Dreister Blitzeinbruch in Parfümerie

Von: Beatrix Oprée
Letzte Aktualisierung:
10639388.jpg
Zwei massive Geschosse haben die Schaufensterscheiben von Parfümerie-Inhaberin Käthe Meyer demoliert. Foto: Beatrix Oprée
10639385.jpg
Das Schaufenster ist provisorisch repariert. Erst am Vortag war es noch neu dekoriert worden. Foto: Beatrix Oprée

Herzogenrath. Das Schaufenster war am Vortag noch neu dekoriert worden, mit eleganten Reklamepostern und vor allem schicken Flacons teurer Parfüms. Am Folgetag finden die Passanten an der oberen Kleikstraße dann allerdings nur noch eine zertrümmerte und notdürftig gesicherte Scheibe vor. Zum wiederholten Mal haben Diebe zugeschlagen. Zertrümmerten das Fenster mit einem Pflasterstein, erbeuteten, was sie gerade greifen konnten und ergriffen die Flucht.

Wie hoch der Schaden ist, können die Inhaber Josef und Käthe Meyer noch nicht abschätzen. „Mein Sohn, der über dem Geschäft wohnt, ist in der Nacht von lautem Krachen aufgeweckt worden“, erzählt Josef Meyer. Sofort habe er aus dem Fenster geschaut, entdeckte was vor sich ging und rief laut hinunter. Die beiden Täter hätten daraufhin sofort die Flucht ergriffen. In einem silbernen Pkw, dessen Kennzeichen abgedeckt war. Beim Anfahren habe sich diese Abdeckung etwas angehoben und er habe ein AC erkennen können.

Ähnliche Beobachtungen hätten auch die Lehrlinge der angrenzenden Bäckerei gemacht, die gerade zur Frühschicht angetreten waren und sich in einem Raum zur Straße hin umzogen, berichten die Meyers. Ein Golf oder ein Kombi sei der Fluchtwagen gewesen, haben die Zeugen beobachtet.

Zwei massive Steine hatten die Einbrecher mitgebracht, einen Sand- und einen Basaltstein, Letzterer offensichtlich aus einer Straßenpflasterung herausgebrochen. „Der Sandstein ist wohl an der Scheibe abgeprallt“, erzählt Käthe Meyer. Doch der Pflasterstein durchschlug die Scheibe und prallte gegen ein Poster. Ansonsten hätte er wohl noch das hinter der Ausstellungsfläche liegende Schiebefenster zum Ladenlokal hin zerschlagen, dessen Schiene allerdings stark beschädigt wurde. Ein großer Schaden, der in seiner Höhe wahrscheinlich noch über den Wert der Beute hinausgehen dürfte.

„Doch das interessiert Einbrecher natürlich nicht“, sagt Sandra Schmitz, Pressesprecherin der Polizei in Aachen. Einer der Täter, so berichtet sie aus dem Protokoll, soll 20 bis 25 Jahre alt gewesen ein, blondes, hoch gegeltes Haar gehabt und ein schwarzes T-Shirt mit blauer Aufschrift getragen haben. Eventuelle Hinweise zu verdächtigen Beobachtungen nimmt jede Polizeidienststelle entgegen.

Ob es sich bei einem Einbruch wie diesem, wo dreiste Täter noch nicht einmal mehr darauf achten, leise und möglichst unerkannt vorzugehen, um eine Form der Beschaffungskriminalität handelt, möchte Schmitz nicht unbedingt bestätigen.

Dagegen spräche alleine schon die Anfahrt mit dem Pkw. Junkies seien mehr auf die schnelle Gelegenheit aus, eine nicht verschlossene Autotür etwa oder ein offenes Fenster. Auch wenn sich der erneute Einbruch in der Rodastadt in eine Reihe vorhergehender innerhalb eines Jahres im Bereich Stadtmitte eingliedert, so könne man hier noch nicht von einem kriminellen Schwerpunkt sprechen, sagt die Behördensprecherin mit Blick auf die Statistik: „Insgesamt geben die Einbruchszahlen dies für Herzogenrath nicht her.“

Zwei weitere Einbrüche innerhalb von 24 Stunden im Nordkreis scheinen dem Recht zu geben, zeigen aber auch, mit welch unterschiedlichen Sorten an Tätern man offenbar rechnen muss: So wurde am Donnerstagmorgen gegen 8.30 Uhr auf einem Rohbau an der Alten Wardener Straße eine 33-jährige Alsdorferin erwischt, die – augenscheinlich harmlos – mit einem Kinderwagen unterwegs war.

Als die herbeigerufenen Polizeibeamten das Bettdeckchen wegnahmen, fanden sie jedoch Einbruchswerkzeug und Diebesgut, darunter elektronisches Werkzeug aus besagtem Rohbau, das die junge Frau gerade abtransportieren wollte.

Und am Donnerstagabend gegen 23.30 Uhr suchten Unbekannte einen Getränkemarkt an der Aachener Straße in Mariadorf heim. Sie schlugen die Glastür ein, um Tabakwaren und Nahrungsmittel zu entwenden. Hier war offenbar Party angesagt.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert