Droht der Baesweiler Musikschule das Aus?

Von: Katrin Fuhrmann
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Eine Bereicherung des kulturellen Lebens in Baesweiler: Immer treten Schüler und Lehrende der Musikschule in Konzerten auf, die beim Publikum viel Anklang finden. Foto: Sigi Malinowski
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Volker Zarth „trommelt“ für den Verein Musikschule. Foto: Katrin Fuhrmann

Baesweiler. Der Musikschule Baesweiler könnte das Aus drohen, wenn bei der Mitgliederversammlung am Dienstag, 4. Juli, wieder keine Mitglieder erscheinen, um den Vorstand zu entlasten. Die wichtige Zusammenkunft beginnt um 19.30 Uhr im Raum der musikalischen Früherziehung im Gymnasium Baesweiler, Otto-Hahn-Straße 16-18.

Es ist gut zwei Monate her, da hatte der Verein bereits satzungsgemäß zur Mitgliederversammlung geladen. Zu dieser Versammlung ist damals allerdings kein einziges Mitglied erschienen, was zur Folge hatte, dass keine Neuwahlen stattfinden konnten. Die Versammlung musste deshalb nach Verlesen des Geschäftsberichts abgebrochen werden.

Zum Hintergrund: Die Entlastung des Vorstands ist ein wichtiger Punkt der Mitgliederversammlung. Die Mitglieder bestätigen mit der Entlastung nämlich, dass der Vorstand seine Arbeit sachgerecht erledigt und die Ziele des Vereins ordnungsgemäß verfolgt werden. Doch das wissen die meisten Mitglieder laut dem zweiten Vorsitzenden der Musikschule, Volker Zarth, nicht.

Zwar werden sie schriftlich darauf hingewiesen, dass Mitgliederversammlungen sind, doch die meisten reagierten darauf nicht, wie er auf Nachfrage unserer Zeitung sagte.

Problematik nicht bewusst

„Viele bezahlen den Musikunterricht einfach und denken, dass es sich damit erledigt hat. Den Eltern unserer Schüler ist gar nicht bewusst, dass wir ein eingetragener Verein sind“, sagt Zarth. Wenn die Schüler zum Musikunterricht angemeldet werden, weisen Zarth und seine Kollegen auf Kosten und Satzung hin.

Da das Städtische Gymnasium die Räume für Unterricht und Proben zur Verfügung stellt, glaubten viele, dass die Musikschule eine schulische beziehungsweise städtische Einrichtung ist.

Zarth und seine Kollegen machen sich viele Gedanken darüber, welche Lehrer sie engagieren, wie sie die Musikstunden gestalten und welche Ziele sie verfolgen – eine Würdigung für das Engagement, bekämen sie aber häufig nicht, sagt er. Dabei müsste den Eltern der vielen Schüler eigentlich klar sein, dass sie mit Unterzeichnung der Anmeldung eingetragene Vereinsmitglieder sind. Schließlich buche der Verein jeden Monat eine feste Gebühr ab.

Viele, so versuchen sich Zarth und seine Kollegen die fehlende Teilnahme an Mitgliederversammlungen zu erklären, wüssten einfach nicht, dass es so etwas wie das Vereinsrecht gebe. „Grundsätzlich ist das Interesse bei vielen Eltern da. Aber das Wissen fehlt“, sagt Zarth.

Am Sonntag findet übrigens das Sommerfest des Vereins statt, das im Gegensatz zu den Mitgliederversammlungen immer gut besucht ist. Dort wollen Zarth und seine Kollegen noch einmal auf die Mitgliederversammlung aufmerksam machen und auf die Dringlichkeit der Wahl hinweisen.

Zarth ist um den Erhalt des Vereins ernsthaft besorgt, auch wenn das Problem kein neues ist. Allerdings ist er sich sicher, dass es so ernst wie jetzt um den Verein noch nie stand. Zarth ist seit mehr als 15 Jahren für den Verein tätig. Wie seine Kollegen steckt er viel Zeit und Liebe in die Musikschule, die er nur ungern aufgeben will.

Wenn am Dienstag keine Mitglieder zur Versammlung kämen, bliebe der Vorstand zwar erst einmal kommissarisch im Amt, müsste aber laut Vereinsrecht und Satzung aufgelöst werden. Das hätte das Ende der Musikschule zur Folge. Die Konsequenz wäre, dass die mehr als 20 Honorarkräfte keinen Unterricht mehr geben könnten – dementsprechend hätten die Schüler auch keine Möglichkeit mehr, Musikunterricht zu nehmen.

Zurzeit hat der Verein etwa 220 Mitglieder und mehr als 300 Schüler.

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