Ein Gläschen auf den 150. Geburtstag der SPD

Von: mas
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Sekt darf da nicht fehlen: Die SPD Baesweiler feiert den 150. Geburtstag: Baesweilers SPD-Parteivorsitzender Dr. Karl-Josef Strank, MdL Eva-Maria Voigt-Küppers, Fraktionsvorsitzende Gabi Bockmühl und weitere Funktionäre der SPD (von links) Foto: Sigi Malinowski

Baesweiler. Die SPD ist stolz: Ein solches Jubiläum feiert man nicht alle Tage. Diesen Stolz trug Baesweilers Parteivorsitzende Dr. Karl-Josef Strank – wie auch seine komplette Mannschaft – gerne nach außen. In der Alten Scheune des „Kulturzentrums Burg Baesweiler“ feierten die Sozialdemokraten den 150. Geburtstag der Partei.

Das mochten sich viele Gäste nicht nehmen lassen, Strank begrüßte unter anderen den früheren Bundestagsabgeordneten und ehemaligen SPD-Unterbezirksvorsitzenden Achim Großmann, die Landtagsabgeordneten Eva-Maria Voigt-Küppers und Hendrik Schmitz (CDU) sowie Baesweilers Bürgermeister Willi Linkens. Viele weitere prominente Gäste schlossen sich an.

Nach Grußworten und dem Eröffnungslied „Gott schütze das Bergwerk“, vorgetragen durch den Knappenchor St. Barbara Alsdorf, unterstrich „Kajo“ Strank, „die Mitglieder der SPD können zu Recht stolz auf ihre Partei sein“.

Vom Beginn im Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein als „erstes soziales Netzwerk“ mit der Betonung des Bildungsgedankens über den stetigen Einsatz für soziale Gerechtigkeit und Solidarität schlug er den Bogen zu ganz konkreten Erfolgen der Sozialdemokraten: die Einführung des Frauenwahlrechts, das klare Nein zum Ermächtigungsgesetz und die versöhnliche Ostpolitik Willy Brandts. „Sozialpolitik ist die gegenwärtige Botschaft, der Markenkern und die Mission der SPD“, betonte Strank.

Zitate von Otto Wels

Baesweilers Bürgermeister Dr. Linkens ging in seiner Rede auf die lokale Geschichte der SPD ein. So hatte er recherchiert, dass erstmals im Jahr 1919 eine Zahlstelle Baesweiler der Partei erwähnt wird. Auch würdigte er die sozialdemokratischen Verdienste im letztlich vergeblichen Kampf gegen die Diktatur der Nationalsozialisten. „Gewiss, die Gegner wollen uns an die Ehre, daran ist kein Zweifel.

Aber dass dieser Versuch der Ehrabschneidung einmal auf die Urheber selbst zurückfallen wird, da es nicht unsere Ehre ist die bei dieser Welttragödie zugrunde geht, das ist unser Glaube bis zum letzten Atemzug“, zitierte er aus der Rede des damaligen Vorsitzenden Otto Wels. Willi Linkens rief dazu auf, die anderen politischen Parteien als Konkurrenten und nicht als Gegner zu betrachten und als Demokraten geschlossen gegen extremistische Strömungen von links oder rechts zu stehen.

Landtagsabgeordnete Eva-Maria Voigt-Küppers zeigte sich sehr emotional als sie bemerkte, „SPD – das ist ein Lebensgefühl“, sagte die Sozialdemokratin. Sie sei stolz auf die lange Geschichte der Partei und darauf, einen Platz darin gefunden zu haben. Man trete nicht nur in die SPD ein, um Werte und Ideale zu vertreten, sondern um Freunde und Weggefährten zu finden.

Festredner Achim Großmann wählte als Schwerpunkt die Anfänge der sozialdemokratischen Bewegung. Die Arbeitsbedingungen des frühen 19. Jahrhunderts im Aachener Raum schilderte der Staatssekretär a. D. in nahezu drastisch anmutenden Bildern: Sieben-Tage-Woche, Kinderarbeit, Hungerlöhne und heute unvorstellbare Wohn- und Hygienebedingungen.

Dazu ein Wahlrecht, das die gering verdienenden Arbeiter faktisch vom demokratischen Prozess ausschloss. „Aus diesen Erfahrungen von Unfreiheit und Ungleichheit wuchs der Wille, etwas zu verändern“, hob Großmann hervor. Er machte deutlich, dass dieses Bestreben von der damaligen Obrigkeit nicht gern gesehen war: „Schikanen waren an der Tagesordnung.“

Die Gesetzesstrukturen, Polizei und Verwaltung, aber auch die Kirchen und die Arbeitgeber erschwerten das Wirken in sozialdemokratischen Vereinen. Auch Haftstrafen für die Mitgliedschaft waren keine Seltenheit. Dennoch, so Großmann, konnten diese Repressalien die Entwicklung der Sozialdemokratie nicht aufhalten.

Mit dem „Steigerlied“ des Knappenchores endete der offizielle Teil der Feier. Ganz zünftig feierten die „Roten“ weiter: mit Currywurst und Popcorn . . .

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