Würselen - Ein Buch über große und kleine Abschiede

Ein Buch über große und kleine Abschiede

Von: Claudia Heindrichs
Letzte Aktualisierung:
15773567.jpg
Andrang am Tisch: Die Signierstunde nutzte Autorin Christine Westermann auch zum Plausch mit den Gästen.

Würselen. „Auch wenn etwas aufhört, ist es manchmal nicht zu Ende.“ Passende Schlussworte wählte Christine Westermann, nachdem sie im Alten Rathaus ihr sechstes Buch vorgestellt hatte. „Manchmal ist es federleicht“ heißt ihr neues Werk, aus dem sie vor ausverkauftem Saal vortrug.

Es handelt von kleinen und großen Abschieden – was trauriger klingt, als es ist. Die Journalistin, Moderatorin und Autorin, den meisten aus dem TV-Format „Zimmer frei“ bekannt, schaffte es mit ihrer ruhigen und zugleich spannungsvollen Art, das Publikum in ihren Bann zu ziehen. Da wurde ausgelassen gelacht, aber auch innegehalten, und vermutlich hat sich der ein oder andere hier und da gar eine Träne verkniffen.

Doch zum Anfang: Westermann war zuletzt im Dezember 2013 im Alten Rathaus zu Gast und erinnerte: „Die Leiterin des Kulturzentrums, Sigrid Kerinnis, wollte damals einen anderen Start in die Lesung machen, als es anderswo üblich ist. Das fand ich so toll, da haben wir das heute gleich wieder so gemacht.“ So war Westermann zunächst nur zu hören: Kerinnis führte mit ihr hinter der Bühne ein Vorab-Interview, das das gespannt wartende Auditorium auf die kommenden knapp zwei Stunden vorbereitete. „Sehen Sie? Dort haben Sie damals die Tür signiert“, sagte Kerinnis. „Sie sind die Einzige geblieben, die dieses Privileg hatte.“

Wer glaubt, das neue Buch handle nur von Westermanns Abschied von „Zimmer frei“, der irrt. „Ich hatte die Idee zu diesem Buch schon lange davor. Dennoch habe ich gut aufpassen müssen, dass ich diesem Abschnitt nicht zu viel Platz einräume. Ich denke, das ist mir gelungen“, erklärte Westermann während einer der Lese-Pausen, in denen sie Anekdoten zu Kapiteln in ihrem Buch und zu dessen Entstehungsgeschichte erzählte. Und das sie ihrem Vater gewidmet hat. Der Abschied von ihm war ihr erster und wohl auch beschwerlichste.

Und das Publikum ist im Wechselbad der Gefühle. Denn neben wirklichen großen Abschieden vom Leben oder von guten Freunden erfährt man auch von kleinen, federleichten: „Ich bin nicht doof. Ich bin nur anders als andere“, lautete etwa ihr Fazit, nachdem sie sich von dem Gedanken verabschiedet hatte, einen Induktionsherd richtig bedienen zu können. Merke: „Es ist federleicht, sich von Vorsätzen und gesellschaftlichen Erwartungshaltungen zu trennen.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert