Ein skurriles Quartett mit dunkler Vergangenheit

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Wer hat was zu verbergen? Das „aixpertentheater“ setzt Nestroys Parabel in ein aktuelles Licht.

Herzogenrath. Das „aixperten-theater“, das im Herzogenrather Klösterchen sein Domizil hat, präsentiert seine neue Produktion „Frühere Verhältnisse“ von Johann Nepomuk Nestroy, eine Komödie mit Musik ab 1. März in der Klangbrücke des Alten Kurhauses an der Komphausbadstraße in Aachen.

Wir alle schleppen irgendwelche Verhältnisse aus der Vergangenheit mit uns herum. Selten sind sie so offensichtlich wie in Nestroys Stück und noch seltener finden sie ein so versöhnliches Ende. Beispiele aus jüngster Zeit: Brüderle, Steinbrück, Shavan, Wulff, zu Guttenberg... Vier Personen, jede mit einer scheinbar dunklen Vergangenheit, eben mit einem „früheren Verhältnis“: der neureiche Holzhändler Scheitermann, seine Frau Josephine, Landstreicher Muffl und die Köchin Peppi Amsel, ehemals Schauspielerin.

Alle Vier versuchen, ihre Vergangenheit zu verbergen oder zu verleugnen. Meisterhaft ver- und entknotet der Autor die Situationen und Schicksale. Es erweist sich eben als schwierig, Gras über die Vergangenheit wachsen zu lassen. Dennoch – sonst wäre es ja keine Komödie – geht am Ende alles glücklich aus.

Johann Nepomuk Nestroy (1801-1862) verfasste 83 Stücke, meist Lustspiele und Parodien, und ist der erfolgreichste Vertreter des Wiener Volkstheaters. Er ist ein Sprachkünstler. Wortschöpfungen wie „Mammonpossessunegalitätsapplanierungsexperiment“ für „Diebstahl“ sind unübertrefflich.

Zu allen seinen Stücken gehört auch Musik, sogenannte „Couplets“. Sie sind die Vorläufer und Vorbilder der „Wiener Operette“ und des modernen Musicals. Und auch der nicht aristotelischen Dramaturgie Bertolt Brechts. In der Inszenierung von Georg Immelmann spielen und singen Michael Strack, Astrid Kempen, Rebecca Sohn und Christoph Friedrich. Die musikalische Leitung und die Begleitung am Klavier liegt bei Marie Therese Bihlmayer.

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