Ein neues Zuhause für Heimkinder in Merkstein

Von: Elisa Zander
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Der Rohbau steht: An der Bungartzstraße in Merkstein wird seit sechs Monaten gebaut. Der Neubau ist architektonisch angelehnt an das ehemalige Gebäude an gleicher Stelle. Foto: Elisa Zander
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Viele Nachbarn und Gemeindemitglieder feierten das Richtfest. Auch Pfarrer Heiz Intrau freut sich, dass der Bau schnell voranschreitet.

Herzogenrath. Ein gutes halbes Jahr ist es erst her, dass ein Bagger das alte Gebäude an der Bungartzstraße in Merkstein abgerissen hat. Ein Gebäude, das viele Menschen in Merkstein mit Erinnerungen verbinden. Aber man konnte es nicht retten; eine Sanierung wäre unüberschaubar gewesen, und notwendige Standards hätten kaum oder gar nicht umgesetzt werden können. Doch die Melancholie ist beinahe vergessen.

Denn an der Bungartzstraße entsteht ein neues Gebäude, das sehr an den Strukturen des ehemaligen Hauses angelegt ist, „weil es für viele eine feste Institution war“, sagt Rosi Sommer. Die Leiterin des Kinderheims St. Hermann-Josef ist aufgeregt.

Es ist viel passiert in den vergangenen Wochen, erst in den letzten Tagen ist das Dachgerüst entstanden. „Da war ich nicht sicher, ob das tatsächlich alles bis heute fertig wird“, sagt sie lachend. Aber Zimmerer Hermann Kratzenberg ist fertig geworden.

Der Richtkranz hängt, verziert mit bunten Bändern, auf denen Wünsche der Heimkinder stehen. Nette Leute, neue Ideen für Jung und Alt, Spaß und Vertrauen – das erhoffen sich die 27 Kinder und Jugendlichen für ihr neues Zuhause. Nach dem Abriss im April dieses Jahres war sofort die Grube verfüllt und das Fundament gegossen worden.

„Man hat anfangs gar nicht so viel gesehen, weil die Anschlüsse gemacht wurden“, erinnert sich Sommer. Aber dann kam das Erdgeschoss, und das Haus begann in die Höhe zu wachsen.

Geschwisterkinder aufnehmen

Das Kinderheim umfasst bislang drei Gruppen. Durch den Neubau gibt es Platz für eine vierte Gruppe, die künftig neun Kinder aufnehmen kann. „Das gibt uns die Möglichkeit, auch noch einmal Geschwisterkinder aufzunehmen“, erläutert Rosi Sommer. Meist werde nur ein Platz frei, so dass nur ein Kind aufgenommen werden könnte. Dabei wolle man stets versuchen, Geschwister gemeinsam aufzunehmen, statt sie zu trennen.

In dem Neubau ist auch Raum für Jugendzimmer, und im Dachgeschoss wird eine Trainingswohnung eingerichtet – 30 Quadratmeter mit kleiner Küche und Bad –, in der die Jugendlichen das selbstständige Leben austesten und üben können.

Hinzu kommen zwei Therapieräume. „Das ist eine große Errungenschaft, denn viele unserer Kinder brauchen zusätzliche Hilfe und Unterstützung.“ Möglich wird das durch die finanzielle Unterstützung der deutschen Fernsehlotterie. 300.000 Euro fließen von dieser Seite in den Neubau.

Wünsche der Kinder wurden ebenfalls berücksichtigt, etwa die offene Küche. „Wir haben da viele gute Ideen bekommen“, sagt Sommer. Die Kinder beteiligten sich überall und fanden es toll, erzählt die Heimleiterin. „Wir haben da aber auch ganz viel Glück mit den Bauarbeitern, die beantworten jede Frage unserer Kinder. So haben sie das Gefühl, das ist unsere Baustelle und nicht die der Pfarre.“

Während Rosi Sommer die Besucher durch den Rohbau führt und erläutert, wo Kinderzimmer und Bäder entstehen, begrüßt sie auch immer wieder ehemalige Heimbewohner. „Sie sind alle gekommen, weil das ihr Zuhause ist. Sie fühlen sich uns verbunden.“ Auf diese familienähnliche Struktur legen die Mitarbeiter Wert.

Vor dem Winter sollen nun noch das Dach dicht gemacht und die Fenster eingesetzt werden. Dann folgt der Innenausbau. Wenn alles gut läuft, ist im Juni 2014 alles fertig, und neun Kinder bekommen ein neues Zuhause.

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