Ein Klavier-Trio hoch begabter Brüder

Von: jope
Letzte Aktualisierung:
bae_burgkonzert_bu
Roswitha Koltun (l.), die stolze Mutter, moderierte das Konzert: Tobias, Florian und Felix Koltun (v. r.) ziehen die Zuhörer mit ihrem großartigen Spiel stets in ihren Bann. Foto: Joachim Peters

Baesweiler. Ein musikalisch hoch begabtes Kind in der Familie zu haben, ist schön. Zwei davon in den eigenen Reihen zu besitzen, ist schon selten. Ein absoluter Glücksfall ist es aber, gleich drei Söhne zu haben, die sich auf dem klassischen Instrument so zu Hause zu fühlen wie die sprichwörtlichen Fische im Wasser. Der Glücksfall hat in Baesweiler einen Namen: Koltun.

Florian und Tobias Koltun, die beiden studieren in Köln Klavier im 4. bzw. 8. Semester, sowie ihr „kleiner” Bruder Felix - er geht noch im Städtischen Gymnasium Baesweiler zur Schule - treten in den hiesigen Konzertsälen als bestauntes Brüdertrio auf.

Jetzt gab es ein „Heimspiel” in der Burg, veranstaltet von der Musikschule Baesweiler und besucht von einem großen wie sachkundigen Publikum mit Bürgermeister Willi Linkens an der Spitze.

Der „kleinere” Bruder Felix und Tobias eröffneten das Konzert mit zwei anspruchsvollen Sonaten, die nur der bewältigen kann, der rund ein Jahrzehnt ernsthaften Klavierunterricht genossen hat: der Sonate Nr. 1 in f-moll von Ludwig van Beethoven - das Werk des 22-Jährigen Bonner Meisters, seinem Wiener Lehrer Joseph Haydn gewidmet - und der Sonate in Es-Dur von Joseph Haydn selbst.

Virtuos ging es dann beim Walzer aus der Bühnenmusik „Masquerade” des russisch-armenischen Komponisten Aram Chatschaturjam zu, den Felix und Florian Koltun vierhändig interpretierten. Der älteste sowie spielerisch und im künstlerischen Auftreten fortgeschrittensten der drei Koltun-Brüder ist Tobias. Er bot mit Ferruccio Busonis Chaconne d-moll das vielleicht reizvollste Werk des Abends dar.

Es handelte sich um eine romantische Klavierbegleitung des ursprünglich von Johann Sebastian Bach komponierten Werkes. Seinen zweiten stark beachteten Auftritt hatte Tobias Koltun nach der Pause mit der Ungarischen Rhapsodie von Franz Liszt - eine virtuose „Beschreibung” des Pester Karnevals.

Felix Koltun arbeitete beim Scherzo Opus 20 Nr. 1 h-moll von Frédéric Chopin schön die Kontraste dieses Werkes heraus: hier die unruhigen, Gewitter nachzeichnenden Passagen, dort der ruhende Pol einer polnischen Weihnachtsweise. Sehr sensibel interpretierte Florian Koltun die allseits als „Mondscheinsonate” bekannte Sonate Nr. 14 in cis-moll von Ludwig van Beethoven.

Reichlich Beifall

Sehr zur Freude des Publikums gab es Zugaben: Zu dritt, sechshändig und ohne jedes Zeichen von Ermüdung nach einem zweistündigen Konzert wurden sie von den Koltun-Brüdern dargeboten. Als Lohn gab es Riesenbeifall.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert