Ein klares Zeichen für Ausländerfreundlichkeit

Von: Karl Stüber
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Alsdorf. Deutliche Zeichen für „Ausländerfreundlichkeit” will der Integrationsbeirat in Alsdorf setzen. Dies sollen Hinweisschilder in den Eingangsbereichen der Stadt sein. Zur Erarbeitung eines Konzeptes bildete der Integrationsrat einen Arbeitskreis, der mit dem Gremium praktisch identisch ist.

Bei der Entwicklung der Entwürfe und der Ermittlung des Kostenrahmens will die Verwaltung behilflich sein, wie Stephan Spaltner in Vertretung von Bürgermeister Alfred Sonders erklärte: „Wir unterstützen das Ansinnen vorbehaltlos.” Dann soll der Empfehlungsbeschluss des Gremiums an den Rat ergehen, auf dass dieser das Vorhaben „absegnet” und umsetzen lässt.

Dies wird nicht nur von den acht Migranten im Integrationsrat, sondern auch von den vom Rat in diese Einrichtung delegierten Ratsmitgliedern getragen. So stellte Karl-Heinz Robert (SPD) klar, dass seine Partei und seine Fraktion dieses Projekt sogar mit einer Spende unterstützen wollen. Das Projekt solle nicht wie schon vor einigen Jahren wieder in der Schublade verschwinden. Bei der Aufstellung von Schildern dürfe es aber nicht bleiben. „Integration muss auch gelebt werden”, forderte Robert.

Stellvertretender Vorsitzender Zorlu sagte, dass bereits andere Kommunen in der Städteregion entsprechende Schilder an den Ortseingängen aufgestellt haben. „Es ist Zeit, dass wir das auch in Alsdorf tun!”

„Es ist wichtig, dass die rechte Szene in Alsdorf keine Chance mehr hat”, sagte Khadija Offermans (Liste International). Sie betonte: „Wir können das aber nicht alleine machen. Wir brauchen auch die Vereine, die Politik und den Bürgermeister.” Sie verwies auf das Beispiel der Stadt Eschweiler. Deren Verantwortliche ließen an den Ortseingangsschildern den Schriftzug anbringen: „... hat keinen Platz für Rassismus.” (siehe Info)

Seitens der Verwaltung und des Integrationsrates liegen die Argumente für solch ein Zeichen auf der Hand. „Alsdorf ist eine offene Stadt”, lautet das gemeinsame Bekenntnis. Alsdorf habe vor allem mit Blick auf den Bergbau die Zuwanderung über viele Jahrzehnte kennen gelernt und gezielt die Vielfalt der Kulturen in der Belegschaft der Zechenbetriebe mit dem Arbeitgeber EBV gefördert.

Egal mit welchem kulturellen Hintergrund, sei es gewollt gewesen, dass alle Menschen, die hier leben, sich diesem Land und besonders dieser Stadt verbunden fühlen sollten, denn kulturelle Vielfalt bedeute Chance und Bereicherung und sei ein Zugewinn, der uns allerdings auch immer wieder vor neue Herausforderungen aufgrund veränderter Verhältnisse stelle, hieß es im Zusammenhang mit der Sitzung des Integrationsrates. Der kulturellen Vielfalt wolle man mehr Raum geben und zugleich darauf hinwirken, Gemeinsamkeiten - „als Basis für unser friedliches Zusammenleben” - zu stärken.

Grundlage friedlichen Zusammenlebens seien Werte wie demokratische Verfassung, Grundfreiheiten, das Gebot der Toleranz gegenüber anderen Meinungen und religiösen Bekenntnissen sowie die Gleichbehandlung der Menschen, unabhängig von Geschlecht, Rasse oder ethnischer Herkunft, Religion, Weltanschauung, Behinderung und Alter. Bürgerschaft, Kirchen und vor allem Politiker müssten aktiv gegen jede Form von Extremismus, Rassismus und Antisemitismus auftreten - „denn diese Ausschreitungen haben bei uns keinen Platz”, war als Grundlage des Votums des Integrationsrates zu lesen.
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