Herzogenrath - Eifelfachmann Hubert vom Venn gastiert im Streiffelder Hof

Eifelfachmann Hubert vom Venn gastiert im Streiffelder Hof

Von: mas
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So wird ein „Eifelgericht“ gekocht: Hubert vom Venn kochte und ließ dabei kein Auge seiner „Schüler“ trocken. Foto: Sigi Malinowski

Herzogenrath. Vorkenntnisse sind nicht nötig. Man muss ohnehin kein Eifelfachmann sein, um Hubert vom Venn zu verstehen. Eine Lachgarantie gibt’s von vornherein. Und so brachte der Kabarettist im Streiffelder Hof seine Heimat und die „Macken“ der dort lebenden Menschen dem Publikum sehr liebenswert nah.

Einen Abend brauchte der Herr vom Venn, um neue Fans aus dem Nordkreis der Städteregion für die Eifel zu gewinnen. Dazu bediente sich der – traditionsgemäß – in schwarz gekleidete „Hubäät“ ein paar großflächiger Bilder aus dem wildwüchsigen Venn, eines Holzkastens, der einer Mischung von Mikrowelle und Backöfchen ähnlich sah, er positionierte Eier, Speck aus Pappe und Milchkarton auf der Bühne, setzte ein Trommeläffchen aus Blech dazu – und angerichtet war die Koch- und Wissensshow des kauzig-sympathischen Eifelmannes. Der Herzogenrather Verein „Peperoni“ holte den Heimat-Kabarettisten mit seinem neuen Programm „Eifel, Herd und O’Venn“ in den Streiffelder Hof. Dort eröffnete der Künstler, wie sollte es auch anders sein, das zweistündige Programm mit einem Sprachkurs, bezogen auf Eifeler Begrüßungsrituale. Da findet der ungeliebte Nachbar Berücksichtigung, der ja schon „im Dürener Jeckes gewesen ist“. Das hat man unter Nachbarn schon früh gewusst, denn „der hat ja im zweiten Schuljahr schon das Wasser aus dem Schwamm gelutscht“.

Tee für die Leber auf Zimmer 12

Wie „unterscheiden“ Krankenschwestern im Simmerather Kreiskrankenhaus ihre Patienten untereinander? „Schwester Rita, kannst Du der Leber in Zimmer 12 mal einen Tee bringen?“. Hubert vom Venn ist – das lässt er gerne einfließen – sehr begeistert, wie viele Menschen in den Hof gekommen sind, um ihn zu sehen. „Hück is Fußball in der Fernseh, da jibb et keinen Grund hierher zu kommen“, flachst er sein Publikum an. Wie sehr er das mag, kommt noch bei einer weiteren Geste zu Tage. Er schnappt sich eine Kamera und fotografiert seine Gäste. Sehr sympathisch, der „Schwarze“ aus der Eifel, das befinden die Motive. Irgendwann schwadroniert er über den Weltuntergang, „der durch den Laacher See ausgelöst wird“. „Wenn et Buff macht, wird die Eifel einen Kilometer angehoben und wenn man von dort dann runterfällt, knallt man genau auf meine Schwiegermutter“.

Wie man den Tourismus („Fremdenverkehr hört sich viel schöner an“) angeheizt bekommt, weiß Hubert vom Venn selbstverständlich. „Künftig liegt bei uns elf Monate Schnee“. Die Tourismus-Branche sollte sich organisieren empfiehlt er und hat auch für die drei Regionen „Landeshauptstädte“ erkoren. „Ich schlage Prüm, St. Vith und Monschau vor.“ Herrlich schräg wird es, als der Eifelgast „kocht“ und von den Gepflogenheiten erzählt, wie sich Eifeler in Restaurants („Bei denen hängen die Koteletts übe den Tellerrand runter“) verhalten.

Zum Thema Kochen meint er unter anderem: „Kennen Sie das Eifeler Nationalgericht“? Natürlich nicht, denn wer hat schon mal was von Döppekuchen gehört. „Das sind sechs Reibekuchen übereinander und dazwischen wird ne Mettwurst gesteckt.“ Der favorisierte Nachtisch des Eifelers, besteht aus Dosen-Erdbeeren. „Die sehen aus wie überfahrene Kröten“, schnalzt Hubert vom Venn mit der Zunge. Am Schluss teilen Zuschauer und Bühnenstar fleißig Mail-Adressen aus. Die hat Hubert seinen Fans bereitwillig überlassen. Denn, alles was er so kocht und bruzzelt, dürfen die Fans „nachbauen“. Und da wird in den nächsten Wochen mit Sicherheit in Merkstein und Umgebung fleißig „geprutscht“.

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