Herzogenrath - Ehrenbürger Gerd Schwartz wird am 31. Juli 80 Jahre alt

Ehrenbürger Gerd Schwartz wird am 31. Juli 80 Jahre alt

Von: Beatrix Oprée
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Genießt die Sommerzeit in seinem schönen Garten: Herzogenraths ehemaliger Bürgermeister Gerd Schwartz ist den Vereinen und früheren Weggefährten immer noch verbunden. Foto: Beatrix Oprée

Herzogenrath. Trotz starker gesundheitlicher Einschränkungen ist der einst auch aktive Fußballer und Karnevalist – er ist Ehrenpräsident der KG „De Bockrijjer“ – immer noch im Einsatz. Unsere Zeitung traf ihn in seinem gemütlichen Zuhause.

Er ist Ehrenbürger und Ehrenringträger der Stadt Herzogenrath sowie Träger des Bundesverdienstkreuzes. Er war 35 Jahre für die CDU im Stadtrat, unter anderem als stellvertretender Fraktionschef und erster stellvertretender Bürgermeister sowie später erster nebenamtlicher Bürgermeister. Zudem war er 19 Jahre lang Vorsitzender des CDU-Ortsverbands Herzogenrath-Mitte. Und er war Rektor der Grundschule in Mitte, der heutigen Regenbogenschule: Gerd Schwartz wird am Freitag, 31. Juli, 80 Jahre alt.

Als einst sehr aktiver politischer Mensch verfolgen Sie das Tagesgeschehen sicher immer noch. Wie schlägt sich denn die große Koalition in Herzogenrath?

Schwartz: Einen direkten Kontakt in die Fraktion habe ich nicht mehr. Das hat gesundheitliche Gründe, seit einer Schmerztherapie bin ich stark gehbehindert. Aber soweit ich das verfolgt habe, hat die Groko im Moment einen schlechten Ruf. Regieren ist nicht einfach mit den Auswirkungen der fehlenden Jahresabschlüsse und mit Steuererhöhungen aufgrund des Haushaltssicherungskonzepts. Nun muss die Groko alles tun, um die Stadt wieder in geordnete Bahnen zu bringen. Wie ich in der Zeitung gelesen habe, sind die Hoffnungen ja groß, 2016 schon wieder einen genehmigten Haushalt zu haben. Ob das aber gelingen kann …?

Und was sagen sie zu den Schwimmbadplänen?

Schwartz (lacht): Tja, die Finanzen dazu fehlen noch. Solch ein Objekt wird dann auch zu einer neuen Belastung für den Haushaltsplan. Man merkt aber an den Äußerungen der Bürger, dass unbedingt ein neues Bad erwünscht ist. Denn die Halle in Herzogenrath-Mitte ist ja auch nicht mehr auf dem neuesten Stand. Und für das Freibad als Ausweichstandort müssten wir einfach mehr Sonnentage haben.

Wenn auch nicht mehr auf dem politischen Parkett, engagiert sich der Pensionär Gerd Schwartz aber immer noch öffentlichkeitswirksam …

Schwartz: Meine Haupttätigkeit ist weiterhin, meine Frau Käthe bei ihrem Einsatz für die Rumänienhilfe zu unterstützen. Anpacken, schwer heben und Ähnliches kann ich aus gesundheitlichen Gründen zwar nicht mehr. Aber ich erledige immer noch alle schriftlichen Arbeiten. Und ich begleite meine Frau, wenn Sachspenden abgeholt werden müssen, etwa bei älteren Menschen, die kein Auto mehr haben.

Die Rumänienhilfe gibt es nun schon seit vielen Jahren …

Schwartz: Ja, und ihre Notwendigkeit bedarf weiterhin keiner Frage. Wenn meine Frau einmal im Jahr nach Rumänien fliegt, stellt sie jedes Mal fest, wie immens groß die Not der Menschen dort immer noch ist. Der rumänische Staat scheint nicht in der Lage zu sein, den Lebensstandard für seine Menschen zu verbessern. Die Leute schreien geradezu: „Lasst uns nicht im Stich!“

Wie ist der Helferkreis denn heute aufgestellt?

Schwartz: Es wird zunehmend schwieriger. Einige Helfer sind mittlerweile gestorben, andere erkrankt. Wir werden alle nicht jünger, die Kisten mit den Hilfsgütern zu heben, ist zum Problem geworden. Wir wären daher sehr dankbar, wenn sich neue tatkräftige Helfer finden würden, die uns unterstützen. Wir haben schon die Konsequenz gezogen und nehmen nur noch 14-tägig Hilfsgüter an, um Luft zu haben, die Dinge zu verarbeiten. Denn Gott sei Dank ist das Spendenaufkommen immer noch riesig groß. Doch alles muss gesichtet, sortiert, verpackt und bis zum Transport gelagert werden. Ein weiteres nicht zu unterschätzendes Problem dabei: Wir brauchen Kartons … Supermärkte haben nicht mehr immer welche. Früher bin ich rundgefahren, um Kartons einzusammeln, heute macht das unser stellvertretender Geschäftsführer Heiner Kubanek. Geldspenden sind zudem besonders wichtig, denn ein Transport nach Rumänien kostet rund 2000 Euro. Deshalb nehmen wir auch nur gut erhaltene Sachspenden an. Die Menschen in Rumänien sind zwar arm, haben trotzdem aber Würde.

Und was beschäftigt den privaten Gerd Schwartz?

Schwartz: Auch was die Arbeiten im Hause angeht, habe ich leider viel zurückstecken müssen. Unser schöner Garten ist das Werk meiner Frau. Neulich habe ich noch einmal versucht, den Rasen zu mähen. Der Mäher lässt sich ja prima auch als Rollator nutzen, dachte ich. Doch dann wurden die Schmerzen wieder zu groß. Und die sind mein Hauptproblem: Zu vielen Veranstaltungen in der Stadt etwa bekomme ich Einladungen. Meine Frau würde mich auch dort hinfahren. Doch sobald weitere Gänge oder längeres Stehen damit verbunden sind, kann ich leider nicht mehr zusagen. Konzerte im Garten der Burg Rode zum Beispiel, bekommen wir nur noch durch den Schall in unseren Garten mit. Das genießen wir dann auch im Gartenstuhl sitzend. Zur Burg hinauf zu gehen, könnte ich gar nicht mehr schaffen. Das habe ich mir auch einmal anders vorgestellt. Immerhin habe ich bis zu meinem 70. Lebensjahr dreimal in der Woche in einem Trainingskreis Fußball gespielt. Doch dann streikten leider auf einmal die Knie.

Apropos Knie und Burg Rode: Wie sollte Ihrer Meinung nach eine seniorengerechte Stadt aussehen?

Schwartz: Auch ältere Menschen sollten uneingeschränkt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Und damit das keine Theorie bleibt, muss es die entsprechenden Angebote geben.

Also auch einen Aufzug auf die Burg Rode hinauf, wie er immer wieder mal beantragt worden ist?

Schwartz: Das wäre sicherlich eine vernünftige Investition, denn das Kulturprogramm, das das Kuratorium Burg Rode anbietet, ist wirklich sehens- und hörenswert. Und das sollten dann auch alle Interessierten ohne fremde Hilfe genießen können. Doch leider wird es dazu so bald wohl nicht kommen. Es ist ja kein Geld da.

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