Nordkreis - Ein Krankenhaus mit zwei Standorten

Ein Krankenhaus mit zwei Standorten

Von: Nina Krüsmann
Letzte Aktualisierung:
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Visite: Um das Wohl der Patienten sorgen sich 190 Ärzte und 700 Pflegekräfte am MZ, darunter auch die Mitarbeiter der Klinik für Geriatrie und geriatrische Rehabilitation unter der Leitung von Chefarzt Dr. med. Rudolf Harlacher (r.).

Nordkreis. Nur wenige Krankenhäuser in Deutschland können auf eine ähnliche Tradition und Erfolgsgeschichte zurückblicken. 2001 entstand das heutige Medizinische Zentrum (MZ) Städteregion Aachen aus der Fusion des ehemaligen Kreiskrankenhaus Marienhöhe und dem früheren Knappschaftskrankenhaus Bardenberg.

Das MZ der Knappschaft und der Städteregion bietet ärztliche und pflegerische Betreuung auf höchstem Niveau. Das akademische Lehrkrankenhaus der RWTH Aachen hat insgesamt 1500 Beschäftigte, darunter 190 Ärzte und 700 Pflegekräfte, die 24000 stationäre und 36000 ambulante Patienten pro Jahr versorgen. Damit erwirtschaftet das MZ einen Jahresumsatz von 90 Millionen Euro.

Betriebsteil Bardenberg

„Wir sehen uns als ortsnaher Versorger für den Nordkreis und die ganze Städteregion Aachen. Über die klassischen Disziplinen haben wir viele herausragende Spezialitäten”, sagen die beiden MZ-Verwaltungsdirektoren Robert Dahmen und Franz Klein. So hätten beispielsweise das Traumazentrum, die Unfallchirurgie und die Schlaganfallbehandlung überregionale Bedeutung.

Die Geschichte des Betriebsteils Bardenberg reicht zurück in die Zeit des Bergbaus, die den kleinen Ort über Jahrhunderte geprägt hat. Das hohe Unfallrisiko der Bergleute und zahlreiche Unglücke gaben 1840 den Anstoß zur Bildung der Wurmknappschaft und zur Gründung des Knappschaftskrankenhauses Bardenberg 1856. In einem früheren Gasthof entstand die Station mit acht Betten. 1904 wurde das jetzige Krankenhausgebäude eröffnet, das mit seinen 72 Betten für seine Zeit hochmodern ausgestattet war. 1931 kamen eine Frauenabteilung und zwei große Krankensäle für Kinder hinzu.

Modernste Technik

Nach dem Krieg erlebte das Haus eine neue Blütezeit: Ein Verwaltungsgebäude, die Untersuchungsstätte der Aachener Knappschaft und ein Personalhaus entstanden. Die Bettenzahl stieg 1955 auf 623. 1959 wurde das 30 Meter hohe und inzwischen denkmalgeschützte Ambulanzgebäude fertiggestellt. Bereits in den 1920er Jahren wurden eine innere und eine gynäkologische Abteilung eingerichtet. Es folgten ab 1950 die Neurologie, die Orthopädie, die Urologie, die Radiologie und die Anästhesie.

„Bemerkenswert war in den 90er Jahren die frühe Einrichtung einer Schlaganfallstation, der sogenannten Stroke-Unit, im Bereich der Neurologie”, betont Professor Dr. Christoph Kosinski, ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Neurologie. Rund 1200 Schlaganfallpatienten werden pro Jahr auf seiner Station behandelt. „Rechtzeitige Einlieferung, modernste Technik und qualifizierte Behandlung sind elementar entscheidend, um Spätfolgen zu mindern”, betont Kosinski.

Betriebsteil Marienhöhe

Die Ursprünge des Kreiskrankenhauses Marienhöhe entspringen nicht unmittelbar der Bergbaugeschichte, sondern stammen aus Überlegungen, kranken Menschen aus der Umgebung von Würselen, Broichweiden und Haaren medizinische Versorgung zu bieten. Dies führte dazu, dass 1967 das Kreiskrankenhaus Marienhöhe in Betrieb genommen wurde. Mit 420 Betten konnte endlich der Bedarf im nördlichen Kreisgebiet gedeckt werden.

Sofort ins Auge fällt bis heute die klare, geradlinige Funktionalität des siebengeschossigen Bettenhauses und der angeschlossenen OP-, Behandlungs- und Pflegebereiche. Seit der Inbetriebnahme hat Haus eine über die Region hinausweisende Bedeutung durch die Abteilung Orthopädie, Rheumaorthopädie und die erste eigenständige Anästhesieabteilung im Raum Aachen. In den 80er Jahren erfolgte der Ausbau der Unfallchirurgie, dem schloss sich in den 90ern die Geriatrie an. Danach wurde in einem großzügigen Anbau die geriatrische Tagesklinik eingerichtet.

„Veränderungen in der demographischen Entwicklung, der medizinische Fortschritt und begrenzte Ressourcen führten 2001 zur Fusion des Bardenberger Knappschaftskrankenhauses mit dem Kreiskrankenhaus Marienhöhe zum Medizinischen Zentrum Kreis Aachen. Die beiden Betriebsteile sind heute die größte Klinik des Kreises und zugleich ein bedeutender Arbeitgeber. „Es galt, zum Wohle des Patienten gemeinsam Wirtschaftlichkeitspotenziale und Synergieeffekte zu nutzen, die Qualität kontinuierlich zu steigern und innovative Behandlungsmethoden zu nutzen”, betont Klein.

Was Methoden und Geräte betrifft, ist das MZ auf dem neuesten Stand. Weltneuheit ist das OP-Verfahren „SureShot”, welches erstmalig im gesamten Rheinland im MZ zum Einsatz kommt. Dr. med. Markus Graf, Chefarzt der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie am MZ, operiert als Erster im Rheinland damit mit dem innovativen Instrumentarium mit mehr Sicherheit und Präzision Knochenbrüche. Vorteil ist die Senkung der Strahlenbelastung und der OP-Dauer.

Nachwuchs ausbilden

„Sehr wichtig ist uns auch der Nachwuchs. Wir bilden nicht nur 120 Männer und Frauen jährlich in unserer Pflegeschule aus, sondern auch in Verwaltung, Küche und EDV und rekrutieren viele Mitarbeiter aus den Auszubildenden”, betont Klein. „Für uns zählt auch der Servicegedanke. Der momentan von vielen Seiten beklagte Pflegenotstand hat uns noch nicht ereilt, da wir stets Nachwuchs ausbilden”, freut sich MZ-Pflegedirektor Winfried Königs.
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