Ein halbes Jahrhundert als Schiedsrichter: Klaus Grau ausgezeichnet

Von: nc
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Möchte Schiedsrichter-Rekord von Franz-Hubert Rüttgers „knacken“: Klaus Grau. Foto: Coopmann

Würselen. Er hat so manchen Spieler sein ganzes Handballer-Leben lang begleitet: Klaus Grau wurde von der DJK Westwacht Weiden mit der Verdienstnadel in Gold für 50-jährige Arbeit als Schiedsrichter geehrt. Sichtlich gerührt nahm er die Auszeichnung vom stellvertretenden Vorsitzenden Manfred Engelhoven entgegen.

Der heute 75-Jährige hat eine Menge zu erzählen. Im September 1965 begann seine Schiedsrichter-Karriere, damals noch beim Feldhandball. Als aktiver Spieler hatte er sich den Knöchel gebrochen und wurde vom damaligen Obmann seines Vereins, dem VfB 08 Aachen, vor die Wahl gestellt: Entweder er macht im Jugendbereich des damals erfolgreichen Vereins weiter, oder er wird „Schiri“. Grau entschied sich für Letzteres. Sein erstes Spiel pfiff er auf dem Königshügel in Aachen.

Stolz ist er, dass er in all den Jahren kein Spiel abbrechen musste. Er habe immer Wert daraufgelegt, dass „alles gerecht abläuft“. Highlights seiner Laufbahn waren die Pfingstturniere des VfB 08, bei denen er einmal sogar 32 Spiele pfiff. Insgesamt, so hat er mit seinem Sohn ausgerechnet, habe er in 50 Jahren rund 2200 Spiele geleitet, eine stattliche Zahl. Zwölf Jahre pfiff er in der Oberliga. Von 1999 bis 2003 war er außerdem Schiedsrichter-Beobachter im Gebiet Mittelrhein.

Aktuell beklagt er den Schwund an Handball-Schiedsrichtern. Als er 1965 anfing, waren im Gebiet Mittelrhein noch 146 Offizielle gemeldet, heute nur noch 78. Die Regeln, die sich in 50 Jahren geändert haben, sieht Grau als deutlich verbessert. Das Spiel sei spannender geworden und es fielen deutlich mehr Tore.

Mit seinen Kollegen im Schiedsrichtergespann habe er nie Probleme gehabt. Mit Josef Strack leitete er über zwölf Jahre gemeinsam die Spiele, mit Hans Klopfstein, dem Entdecker vom „Hexer“ und Rekord-Nationaltorwart Andreas Thiel, sogar 25 Jahre. „Und mit Andreas Thiel hatte ich definitiv die schönste ,dritte Halbzeit‘“, lacht Grau.

Nach einer Knieoperation befindet er sich zurzeit auf dem Weg der Besserung. Sobald möglich möchte er aber wieder pfeifen. „Der Spaß am Sport ist geblieben“, konstatiert Grau. Und sowieso, es gelte es noch einen Rekord zu knacken: Franz-Hubert Rüttgers war im Mittelrhein über 52 Jahre als Schiedsrichter aktiv, mit ihm will Grau zumindest gleichziehen.

Und dann bedankt er sich noch für die Unterstützung durch seine Frau in all den Jahren: „Dieser Verdienst ist eher für sie“, sagt er ganz bescheiden über seine Auszeichnung.

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