Ehrenamtlich als Arzt zwei Wochen nach Nepal

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Ehrenamtlich in Nepal im Einsatz: Professor Christian Karl.

Würselen. Er freut sich auf seine Arbeit in Nepal. Professor Dr. Christian Karl, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Medizinischen Zentrum der Städteregion Aachen (MZ), nimmt zwei Wochen Urlaub, um mit einem fünfköpfigen Team ehrenamtlich am Sushma Koirala Memorial Hospital in Sankhu Frauen mit einer Gebärmuttersenkung und Urininkontinenz zu operieren.

Professor Karl, Sie zahlen den Flug und Ihre Verpflegung, Sie nehmen vom MZ gespendete Medikamente, Salben, Tamponaden und Narbenmaterial mit. Geld erhalten Sie für sechs bis sieben Operationen am Tag nicht. Warum fliegen Sie nach Nepal?

Karl: Ich habe in meinem Leben so viel Gutes bekommen, ich gebe gerne etwas zurück. Deshalb war ich schon einmal im nepalesischen Sankhu, um für Interplast-Germany zu operieren, aber auch schon in Saigon. Dabei führt Interplast-Germany eigentlich plastisch-chirurgische Operationen durch. In Sankhu nahe Kathmandu gibt es aber die Kooperation mit der Deutsch-Nepalischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe, die im letzten Jahr gegründet wurde. Interplast-Germany hat ein Erdbeben sicheres Krankenhaus mit zwei Operationssälen und 45 Betten gebaut. Wenn ich mit meinem Team dort bin, belegen wir die Hälfte der Betten mit den Frauen, die wir operiert haben.

Was machen die deutschen Ärzteteams in Nepal?

Karl: Von sonntags bis freitags operieren wir, samstags fahren wir in das Gebirge, wo es Krankenstationen gibt und untersuchen dort Frauen. Zum einen können wir bei leichteren Blasen- oder Scheidenentzündungen den Frauen Medikamente geben, die alle Symptome verschwinden lassen, zu anderen stellen wir die Indikation für Operationen, die dann im Hospital durchgeführt werden. Vor allem erklären wir den einheimischen Ärzten und Pflegern aber Hygienemaßnahmen und moderne Operationstechniken, weil die Hilfe zur Selbsthilfe immer im Vordergrund steht.

Die nepalesischen Frauen bekommen früh Kinder, arbeiten schwer körperlich auf den Felder, was sich negativ auf den Beckenboden, die Gebärmutter und den Darm auswirkt. Was können Sie dagegen machen?

Karl: Wir operieren die Gebärmutter- und Scheidensenkung ohne die bei uns üblichen Netze zu verwenden. Der Einsatz von Netzen kann zu Komplikationen führen, die wir in der Folge nicht beheben könnten, weil wir als Team schon nach zwei Wochen wieder abreisen. Mit unserer Operationsmethode können wir das Gewebe stützen und anheben. Die Frauen sind dann sehr dankbar, weil ihre Beschwerden unentgeltlich endlich ein Ende haben. Die Operierten strahlen uns an und schenken uns manchmal eine Blume. Das ist ein symbolisches Geschenk, denn Geld hat die Landbevölkerung nicht, von denen die meisten Analphabeten sind.

Wie finanziert sich das Projekt?

Karl: Wir sind auf Spenden angewiesen. Deshalb gibt es ein Spendenkonto von der Deutsch-Nepalischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe bei der Volksbank Dinslaken. IBAN DE68 3526 1248 0100 7020 10. Verwendungszweck ist „Gynäkologie“.

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