Würselen - DRK stellt seine Schlagkraft unter Beweis

DRK stellt seine Schlagkraft unter Beweis

Von: Markus Heim
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Hier laufen die Fäden bei den Einsätzen des DRK zusammen: Prokurist Markus Heim (r.) und Kreisbereitschaftsleiter Friebert Kirch können sich dabei auf ein professionelles Team verlassen. Foto: Georg Pinzek

Würselen. Als vor wenigen Tagen ein Bombenfund aus dem Zweiten Weltkrieg die Stadt Dortmund bis tief in die Nacht in Atem hielt, da ist auch dieser Großeinsatz glücklich geendet. Aber im Vorfeld lief längst nicht alles nach Plan. Immer wieder musste die Entschärfung verschoben werden, weil es Verzögerungen bei der Evakuierung gab. Reibungslos lief hingegen die Räumung beim Bombenfund am 8. November in Würselen.

Zwar waren im Nordkreis nicht 7000 Menschen wie im Ruhrgebiet in der Sperrzone von rund 500 Metern betroffen, so auch drei Krankenhäuser, aber immerhin im gleichen Radius mussten das Euregio-Kolleg und ein Kindergarten und das betroffene Wohngebiet mit rund 2000 Menschen geräumt werden. Die Evakuierung wurde von den Einsatzkräften vorbildlich bewerkstelligt.

Eine ganze Menge geregelt

Einen nicht unmaßgeblichen Anteil daran hatte dabei das offensichtlich sehr gut eingespielte Team des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Kreisverband Städteregion Aachen. Bei der logistischen Meisterleistung klappte alles wie am Schnürchen. Nach der kompletten Abriegelung war das Gebiet in nur knapp zwei Stunden geräumt. Sogar einige Minuten früher als geplant. Um 16 Uhr bekam der Sprengmeister grünes Licht für die Entschärfung, fünf Minuten später hieß es: Gefahr gebannt! Die Menschen konnten wieder zurück in ihre Wohnungen und Häuser. Nach so einem Einsatz ist eine umfassende Manöverkritik angezeigt.

Der Feind des Guten ist bekanntlich das Bessere. Denn auch beim nächsten Mal wollen die DRKler eine optimale Arbeit abliefern. Prokurist Markus Heim und Kreisbereitschaftsleiter Friebert Kirch ziehen zufrieden Bilanz in der DRK-Zentrale an der Jens-Otto-Krag-Straße 13 im Gewerbepark Aachener Kreuz. Friebert Kirch resümiert: „Im Großen und Ganzen lief der Einsatz rund.“ Markus Heim meint: „Natürlich gibt es immer etwas zu verbessern.“

So gab es bei der Evakuierung eine ganze Menge zu regeln und zu steuern. Als Beleg dafür sprechen ein paar Fakten und Zahlen für sich: Insgesamt 50 DRKler traten in Kürze auf den Plan und waren von 11.30 bis 17.45 Uhr gefordert. Der Einsatz des Personals war gut koordiniert. Aus dem Stand wurde eine Anlaufstelle für die zu evakuierenden Menschen in der Sporthalle des Städtischen Gymnasiums an der Klosterstraße errichtet. Insgesamt wurden dort 185 Personen betreut, darunter 15 Behinderte und 42 Kinder. Dankbar nahmen die Leute, die nicht bei Verwandten, Freunden oder Bekannten unterkommen konnten, die Anlaufstelle in Anspruch. Während sich die Helfer um die Registrierung und Betreuung der Betroffenen kümmerten, war bereits die Einsatzzentrale um zusätzliche Mitarbeiter verstärkt worden. Auch die DRK-Fahrzeug-Flotte mit Krankentransport- und Rettungswagen plus in Bereitschaft gestellten Notarzt wurde verstärkt.

Sehr gute Kooperation

Sieben Fahrzeuge für den Transport von Behinderten und betagten Menschen wurden eingesetzt. Betroffene wurden teils zum Medizinischen Zentrum der Städteregion in Würselen oder auch zum Pflege- und Seniorenzentrum an der Klosterstraße gebracht. Heim und Kirch loben ausdrücklich die sehr gute Zusammenarbeit mit dem Würselener Ordnungsamt, der Feuerwehr und der Polizei.

Dass bei so einem Sonderalarm selbstverständlich auch ein gehöriges Maß an Improvisationstalent gefragt ist, versteht sich. Zum Beispiel: Während das Euregio-Kolleg seine Studierenden mittags pro-blemlos nach Hause schicken konnte, war bei der planmäßigen Räumung der DRK-Kita „Im Winkel“ etwas mehr Organisation vonnöten. Die Eltern wurden telefonisch benachrichtigt: Diejenigen, die ihre Schützlinge nicht frühzeitiger abholen konnten, wurden zur DRK-Zentrale umgeleitet. Denn dort hatten die Mitarbeiter im Konferenzraum eine improvisierte Betreuung eingerichtet. Den Einsatzkräften war es wichtig, die Sperrzone so von Kfz-Verkehr zu entlasten.

Und noch ein Beispiel für flexible und schnelle Problemlösung: Beim Blick auf die Listen des Einwohnermeldeamtes wurde schnell klar, dass das Gebiet einen großen Anteil an türkischen Bewohnern aufweist. Das machte die Dienste eines Dolmetschers unerlässlich. Nur wenig später war Feride Demirci vor Ort. Die Mitarbeiterin des DRK-Integrationsprojekts Soziale Stadt Setterich war zur Stelle, um die Evakuierungsaufforderung per Lautsprecherdurchsagen zu übersetzen.

Alles in allem sind das Belege für die gute Teamarbeit von Profis und professionellen Ehrenamtlern, auf die im Ernstfall Verlass ist.

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