Ein Extra-Termin für Matussek

Von: mabie
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Sprachstarker Erzähler: Journalist und Buchautor Matthias Matussek. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Fachlich fundiert, mit einem bei Journalisten nicht immer zu findenden Blick auf das Religiöse – so ist Matthias Matussek in seiner langjährigen Tätigkeit bekannt. Neben seinem Hauptberuf ist er ein erfolgreicher Buchautor, und für eine Lesung aus seinem jüngsten Werk – „Die Apokalypse nach Richard“ – kam er zu einem eigens eingerichteten Zusatz-Montagsgespräch in das Pfarrzentrum St. Gertrud.

Im Zentrum seines Werkes stehen vor allem Männerfiguren, die in Bezug zur Hauptfigur Richard stehen. Der ist ein älterer Mann, der in jungen Jahren seiner Mutter einst versprochen hatte, Priester zu werden. Erfüllt hat er diese Zusage nie, wohl aber die Ausrichtung seines Lebens nach dem Glauben, selbst jetzt, da er unübersehbar an Parkinson erkrankt ist.

Statt dahinzusiechen, bereitet er mit seiner Frau Waltraud den weihnachtlichen Familienabend vor, als plötzlich die Apokalypse über die Menschheit hineinzubrechen scheint. Richard macht das nichts aus, schließlich hat er nicht nur zu Wundern ein entspanntes Verhältnis. „Von Wundern reden wir, wenn der Verstand verlegen wird“, stellt Matussek in seinem Roman dazu fest. Er las mit tollem Stimmungsrepertoire und wusste die leicht verwickelte Familiengeschichte mit dem Blick auf den Abgrund, an dem die Menschheit zu stehen scheint, mit leichter Hand in Worte zu fassen.

Wenige Gesten reichten aus, um seine plastisch geschilderten Romanvorkommnisse fast irritierend real wirken zu lassen. Den Blick auf das Religiöse, auf den Zustand und das Befinden des Glaubens im Lande, ließ er dabei nie außer Acht. So schilderte er eindringlich, wie Richard von einem Gottesdienst in seiner Stammkirche zurückkehrt, zu dem sich nur fünf Gläubige eingefunden hatten. Und während Matussek las, erzählte er eigentlich drei Geschichten: Die seiner Romanfamilie und ihren Problemen, die von der Welt und den Vorboten der Apokalypse und die von Richard, der sich in einer seltsamen Ruhe auch nicht aus der Bahn werfen lässt, als ein nicht identifiziertes Flugobjekt den halben Wohnblock wegreißt, in dem er wohnt. Dafür erntete der Autor viel Applaus .

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