Eifelkrimi-Autor Ralf Kramp erhält die „Herzogenrather Handschelle”

Von: Hanna Sturm
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Dieser Preis wird nicht überreicht, sondern angelegt: Justizhauptwachmeister Manfred Maaßen fesselt Krimiautor Ralf Kramp mit der Herzogenrather Handschelle, unterstützt vom „Pro Stadtbücherei”-Vorsitzenden Wolfram Hamann und Stefan Weismann, Präsident des Landgerichts Aachen. Foto: Julian Omonsky

Herzogenrath. Die Eifel ist höchst kriminell - auf jeden Fall in der Literatur. Auf insgesamt 16 Tote kommt Eifelkrimi-Autor Ralf Kramp bei seiner Lesung im Aachener Justizzentrum.

Der Herzogenrather Verein „Pro Stadtbücherei” hatte den Autor aus Hillesheim eingeladen, um ihm für seinen Kurzgeschichtenband „Nacht Zusammen” die durchaus renommierte „Herzogenrather Handschelle” zu verleihen.

„Wir vergeben die Handschelle nach drei Kriterien. Der Autor muss eine spannende Story entwerfen, sie mit literarischer Qualität erzählen und dabei ein Milieu atmosphärisch dicht schildern”, erklärt Wolfram Hamann, der Vorsitzende von „Pro Stadtbücherei”. Besonders bei seinen Kurzgeschichten gelinge Ralf Kramp dies alles auf nur wenigen Seiten, so Hamann. „Seine Kurzgeschichten sind spannend, unterhaltsam und enden immer bitterböse.”

Vielen Besuchern aus Herzogenrath war der Name Ralf Kramp bereits zuvor ein Begriff, schließlich hatte „Pro Stadtbücherei” schon mehrere Veranstaltungen mit dem Eifelkrimi-Autor organisiert. So zeigte sich der Autor nicht nur erfreut über die Auszeichnung, sondern lobte auch den Einsatz der Stadtbücherei und ihres Fördervereins: „Ich finde es großartig, dass eine Bibliothek einen eigenen Literaturpreis vergibt. Ihre Arbeit geht weit darüber hinaus, was Bibliotheken sonst normalerweise tun.”

Nachdem Wolfram Hamann dem Autor seine Auszeichnung weniger überreicht als angelegt hatte, präsentierte Ralf Kramp dem Publikum einige seiner mörderischen Kurzgeschichten und auch Gedichte. „Die Lyrik wird in der Kriminalliteratur geradezu sträflich vernachlässigt”, erklärt der Autor. In seinen Geschichten wird geradezu exzessiv gemordet: Mit Gift oder mit der Motorsäge, vom Staudamm geschubst oder vom Auftragskiller erschossen - gestorben wird immer, nur gehen die sorgsam eingefädelten Mordpläne immer wieder nach hinten los.

All diese Gewalttaten schildert der Autor mit einem rabenschwarzen Humor und mit einem Talent, auch die eigenen Landsleute ein wenig auf die Schippe zu nehmen. Auf welches Strafmaß Ralf Kramp mit seinen 16 Leichen gekommen wäre, hätte er an selber Stelle, aber unter anderen Umständen von ihnen erzählt, wird zwar am Ende nicht aufgeklärt. Aber seine Zuschauer kann er beruhigen: „Krimiautoren sind im normalen Leben ganz harmlos. Die meisten jedenfalls.”
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