Ein Naturerlebnis der ganz besonderen Art

Von: Karl Stüber
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Der Barfußpfad auf dem Gnadenhof in Würselen-Euchen, den hier Lina Göttlich und Annika Eipert „unter Aufsicht“ des Leiters der Einrichtung, Peters Küppers (v.r.n.l.) absolvieren, ist auch in den Sommerferien an bestimmten Tagen zugänglich. Foto: Karl Stüber
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Der Barfußpfad auf dem Gnadenhof in Würselen-Euchen, den hier Lina Göttlich und Annika Eipert „unter Aufsicht“ des Leiters der Einrichtung, Peters Küppers (v.r.n.l.) absolvieren, ist auch in den Sommerferien an bestimmten Tagen zugänglich. Foto: Karl Stüber
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Am Wegesrand wachsen unter anderem Weintrauben. Foto: Karl Stüber
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Die Pferde Roy und Kahn genießen das Leben dort. Foto: Karl Stüber
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In der neuen Kapelle verlegen Peter Küppers und Hans-Georg Kay Fliesen. Bald wird das kleine Gotteshaus eingesegnet. Foto: Karl Stüber

Würselen. Auch mit 75 Jahren ist Peter Küppers nicht zu bremsen, wenn es um den Gnadenhof in Euchen geht. Der Leiter der Einrichtung und Ehrenvorsitzende des Tierschutzvereins Arche Euregio Aachen kniet in der neuen Kapelle, die von Ehrenamtlern auf dem weitläufigen Gelände errichtet worden ist – aber nicht um zu beten, sondern um zu arbeiten.

Küppers fliest gemeinsam mit dem Schatzmeister des Vereins, Hans-Georg Kay, den Boden. Zwei Reihen haben sie schon geschafft. Das sieht gut aus, das wird was. Nächste Woche wird ein weiterer Ehrenamtler, von Beruf Dachdecker, die Eindeckung des kleinen Gotteshauses zu Ende bringen.

Die Einweihung der Kapelle beginnt am Samstag, 16. September, um 14 Uhr. Pfarrer Rainer Gattys von St. Sebastian in Würselen hat er hierfür gewonnen, wie Küppers erzählt. Natürlich wird in der Kapelle der heilige Franziskus, Schutzpatron der Tiere, im Mittelpunkt stehen. Dass Papst Franziskus aus Rom anreist, glaubt Küppers nicht, aber vielleicht der Aachener Bischof, sagt er lächelnd. Küppers ist immer für einen kleinen Scherz gut.

Begeistert erzählt er, dass voraussichtlich bald zwei Bundesfreiwilligendienstlerinnen („Bufdis“) ihre Arbeit in der Tierauffang- und schutzstation aufnehmen werden. Eine willkommene Unterstützung der Arbeit der Vereinsmitglieder und ihrer Freunde. „Wir brauchen mehr Ehrenamtler. Sie können frei auf der Anlage arbeiten, bekommen aber keinen Cent dafür“, sagt Küppers. Es geht ja um einen guten Zweck und Geschäfte sind damit nicht zu machen und auch gar nicht gewollt. Rund 100 Tiere leben „auf der Arche“. Dazu gehören Pferde, Schafe, Katzen, Enten und Hühner. Manche stammen aus der Massentierhaltung, andere wurden einfach nicht mehr gewollt.

80 Buchen und Eichen gepflanzt

Hier haben sie Aufnahme und Betreuung gefunden. Das einladende Areal haben aber auch viele andere Tiere angenommen. Die dichte Hecke, die das rund 20.000 Quadratmeter große Gelände umgibt, hat einen ganzen Schwarm von Spatzen angezogen.

In den Sommerferien bleiben natürlich Gruppen aus Kindertagesstätten und Klassen aus Grundschulen aus, die hier ansonsten regelmäßig mit ihren Betreuern bzw. Lehrern die Natur erkunden. Aber in dieser Zeit bleibt die Anlage für Besucher weiter interessant, wie Küppers sagt. Der Gnadenhof kann von freitags bis sonntags im Zeitraum von 15 bis 17 Uhr besucht werden (siehe Info). Dabei lädt der überarbeitete Fußpfad zum Naturerlebnis ein. 80 Buchen und Eichen sind gepflanzt worden. Auch wenn ein paar arg unter der Trockenheit gelitten haben, entwickeln sich die meisten sehr gut. Die Arche „zapft“ für das Grün das öffentliche Wassernetz nicht an. „Wir setzen auf Regenwasser, das wir an vielen Stellen auf dem Gelände sammeln“, sagt Küppers. Damit werden auch Teile des Barfußweges gespeist.

Beeren und Trauben

„Bufdi“ Lina Göttlich aus Alsdorf und Annika Eipert aus Broichweiden, die in den Sommerferien gerne auf dem Gnadenhof arbeitet, machen es vor: Gerne absolvieren sie den Erlebnispfad mit blanken Füßen, durchwaten diverse Wasserbecken, am Grund aufgefüllt mit Sand, Kies und Kieselsteinen, laufen über Gras und Häcksel. Das macht nicht nur Spaß, sondern bringt auch einen ganz speziellen „Zugang“ zur Natur. Lina Göttlich genießt bei aller Arbeit die Freiheit auf dem Gnadenhof. Sie will studieren und – wen wundert es angesichts ihres Freiwilligenjahres auf dem Gnadenhof – Tierärztin werden.

Am Wegesrand gibt es eine ganze Reihe von Beerensträuchern, auch Weintrauben sind zu finden. „Wir haben aber keine Zeit, die Reben zu kultivieren. Die können ruhig die Besucher essen“, sagt Küppers lächelnd auf die Frage, wann denn die ersten Flaschen Wein angeboten werden.

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