Ein neues Gesicht für Herzogenraths Stadtzentrum

Von: mabie
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Die ganze Fläche überplanen: Anregungen von Geschäftsmann Wolfgang Vorpeil sollen Anstoß auch für den etwas trostlosen Ferdinand-Schmetz-Platz geben. Foto: Markus Bienwald
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Herzogenrath. Die Planungen für Kohlscheids neues Zentrum sind in aller Munde. „Und was geschieht bei uns?“, fragen sich Geschäftsleute aus der Mitte der Stadt – passend zu unserer Aufforderung, Ideen und Vorstellungen für die eigene Stadt in 2020 einzubringen.

 Eine Aktion der FDP kommt den Gewerbetreibenden im Schatten der Burg Rode Recht: „Unser Gedanke ist, dass sich jeder an der Gestaltung der Mitte Herzogenraths beteiligen soll“, sagt Fraktionschef Björn Bock. So hat die Partei unter www.fdp-herzogenrath.de einen Innenstadtplan zum Download aufgelegt, mit viel Spielraum, um eigene Anregungen einzutragen. Einen solchen Plan nutzte Wolfgang Vorpeil, Einzelhändler an der Apolloniastraße. Als Kenner der Lage in Mitte freut er sich über die Kundenströme des neuen City-Rewe im Zentrum, sieht aber noch viele Baustellen. Kern aller Kritik sind drei Bereiche: zum einen die Freifläche an Kleik-/Bicherouxstraße.

„Wir verschleudern dort Geld“, sagt Geschäftsmann Vorpeil. So sei nicht nur das immer wieder mal erneuerte Transparent, das das baldige Wachsen eines Wohn- und Geschäftszentrums verspricht, ein Ärgernis für viele Herzogenrather. „Dort ließen sich gut wahrnehmbare Werbeplakate aufhängen“, rechnet Wolfgang Vorpeil eine Einnahmequelle für die klamme Stadtkasse vor. Zweiter Angriffspunkt ist das in großen Teilen leere Bockreiter-Zentrum. „Auf der ersten Etage könnte die VHS einziehen. Zudem wäre ein aus dem Rathaus ins Zentrum verlegtes Bürgerbüro, etwa mit Einwohnermeldeamt, denkbar“, ergänzt der Herzogenrather Hans-Peter Krzemien.

Die Polizei könnte in die Mitte geholt werden. Dorthin, wo es rund um den Bahnhof trotz Kaufland und Frauen-Kommunikationszentrum einen möglichen sozialen Brennpunkt gebe. „Wir wollen auch das Sicherheitsgefühl verbessern, wenn die Vorschläge vorliegen“, sagt Björn Bock. Zielpunkt Nummer drei ist das Postareal gegenüber dem Ex-Supermarkt-Gelände. Verkaufsverhandlungen gibt es, doch anscheinend zu wenig Bewegung.

So könne eine Planung mit zusätzlichen Stellflächen, mehr Einzelhandel und einer rund ums alte Supermarkt-Gebäude angesiedelten Gastronomie mit Außenplätzen am Fluss zusätzlich für Attraktivität sorgen. Wolfgang Vorpeils Vorschlag sieht einen Discounter am Parkhaus vor, das alte Postgebäude müsste weichen. „Zudem sollten wir das Erscheinungsbild der Wurm verändern“, sagt David Vorpeil, der als nächste Generation des Familienbetriebs an die Zukunft denkt. „Wir dürfen den Fluss nicht verstecken, jede andere Stadt wäre froh, solch ein Gewässer zu haben.“ Mit Handel statt Wohnraum, der Idee, Letzteren wegen der Nähe zum Campus Aachen für Studenten frei zu machen oder zu bauen, und einer besseren Parkplatz-Situation versteht sich der Vorpeil-Plan als möglichen Schritt zur Neugestaltung Herzogenraths. Denn nicht nur in Kohlscheid oder auf dem Debetz-Gelände in Straß müsse etwas geschehen. Vorpeil: „In der ganzen Stadt muss massiv gehandelt werden.“

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