Herzogenrath - Einblick in einen Glauben, der für viele fremd ist

Einblick in einen Glauben, der für viele fremd ist

Von: mabie
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Mehr als ein Ort des Gebets: Die Moschee ist auch das kulturelle Zentrum des islamischen Gemeindevereins, erklärt Fehmi Tarasi (3.v.r.) vom Integrationsrat der Stadt Herzogenrath. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Es war eine bunte Mischung von Schuhen, die sich beim Tag der Offenen Moschee vor dem Eingang des Hauses am Boscheler Berg versammelte. Sie warteten aber nicht nur fein gepaart auf die Rückkehr ihrer Besitzer, sondern zeigten auch die Vielfalt der Interessierten beim Tag der Offenen Moschee in Merkstein.

Fehmi Tarasi vom Integrationsrat der Stadt Herzogenrath übernahm gerne die Führung durch Bau und Geschichte des islamischen Gemeindevereins.

Ehemalige Kerzenfabrik

Das derzeitige Gebäude wurde erst 2001 fertiggestellt. „Davor stand hier eine alte Kerzenfabrik, deren Halle wir über zehn Jahre lang als Moschee genutzt haben“, erzählte Tarasi. Klar war aber, dass das Provisorium bald einem kompletten Neubau weichen sollte.

Nachdem die Mitglieder gut 870.000 Euro aus eigener Tasche investiert hatten, war das Gemeindezentrum nach zweijähriger Bauzeit mit der neuen Moschee komplett. „Das waren wirklich schwere Zeiten“, so Tarasi, aber auch die am Bau beteiligten Firmen gaben durch Verzicht auf einen Teil der Rechnungsbeträge etwas zur Ausgestaltung dazu.

Wer sich auf leisen Socken und den ausgelegten Teppichen in das Innere bewegt, landet zunächst in einem Vorraum. Hier gibt es natürlich auch viele Fächer für die Schuhe sowie Nebenräume und in den Obergeschossen auch die Koranschule mit Tafeln und Lehrtischen.

Die Moschee selbst ist mit einem mittigen Platz versehen, der nach Kaaba zeigt. Plätze für Gebetshelfer, eine Kanzel für die Freitags- und Festtagsgebete, sowie Stühle für Gemeindemitglieder, die gehandicapt sind, gibt es ebenfalls.

Fünf tägliche Gebete

Fünf Mal täglich wird hier gebetet, die Frauen finden dabei auf einer eigens eingerichteten Empore Platz. Neben dem Gebet ist die Moschee auch das kulturelle Zentrum des islamischen Gemeindevereins. Der zählt derzeit 170 Mitglieder, der Vorbeter kommt alle fünf Jahre neu aus der Türkei und wird auch vom türkischen Staat finanziert. „Sonst wäre das nicht zu schaffen“, unterstreicht Fehmi Tarasi, „denn es ist sowieso schwierig, neue Mitglieder zu gewinnen“.

Dennoch passt das Zusammenleben hier: Da wird Fußball gespielt, da werden auch die Gäste in einem Nebengebäude bewirtet, die nicht nur zum Tag der Offenen Moschee süßen Tee, Gebäck und türkische Spezialitäten genießen dürfen. „Wir sind immer friedlich und immer kontaktfreudig“, so Fehmi Tarasi, „wir freuen uns auch, wenn jemand einmal vorbeikommt, um uns zu besuchen oder sich zu informieren.“

Aber – und das gehört zum Verhaltenskodex nun einmal dazu – müssen die Schuhe vor Betreten der Moschee erstmal ausgezogen werden.

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