Nordkreis - Duales Studium: Julian Lehnen pendelt zwischen FH und TravelTainment

Duales Studium: Julian Lehnen pendelt zwischen FH und TravelTainment

Von: Beatrix Oprée
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„Man muss kein Überflieger in Mathe sein, sollte sich aber dafür interessieren“: Julian Lehnen und Personalchefin Barbara Frett. Foto: Beatrix Oprée

Nordkreis. Ein letzter Klick – und der Kurztripp nach London inklusive Flug sind gebucht. Mal schnell noch gucken, was zwecks Sommerurlaub auf Mallorca so alles zu haben ist? Oder vielleicht doch auf den Kanaren? Kein Problem – vom heimischen Sofa aus kann der Weltenbummler selbst Quartiere im entlegensten Winkel der Erde in Augenschein nehmen.

Dass jeder Computerbesitzer mittlerweile Zugriff auf Hunderttausende von Hoteloptionen hat und sich alle möglichen Angebote internationaler Reiseunternehmen auf den Schirm holen kann, ist unter anderem Software-Entwicklungen aus Würselen zu verdanken. Und Informatik-Talenten wie Julian Lehnen, der bei dem schnell wachsenden Unternehmen TravelTainment am Aachener Kreuz im Zuge eines Dualen Studiums seine Ausbildung zum Mathematisch-technischen Softwareentwickler (Matse) absolviert.

Nach dem Abitur am Gymnasium der Stadt Würselen hatte er fast nahtlos die Schulbank gegen einen Computerarbeitsplatz in dem modernen halbrunden Gebäude an der Carlo-Schmid-Straße eingetauscht. Voller Begeisterung, dass alles so gut geklappt hat.

Denn die Entscheidung für den Job war bereits vor drei Jahren gefallen. Gerade einmal 15 Jahre war er alt, als er das Schülerpflichtpraktikum bei TravelTainment absolvierte, seinerzeit vermittelt von seinem Informatiklehrer. „Das war super“, erinnert er sich. „Das Arbeitsklima hat mir auf Anhieb sehr gut gefallen, und ich habe viel gelernt.“ Was bei ihm während der beiden Wochen damals besonders gut ankam: Er wurde sofort aktiv in Arbeitsabläufe eingebunden. „Ich durfte für eine Abteilung schon ein kleines Programm für eine komplexe Datenseite schreiben. Und das wurde dann auch genutzt und landete nicht einfach in der Ablage.“ Ein tolles Erfolgserlebnis für einen 15-Jährigen.

Personalchefin Barbara Frett hört das mit Genugtuung. „Herr Lehnen ist nicht der Erste, der über ein Praktikum zu uns gekommen ist. Das ist einfach der beste Weg, damit sich beide Seiten kennen lernen können.“ Mehr Frauen im IT-Bereich würde sie sich wünschen, weshalb sich TravelTainment auch am Girls‘ Day beteiligt hat. Rund 25 Prozent Frauen seien in seinem Studiengang in diesem Jahr eingeschrieben, weiß Julian Lehnen prompt zu berichten. Das Interesse an Informatik scheint bei den Mädels also zu wachsen. Und das Interesse am Dualen Studium bei Schülern generell.

Zwei Tage in der Woche plus später einen halben Tag fürs Wahlpflichtfach verbringt der Matse-Student in Sachen Scientific Programming an der Hochschule. Drei Jahre dauert das Duale Studium, das mit dem Bachelor of Science abgeschlossen wird. Stress aufgrund der zweigleisigen Ausbildung, die schließlich auch zu zwei Abschlüssen führt, gebe es allenfalls an der Hochschule, sagt Julian Lehnen. Denn dort muss er den Stoff in der Hälfte der Zeit bewältigen.

Das bedeutet, nach Feierabend und in den Ferien muss gepaukt werden. Und wenn viele seiner Kommilitonen die lange Auszeit zwischen den Semestern genießen können, sitzt Julian in der Firma am Computer. „Aber dafür verdient man ja auch Geld und hat dann einen nahtlosen Übergang in den Beruf“, hält sich bei dem 18-Jährigen das Bedauern über eventuell entgangene studentische Freiheiten in Grenzen. Vor Augen hat er dabei auch schon den Auslandsmonat, der im Zuge der Ausbildung bei TravelTainment Standard ist. Lehnen freut sich über derlei Perspektiven: „Man hat später auch die Möglichkeit, in einem anderen Land zu arbeiten.“

„Der Markt ist sehr dynamisch“, sagt Barbara Frett, just von einer Ausland-Dienstreise zurück. „TravelTainment hat international immer mehr Aufmerksamkeit bekommen. Man nennt uns bereits ,Google aus Aachen‘.“ Mehrere Tausend Reisebüros und große internationale Internet-Reiseportale gehören zu den Kunden. Rund 100 Mitarbeiter hat das Unternehmen am Hauptsitz in Würselen sowie an den Standorten in Bochum, England, Frankreich, Spanien und Polen im vergangenen Jahr insgesamt eingestellt – dabei durchaus auch „50+“, des Know-hows und der Lebenserfahrung wegen. Und: „Jede Generation tickt anders.“ Auch das muss Niederschlag finden „Vertriebsplattformen für touristische Leistungen“. Denn die User stammen schließlich auch aus jeder Altersklasse. Den angehenden Software-Entwickler Julian Lehnen fasziniert derweil nur eins: „Es ist einfach super zu sehen, wie am Ende alles funktioniert.“

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