Ein Job bei der Feuerwehr ist nur für wenige attraktiv

Von: Karl Stüber
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Dringend gebraucht: Hier übten Brandmeisteranwärter im Juli auf dem Gelände des Energeticon in Alsdorf. Foto: Karl Stüber

Herzogenrath. Dass es bei der Feuerwehr brennt, hat nicht immer mit dem „natürlichen“ Einsatzzweck Retten, Löschen, Bergen und Schützen zu tun. Zusätzlich brennt es den Verantwortlichen auf den Nägeln, denn landesweit fehlen derzeit rund 3000 hauptamtliche Feuerwehrmänner und -frauen. Das bekommt auch Herzogenrath zu spüren, die jetzt dem Personalengpass mit der Erhöhung der Ausbildungsplätze begegnen will.

Der Stadtrat beschloss jetzt, vier Brandmeisteranwärter zum 1. April einzustellen, zwei mehr als ursprünglich geplant. Aber Herzogenrath hat generell ein Problem, gute Leute zu bekommen. Bürgermeister Christoph von den Driesch (CDU) brachte es auf den Punkt: „Beamte haben kein Anrecht auf Besoldung, die der Wertigkeit ihrer Arbeit entsprechen.“ Anders ausgedrückt: Wer sich als Feuerwehrmann mit der Einstufung A8 in Herzogenrath bewirbt, bekommt dort weiter seine Bezüge.

Die bereits in Herzogenrath beschäftigten hauptamtlichen Feuerwehrleute mit A7 können jedoch mit Blick auf die klamme Haushaltslage nicht auf A8 angehoben werden. Das lassen die Restriktionen des Paragraphen 82 der Gemeindeordnung zum Thema vorläufige Haushaltsführung nicht zu. Das heißt: Die Stadt hat Schwierigkeiten, ihre Wehrleute zu halten, weil Beförderungen in den Sternen stehen. Derzeit sind in der hauptamtlichen Feuer- und Rettungswache vier Stellen vakant. Zwei weitere Kollegen dort befinden sich in Bewerbungs- bzw. Versetzungsverfahren.

Natürlich hat die Stadt Herzogenrath bei der Kommunalaufsicht versucht, eine Ausnahmegenehmigung zu erhalten, um dem „Bestandspersonal“ finanziell entgegenzukommen. „Die Kommunalaufsicht versteht uns, kann oder will uns aber nicht helfen“, berichtete von den Driesch im Stadtrat. Bei der Ablehnung habe man sich auf eben genannte Restriktionen. „Das ist eine ins Absurde gehende Situation“, zürnte von den Driesch.

Da angesichts der Rahmenbedingungen die Nachbesetzung „auf dem freien Markt“ fast unmöglich ist, bleibt Roda nur der Weg, die Ausbildungskapazität aufzustocken, in der Hoffnung, dass „die Ausbildung eine hohe Identifikation mit der Stadt Herzogenrath schafft. Heißt: Man hofft, dass die Feuerwehrleute nach ihrer Ausbildung nicht abwandern.

In diesem und im nächsten Jahr werden die vier Anwärter Kosten in Höhe von je 80.000 Euro „verursachen“. Dem stehen Einsparungen gegenüber. Durch verschiedene Dienstherrenwechsel bei mindestens dreimonatiger Stellenvakanz in diesem Jahr kommt die Stadtverwaltung hier auf 50.000 eingesparten Euro. Für das nächste Jahr werden etwa durch Ruhestand nebst Vakanz an die 70.000 Euro eingespart.

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