Eifelkabarett: Das „Körperdouble” bringt den Amtsinhaber ins Schwitzen

Von: Daniel Gerhards
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Bereit für den Schlagabtausch: Jupp Hammerschmidt (l.) und Hubert vom Venn attackieren sich beim Eifelkabarett heftig. Es blieb allerdings bei der verbalen Auseinandersetzung. Foto: Daniel Gerhards

Herzogenrath. Für einen altgedienten Eifler Bürgermeister gibt es nur eins, das noch schlimmer ist, als sich erneut zur Wahl stellen zu müssen: einen Gegenkandidaten. Wenn der dann noch eine Frau ist... Und genau so eine hetzt Pastor Hubert vom Venn seinem alten Widersacher Jupp Hammerschmidt auf den Hals.

Beim Eifelkabarett „Hedwig kommt mächtig” vor 100 Zuschauern im Merksteiner Streiffelder Hof macht Gegenkandidatin Hedwig Huppertz den eigentlich siegessicheren Bürgermeister Hammerschmidt richtig nervös. Denn Hammerschmidt hat einiges zu verlieren. Schließlich verteidigt er die letzte sozialdemokratische Bastion in der sonst tiefschwarzen Eifel.

Gegenüber Hubert vom Venn gibt er sich allerdings siegessicher: „Die Hedwig ist doch gar keine Konkurrenz. Die ist nicht mal 30 Jahre alt, dafür wiegt die über drei Zentner.” Das aber ist für Pastor vom Venn kein Hindernis, denn auf den frisch gedruckten Plakaten ist ein „Körperdouble” zu sehen. Dass Hedwig alle Qualifikationen für das Amt mitbringt, daran glaubt Pastor Hubert felsenfest: „Was muss ein Bürgermeister denn schon groß können? Nem 90-Jährigen nen Präsentkorb bringen, wenn er 100 wird. Oder mal nen ersten Spatenstich machen.” In diesem Punkt hat Hammerschmidt seiner Gegenkandidatin tatsächlich einiges voraus: „Du bist ja berühmt für deine ersten Spatenstiche. Man nennt dich ja schon Schöppe-Jupp.”

Da fliegen die Fetzen

Hammerschmidt und vom Venn erzählen ihre Sichtweisen der Dinge meist einzeln. Wenn sie auf der Bühne doch mal aufeinandertreffen, fliegen die Fetzen. Allerdings verlaufen die Auseinandersetzungen in mehr oder weniger vorgezeichneten Bahnen. Vom Venn über Hammerschmidt: „Der alte Schwung ist hin. Vor ein paar Jahren wäre er mir noch an den Hals gegangen.”

Die beiden nehmen sich nicht nur gegenseitig aufs Korn. Es bekommen auch alle möglichen anderen Leute ihr Fett weg, besonders die, die nicht aus der Eifel kommen. Ob Angela Merkel, das Beamtentum, die Aachener oder die Düsseldorfer - vor dem bissigen Humor der beiden ist keiner sicher. Zwischendurch singt Jupp Hammerschmidt Lieder über seine Heimat. Nicht schön, aber laut und inbrünstig.

Moderne Technik ist dem traditionsbewussten Eifler höchst suspekt. Hubert vom Venn: „Letztens hab ich einen gesehen, der schmökerte im Zug in seinem Handy-Roman. - Das Papier verliert völlig an Wert. Ich sehe den Tag kommen, an dem wir uns mit dem Handy den Hintern abwischen.”

In die Geschichte um die Bürgermeisterwahl kommt neuer Schwung als Hedwig plötzlich verschwunden ist. Hubert vom Venn vermutet eine Verschwörung mit Entführung, Mord und allem, was dazu gehört. Während der Pastor die Trauerfeier plant, findet Jupp Hammerschmidt heraus, dass Hedwigs Mann sie als Strafe für ihren verschwenderischen Umgang mit der Haushaltskasse mit Spannlack eingepinselt hat, was die Nachwuchspolitikerin bewegungsunfähig machte.

Als der liebenswürdige Hammerschmidt dann noch in die Hand verspricht, Hedwig erst nach der Wahl in Lösungsmittel zu setzen, kann der Bürgermeister in Ruhe seinen Wahlkampf fortsetzen...
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