Ein Urlaub in der Gartenbaukolonie

Von: Stefan Herrmann
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Willkommen im Schrebergarten: (hinten v.l.) Silvana und Lars Kruse sowie Dirk und Gitte Gorski genießen die Idylle genauso wie (vorne v.l.) Tim, Cheyenne, Hund Rico, Kai und Fabienne. Foto: Stefan Herrmann

Herzogenrath. Es ist das Idyll hinterm Maschendrahtzaun. „Bevor ich 2000 bis 3000 Euro in den Türkeiurlaub stecke, bleibe ich lieber hier und stecke einen Teil des Geldes in meinen Garten”, blickt Lars Kruse (34) über sein Reich. Bienen summen umher, kräftig strahlt das Grün der Blätter. Rechts reifen im Gewächshaus Tomaten und Paprikas heran, davor duften die Kräuter im Beet.

Die Holzhütte, die im hinteren Bereich der Parzelle steht, hat er selbst gebaut. Eine wahre Wohlfühloase nur fünf Gehminuten von der Wohnung entfernt.

Seit Anfang 2007 ist der Familienvater Mitglied beim Obst- und Gartenbauverein Merkstein. Für ihn, seine Frau Silvana (28) und die beiden Töchter Fabienne (7) und Cheyenne (3) ist es eine Entscheidung, die sie nicht bereuen.

„Der Gedanke, einen Schrebergarten anzumieten, war schon länger da”, erinnert sich Silvana Kruse. Hauptsächlich wegen der Kinder habe man es schließlich gemacht. Jetzt, im vierten Schrebergarten-Sommer, will keiner mehr weg.

Während andere in die Ferne schweifen, genießen die Kruses den Sommer fast jeden Tag in der Gartenbaukolonie. Für die Kinder ein wahres Abenteuer- und Entdeckerparadies: ein Spielplatz samt Karussell, Plantschbecken und natürlich das Herumstreunen durch die verwinkelten Gässchen.

Playstation und Nintendo? „Haben wir hier nicht”, antwortet Mutter Silvana. Keiner vermisst die Spielkonsolen.

Und während die Kleinen spielen, gerät Papa kräftig ins Schwitzen. Im Frühling und Sommer herrscht Hochsaison in den insgesamt 76 Parzellen des Merksteiner Gartenvereins.

Früher habe er keinen großen grünen Daumen gehabt. Doch nun, sagt Lars Kruse zufrieden, genießt er das Pflanzen und Unkraut jäten. „Ich kann dabei wunderbar abschalten”, findet der Metallverarbeiter hier Entspannung vom Job.

Längst hat Kruse seinen Bekannten Dirk Gorski (37) angesteckt. Der half ihm vor drei Jahren beim Bau der Hütte. Wenige Monate später lag bei den Gorskis ein Mietvertrag über eine eigene Gartenparzelle unterm Weihnachtsbaum.

„Heiligabend 2007 übernahmen wir unseren Garten”, erinnert sich Gorskis Frau Gitte (35) mit einem Schmunzeln an den ungewöhnlichen Start ins Gärtnerleben.

Zusammen mit ihren Söhnen Kai (10) und Tim (6) und ihrem Mann ist Gitte Gorski seitdem Feuer- und Flamme für den Gartenanbau. Denn der gehört beim Obst- und Gartenbauverein Merkstein dazu. „Darauf haben wir schon ein Auge”, sagt der Vorsitzende Peter Servas. Einfach nur Rasenflächen gibt´s hier nicht. Nutzgarten lautet das Zauberwort.

Welche Vorteile das hat, merken die befreundeten Familien. Das Arbeiten im eigenen Garten macht nicht nur Spaß und bietet Erholung vom stressigen Arbeitsalltag, es schont auch noch den Geldbeutel.

Auf den Tisch kommt, was das Beet gerade her gibt. „Und wir wissen hier auch: Da ist nichts Gespritztes”, ergänzt Silvana Kruse. Schmecken tut das eigens gepflanzte Gemüse eh um Längen besser als die Supermarktware „frisch” aus dem Gewächshaus.

Urlaub erleben die Gorskis und Kruses jeden Tag. Im Schrebergarten hat mit den jungen Familien längst der Generationenwechsel eingesetzt. Die Kleinen spielen miteinander, die Großen genießen die Freizeit im Grünen. Netter Erziehungsnebeneffekt: „Unsere Kinder wissen, wie Obst und Gemüse aussieht und schmeckt”, betont Gitte Gorski.

Aber auch der Grill lief in den vergangenen Wochen bei beiden Familien heiß. Oftmals schmissen die befreundeten Familien die Würstchen gemeinsam aufs Rost. „Als Beilage gab es natürlich immer auch zwei, drei frische Salate aus dem Garten”, legt Silvana Kruse Wert auf gesunde Ernährung.

Und nach dem Hitzemarathon gehe es nun ruhig auch hin und wieder mal ohne Grillfleisch, ergänzt sie. „Stimmt, dann isst man zwischendurch auch mal einen Döner”, schmunzelt Lars Kruse.

Nach getaner Arbeit mit Spitze und Harke verspürt der Gärtner nun mal Hunger...
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