beim Herzogenrather Energieversorger Enwor können gleichermaßen Technikinteressierte wie Schüler, die sich für den kaufmännischen Bereich interessieren, fündig werden. Am Stand des Energie- und Wasserversorgers aus Herzogenrath zeigte Wilhelm Kalteis, Ausbilder und Mitarbeiter der Personalverwaltung, wie von einem dicken Versorgungskabel, wie es in der Straße liegt, die Isolierung entfernt wird, um einen Hausanschluss zu installieren. Das kann natürlich nur, wer das technische Know-how dazu hat. Trotz spannender Aufgaben wie dieser, hat das Unternehmen Probleme, Azubis im technischen Segment zu finden. „Gut qualifizierte Auszubildende zu bekommen, ist für die technischen Berufe relativ schwierig”, sagt Kalteis.

Für die kaufmännische Ausbildung hingegen erreichten das Unternehmen viele Bewerbungen. „Wir würden auch eine Elektronikerin für Betriebstechnik ausbilden, bisher hat sich aber noch keine junge Frau darauf beworben”, sagt Kalteis. Dabei findet Sabrina Irmsch auch technische Fragestellungen sehr spannend. Sie macht zwar eine kaufmännische Ausbildung bei Enwor, musste aber zu Beginn der Lehre mit den Technikern raus und lernen, welche Arbeiten in den Energie- und Wassernetzen so anstehen. „Ich muss später ja auch wissen, in was investiert wird und was wir einkaufen”, sagt sie.

Auch für Alsdorfs Bürgermeister Alfred Sonders ist es beunruhigend, dass immer mehr Firmen Probleme haben, gute Bewerber zu finden. „Ein Fünftel der Schulabgänger hat Schwierigkeiten in den Kernfächern Deutsch, Mathe und Englisch”, legt Sonders unserer Zeitung mögliche Ursachen dar.

Kreislauf durchbrechen

Diese Leute zu einem guten Abschluss zu bringen, sei schwierig, erklärt Sonders. Denn oft beherrschen die Schüler die deutsche Sprache nicht. Dann sacken die Noten ab, weil sie den Stoff nicht verstehen. Das verringert die Motivation, und am Ende stehen die jungen Leute ohne Abschluss da. Sonders: „Diesen Kreislauf müssen wir durchbrechen. Wir müssen uns jetzt doppelt anstrengen, damit wir die Leute nicht langfristig im sozialen Sicherungssystem haben.”

Auf der anderen Seite gebe es auch sehr hoch qualifizierte Jugendliche, weist Herzogenraths Bürgermeister Christoph von den Driesch auf die Möglichkeit des dualen Studiums in der Region hin. „Das ist zwar recht anstrengend, hat aber auch große Vorteile: Man verdient in dieser Zeit Geld, hat am Ende eine abgeschlossene Ausbildung samt Studienabschluss und wird von den Unternehmen mit Kusshand genommen.” Eine Dependance der FH Aachen ist in Herzogenrath ansässig.
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