Würselen - Ein Goldschmied und Metallbildhauer als glänzender Erzähler

Ein Goldschmied und Metallbildhauer als glänzender Erzähler

Von: Christoph Hahn
Letzte Aktualisierung:
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Unter der Flaschenkuppel: Albert errichtete in den Jahren 1980 bis 1984 dieses Kunstwerk. Fotos (2): Wolfgang Sevenich Foto: Wolfgang Sevenich
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Prima Erzähler: Albert Sous. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. Er ist ein Star, ein Star, ein richtiger Star. Den Goldschmied und Metallbildhauer Albert Sous kennen und schätzen viele Menschen (Frauen ganz besonders) mindestens ebenso wie seine Werke. Und das gilt seit Jahren bis Jahrzehnten weit über die Grenzen der Düvelstadt hinaus.

Darum war der der Pfarrsaal von St. Pius X. in Würselen-Teut richtig knackig voll, als sich der Künstler und Kunsthandwerker im Rahmen der Reihe „Pius am Mittwoch“ zum Gespräch stellte.

Hans Günter Leuchter, der Organisator und Macher der Kulturereignisses im Pfarrheim, erwies sich jedenfalls schon bei seiner kurzen Begrüßungsrede angesichts des prominenten Gastes und des überragenden Publikumszuspruches als hochgestimmt, stellte er doch fest: „Das ist schon das 91. „Pius am Mittwoch“ – und doch ist uns was Neues eingefallen.“

Sous seinerseits hatte sich auf den Abend im Haus an der Ahornstraße mit Manuskript und Notizen gut vorbereitet – doch den Talk vor Publikum hielt der Schöpfer funkelnder, leuchtender Kostbarkeiten in freier Rede. Viele Geschichten hatte Sous für seine Zuhörer vor- und aufbereitet, so den Umzug von Stolberg nach Würselen, seinen Weg zur Ausbildung und die Tatsache, dass er noch in eben jener Zeit einen Karnevalsorden für Prominente kreierte.

Dass ihm 1962 mit dem „Juwel des Jahres“ ein weiterer Erfolg gelang, verschwieg der Mann im Mittelpunkt des Interesses ebenso wenig wie die Tatsache, dass er sich bereits 1956 mit seinem heute nicht minder prominenten Künstlerkollegen, dem Aachener Bonifatius Stirnberg, und dem eigenen Motorroller nach Köln aufmachte, um dort die Etrusker-Ausstellung zu besuchen – und völlig fasziniert war.

Mit Wonne kramte Sous in seinen Erinnerungen und erzählte dabei eine jede Episode so plastisch und so lebendig, als habe sie sich eben erst ereignet.

Dabei geizte der Star des Abends nicht mit pointierten Erinnerungen wie „Man kann nicht sagen, dass die Goldschmiedekunst früher einen höheren Stellenwert gehabt hätte“ und gab immer wieder Einblicke in seine Arbeitsweise: „Ich habe meine Bronzen nie gegossen – ich habe sie immer geschweißt.“ Amüsiert berichtete der kreative Kopf auch von den politischen Querelen um eines seiner wichtigsten Projekte, dem Kugelbrunnen in der Aachener Fußgängerzone Adalbertstraße: „Hinterher wollten alle Politiker dafür gestimmt haben.“

Es war ein quicklebendiger Abend, den sich Sous und seine Freunde im Pfarrheim gönnten. Dass er so farbig war, ist mit das Verdienst von Gabriel Serwas und Hans Werner Staudte. Die beiden Saxofonisten sorgen für einen herrlich swingenden Sound, so dass den Menschen im Saal des Pfarrheims schon daher ganz warm ums Herz wurde.

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