Würselen - Ein Visionär ist im Alter von 89 Jahren von uns gegangen

Ein Visionär ist im Alter von 89 Jahren von uns gegangen

Von: vm
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Würselen. Am vergangenen Mittwochmorgen ist Dipl.-Ing. Peter Friedrich, ehemaliger Inhaber der Firma Neuefeind in Würselen, im Alter von 89 Jahren im Kreise seiner Familie gestorben. Das private und berufliche Umfeld reagierte mit großer Bestürzung auf die Nachricht von seinem plötzlichen Tod.

Friedrich hatte das Würselener Unternehmen bereits im Jahr 1953 von seinem Schwiegervater, Dipl.-Ing. Gerhard Neuefeind, übernommen. Damals war er noch Student. Grund dafür war der gesundheitliche Zustand des Firmengründers. In den darauffolgenden Jahrzehnten sollte Friedrich die Firma zu der Größe bringen, die sie noch heute hat (siehe Infobox).

Ein Visionär sei er gewesen, heißt es aus seinem Umfeld. „Die Nachricht von seinem Tod hat uns alle tief getroffen“, teilen Geschäftsleitung, Betriebsrat und Belegschaft mit.

Die Firma Neuefeind GmbH zähle zu den großen Arbeitgebern und Ausbildungsbetrieben Würselens und habe sich weit über die Stadtgrenzen hinaus einen Namen gemacht hat, so Bürgermeister Arno Nelles in einer ersten Reaktion. „Peter Friedrich hat den modernen Familienbetrieb maßgeblich geprägt. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Firma Neuefeind.“

In Walhausen im Hunsrück geboren, machte Peter Friedrich als Jahrgangsbester von ganz Rheinland-Pfalz sein Abitur in Simmern. Danach absolvierte er in Köln eine Lehre zum Elektriker, bevor er in Aachen das Studium der Elektrotechnik aufnahm. Aber dabei sollte es nicht lange bleiben. Denn in einer Studentenverbindung sollte er die für ihn schicksalshafte Begegnung mit Gerhard Neuefeind machen.

Dieser riet ihm, statt Elektroechnik in das Fach Maschinenbau zu wechseln. Peter Friedrich befolgte diesen Rat. „Und wie es der Zufall will, hatte Gerhard Neuefeind eine junge, hübsche Tochter“, erzählte der älteste Sohn des Verstorbenen, Lothar Friedrich, am Donnerstag unserer Zeitung, nämlich Irmgard Neuefeind.

Die beiden heirateten und haben drei Kinder. Lothar Friedrich ist seit 1991 Geschäftsführer des Unternehmens, sein jüngerer Bruder Joachim Friedrich hat einen ehemaligen Teil, die damals neugegründete Neuefeind Haustechnik, übernommen.

„Geradlinigkeit, Gerechtigkeit und Güte“, so Lothar Friedrich, hätten seinen Vater ausgezeichnet. Beruflich, wie privat. Und: „Er war mit sich selbst im Reinen“, resümierte der älteste Sohn.

Seine inzwischen zehn Enkelkinder habe er immer unterstützt, wo er nur konnte, habe sich auch im Vereinsleben stark engagiert. In seiner Studentenverbindung war er bis zuletzt für den Bauausschuss zuständig, sowohl in der Aachener Liedertafel als auch im Lions-Club Aachen-Kaiserpfalz hat er sich aktiv eingebracht.

„Mit Peter Friedrich hat der Lions-Club Aachen-Kaiserpfalz nicht nur ein Gründungsmitglied verloren, sondern auch einen unglaublich herzlichen Menschen und guten Freund“, sagte Club-Präsident Günther Kerpen. Friedrich habe sich in seiner über 30-jährigen Mitgliedschaft neben seiner Unternehmertätigkeit immer wieder für sehr für hilfsbedürftige Menschen engagiert, sowohl als mehrfacher Activity-Beauftragter als auch in eigener Initiative. Zuletzt lag ihm insbesondere das Schicksal unbegleiteter jugendlicher Flüchtlinge sehr am Herzen. „Wir alle werden Peter Friedrich sehr vermissen“, schloss Kerpen.

Als Friedrich 1991 in den Ruhestand ging, zog er sich komplett aus dem operativen Geschäft zurück und reiste viel mit seiner Frau. Die vergangenen Monate waren zwar von Krankheit gezeichnet, der Tod kam für die Familie trotzdem überraschend. Noch am vergangenen Wochenende habe er mit seinem Vater über Baupläne und Statik gesprochen, sagte Lothar Friedrich.

Die Trauerfeier ist für den kommenden Dienstag um 11 Uhr in St. Michael Burtscheid angesetzt. Die Urnenbeisetzung am darauffolgenden Freitag auf dem Westfriedhof findet im engsten Familienkreis statt.

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