Ein rettender Engel für die Unterdrückten

Von: ath
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Appell: Schwester Lilly Francis fühlt sich in ihrem Einsatz für unterdrückte und benachteiligte Menschen eng mit Mutter Theresa verbunden, die wie sie in den Ärmsten der Armen Jesus sah. Foto: Andrea Thomas

Herzogenrath. Im Gedenken an Mutter Theresa, die in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre, hat das Internationale Katholische Missionswerk missio den „Monat der Weltmission” der Arbeit und dem Engagement indischer Ordensschwestern gewidmet.

Eine von ihnen ist Schwester Lilly Francis (61), Leiterin der Frauenkomission der Indischen Bischofskonferenz. Sie war jetzt Gast im Bistum Aachen und beim bistumsweiten Auftakt der Aktion in St. Josef in Herzogenrath-Straß. In sehr eindrücklichen Worten schilderte sie im Rahmen des Gottesdienstes die Situation von Frauen und Mädchen in Indien.

Mitgiftmorde und Gewalt

Sie gelten dort kaum etwas, sind Menschen zweiter Klasse. Häusliche Gewalt, Mitgiftmorde, Frauenhandel und keine oder eine schlechte Schulbildung gehören zu ihrem Alltag. Für sie tritt Schwester Lilly, die dem Orden der Salesianerinnen angehört, ein. Nach einem Studium in Rechtswissenschaften und Sozialarbeit, hat sie als Lehrerin, Sozialarbeiterin und Anwältin gearbeitet.

Ihr Einsatz für unterdrückte und benachteiligte Menschen hat ihr den Namen „Our Little Angel” (unser kleiner Engel) eingebracht. Seit 2004 leitet sie die Frauenkommission der Indischen Bischofskonferenz und hat es geschafft die Männer zu überzeugen, dass Gleichberechtigung keine Sache allein der Frauen, sondern aller Menschen ist.

Erstmals hat sie in diesem Jahr ein Dokument dazu veröffentlicht. „Die Menschheit ist wie ein Vogel, ein Flügel ist weiblich und einer männlich. Nur wenn beide gesund sind und gemeinsam schlagen, kann die Menschheit fliegen.” Das gelte nicht nur für ihr Land, sondern für alle Länder der Erde. „In Indien haben wir noch einen weiten Weg zu gehen, aber man kann etwas bewegen”, ist sie überzeugt. Jesus habe sein Kreuz für alle Menschen getragen.

In Deutschland sei man schon viel weiter. „Es hat mich sehr gefreut, dass im Gottesdienst eine Frau das Evangelium lesen durfte. Das wäre bei uns nicht möglich.” Während ihres Besuchs im Bistum Aachen hat sie Schulen und Frauengruppen besucht, um über alles dieses zu reden. Viel Freundlichkeit und besonders Wertschätzung der Menschen hier nehme sie mit zurück für ihre Arbeit in Indien.

Neben den zum Teil sehr betroffen machenden Informationen aus erster Hand, nahmen die Besucher des Gottesdienstes und des anschließenden Begegnungsfestes zum Auftakt des „Monats der Weltmission” aber auch einen Eindruck indischen Lebens und indischer Kultur mit.

Der von Pfarrer Bobby van den Berg geleitete Gottesdienst wurde mitgestaltet von Dr. A. Ronald Sequeira, Dozent für vergleichende Kulturgeschichte an der Theaterakademie Maastricht, und der Tanzdramagruppe „Nataradsch Natya Sangh”.

Spirituelles Erlebnis

Sie gaben einen lebendigen Einblick, wie in Indien Gottesdienst mit Musik und Tanz gefeiert wird. So waren die Gemeindemitglieder unter anderem aufgefordert, nach vorne zu kommen und nach indischer Sitte das Gesicht und das Herz symbolisch mit dem Licht und der Wärme des Feuers zu bedecken. Ebenso eindrücklich waren die durch Tanz unterstrichenen Gebete.

Auf das spirituelle Erlebnis folgte bei einem Erntedankfest etwas anderer Art im Pfarrheim das kulinarische Erlebnis. Gemeinsam mit indischen Frauen hatte das Team des Vereins „Tellerrand” für alle Gäste indisch gekocht. Die Gemeinde engagiert sich seit langem auch weltkirchlich und arbeitet bei der „Aktion Schutzengel” eng mit missio zusammen, weshalb sie sich freuten, zum Auftakt des „Monats der Weltmission” hier Gast sein zu dürfen, wie Anke Reermann von missio betonte.

Gemeinsam mit Dr. Gregor von Fürstenberg, Vize-Präsident des Internationalen Katholischen Missionswerks missio, und Dr. Manfred Körber, missio-Diözesandirektor, stellte sie die Arbeit von missio in Indien vor. Was die Ordensfrauen hier bewegten, sei beachtlich.

In ganz Indien mit seiner Milliardenbevölkerung gibt es nur 95.000 Ordensschwestern, doch ein Drittel der Schulen und Krankenhäuser werde von der katholischen Kirche unterhalten. Ihre Arbeit soll in den kommenden Wochen bekannter gemacht, dazu um Spenden zu ihrer Unterstützung geworben werden.
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