Ein wichtiges Stück vom Förderkuchen

Von: Karl Stüber
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Ein bedeutungsvoller Schnitt wird vollzogen: (v.l.) Landtagsabgeordnete Eva-Maria Voigt-Küppers, Städteregionsrat Helmut Etschenberg, Städtebauminister Harry Voigtsberger, Regierungspräsidentin Gisela Walsken und Bürgermeister Alfred Sonders beim Verteilen des Förderkuchens. Foto: Wolfgang Sevenich

Alsdorf. Gisela Walsken macht kurzen Prozess in Alsdorf. Es sei ja das Wichtigste bereits gesagt und außerdem recht kalt, sagt die Kölner Regierungspräsidentin zur Erleichterung der fröstelnden Festgesellschaft. Deshalb kürze sie jetzt die Prozedur ab, verzichte auf eine lange Rede und komme direkt zur Sache.

Bitteschön und herzlichen Glückwunsch, hier ist das entscheidende Schreiben. Jetzt gelte es, nach vorne zu schauen.

Ein Moment der Genugtuung, vielleicht auch des Triumphs: Bürgermeister Alfred Sonders zeigt am Samstagnachmittag stolz dem applaudierenden Publikum in der Kraftzentrale an der Carl-von-Ossietzky-Straße den Förderbescheid, der den Projektstart „Kultur- und Bildungszentrum Alsdorf” (Kubiz) markiert.

Die gut aufgelegte und temperamentvolle Regierungspräsidentin Walsken verlangt für den Erhalt des gut drei Millionen Euro wertvollen Papiers Sonders Empfangsbestätigung noch auf der Bühne. Ordnung muss sein! Harry Voigtsberger, Landesminister für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr, gratuliert lächelnd. Auch Städteregionsrat Helmut Etschenberg ist gut drauf. Und die beiden Schulgemeinden von Realschule und Gymnasium feiern mit.

Das ist nachvollziehbar: Nach langen Jahren des Hin und Her sowie Auf und Ab für das Projekt Schulneubau ist der Formelkompromiss zur notwendigen Förderung gefunden. Nachdem bereits der Boden im Bereich der Kraftzentrale vorzeitig für das Bauprojekt aufbereitet werden durfte, markiert jetzt das Fördergeld zum „nutzungsneutralen” Herrichten der Kraftzentrale und zum Umbau der Luisenpassage, um die Träger für die notwendigen Alsdorfer Bildungs-, Beratungs-, und Begleitungs-Angebote (ABBBA) im Zuge des Vorhabens „Soziale Stadt” aufzunehmen, einen weiteren wichtigen Schritt.

Der große Förderbescheid für das Kultur- und Bildungszentrum dürfte noch bis in die zweite Jahreshälfte 2012 auf sich warten lassen, dennoch gilt der Projektstart jetzt als entscheidender Durchbruch. Dabei wird die Kraftzentrale zum Treffpunkt für alle Alsdorfer, vor allem aus dem „Soziale-Stadt-Quartier”.

Hier sollen eine multifunktionale Veranstaltungsstätte, die Jugendkunstschule „Aber Hallo” und eine Mensa, die nicht nur von Schülern, sondern von allen anderen Alsdorfern genutzt werden kann, untergebracht werden. „Einmal tief durchatmen. Wir haben es tatsächlich geschafft”, sagt Bürgermeister Sonders. „Nun wird aus Alsdorf die Familienstadt mit tollen Bildungs-, Wohn- und Freizeitangeboten.”

Weit über 30 Millionen Euro werden in den nächsten Jahren investiert. Und das häppchenweise. Zur Freude vieler Schüler der Realschule und des Gymnasiums wird das schon mal im Kleinen geprobt, durch Anschneiden eines leckeren Förderkuchens. Das übernimmt natürlich Regierungspräsidentin Walsken. Einmal in Geberlaune, geht das Verteilen der Stücke schnell von der Hand. Die Kinder haben sich die Stärkung redlich verdient. So zeigten zuvor die Musikgruppe des Gymnasiums und der Schülerchor der Realschule ihr Können.

Auch Erwachsene erwerben sich das Anrecht auf ein Stück vom Kuchen. Landesminister Voigstberger sagt, das Projekt zeige den richtigen Weg, „wie Bildungspolitik, Kulturpolitik und Stadtentwicklung gemeinsam einen Standort nach vorne bringen können”. Das Anna-Gelände habe die Wandlung von der Problemfläche zur Potenzialfläche schon sehr deutlich vollzogen. Die nun zu errichtende Schule „bekommt eine neue Aufgabe als Stadtteilzentrum sowie außerschulischer Lernort”, sei nur wenige Meter entfernt und komplettiere somit das neue Zentrum Alsdorfs.

Das sieht Bürgermeister Sonders auch so. Das Kultur- und Bildungszentrum bilde mit dem Projekt ABBBA in der Luisenpassage eine Einheit, „um das Quartier der Sozialen Stadt - es ist der gesamte Bereich des Stadtteils Alsdorf-Mitte - in den nächsten Jahren von seinen Schwächen zu befreien und hin zu einem starken Stadtzentrum zu führen, an dem es Alsdorf immer gefehlt hat”. Schon jetzt habe sich die Stadt gewandelt, sei „Alsdorfs Mitte schön geworden”. Man müsse feststellen, „dass Alsdorf wahrlich zu blühen beginnt”.

Naja, der Weg zur „blühenden Landschaft” dürfte noch weit sein.
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