Herzogenrath - Drei Kirchen von Förderliste gestrichen

Drei Kirchen von Förderliste gestrichen

Von: Beatrix Oprée
Letzte Aktualisierung:
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Freitagabend hat das letzte Pfarrgremium sein Plazet gegeben: Unter anderem St. Mariä Himmelfahrt in Herzogenrath, St. Johannes in Merkstein und St. Benno in Hofstadt sowie das Pfarrhaus von St. Josef Straß werden nicht mehr mit Hilfe von Kirchensteuern unterhalten.
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Freitagabend hat das letzte Pfarrgremium sein Plazet gegeben: Unter anderem St. Mariä Himmelfahrt in Herzogenrath, St. Johannes in Merkstein und St. Benno in Hofstadt sowie das Pfarrhaus von St. Josef Straß werden nicht mehr mit Hilfe von Kirchensteuern unterhalten.
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Freitagabend hat das letzte Pfarrgremium sein Plazet gegeben: Unter anderem St. Mariä Himmelfahrt in Herzogenrath, St. Johannes in Merkstein und St. Benno in Hofstadt sowie das Pfarrhaus von St. Josef Straß werden nicht mehr mit Hilfe von Kirchensteuern unterhalten.
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Freitagabend hat das letzte Pfarrgremium sein Plazet gegeben: Unter anderem St. Mariä Himmelfahrt in Herzogenrath (oben links), St. Johannes in Merkstein (oben rechts) und St. Benno in Hofstadt (unten links) sowie das Pfarrhaus von St. Josef Straß werden nicht mehr mit Hilfe von Kirchensteuern unterhalten.

Herzogenrath. Natürlich ist die Begeisterung in den Gemeinden nicht groß, aber letztlich sei alles „friedlich über die Bühne gegangen“, sagen alle Beteiligten. Der Prozess des Kirchlichen Immobilien-Managements (KIM) hat auch vor dem Kirchengemeindeverband (KGV) Herzogenrath/Merkstein nicht halt gemacht.

Auch wenn der KGV mit zu den letzten Gemeinden im Bistum gehört, die erklären müssen, welche pastoralen Gebäude künftig aus der Förderung durch Kirchensteuermittel herausgenommen werden. Was allerdings rein organisatorische Gründe gehabt habe und keinesfalls auf etwaige Animositäten zurückzuführen sei, wie die Pastöre Dr. Guido Rodheudt und Heinz Intrau im Gespräch mit unserer Zeitung darlegen. Im Gegenteil: Das Bistum habe sogar signalisiert, der KGV sei mit am schnellsten zum Ziel gekommen. Nur drei Sitzungen hat die KIM-Projektgruppe dazu gebraucht.

Zuvor hatte die St.-Joseph-Stiftung aus Bamberg auf Anordnung des Bistums alle Immobilien technisch und wirtschaftlich bewertet. Eine Instandhaltungsrücklage für alle pfarrlichen Gebäude des KGV von 294.221 Euro wäre zu bilden. 33 Prozent sind im Zuge von KIM einzusparen, rund 97.000 Euro.

Vermietung und Verpachtung

Was von der Förderliste gestrichen wird, ist nun keinesfalls von Umnutzung oder gar Abriss bedroht. Vielmehr sollen vornehmlich über Verpachtungen und Vermietungen, mitunter einem Verkauf die nötigen Einnahmen zum Unterhalt generiert werden.

Klar ist aber auch, dass nur möglichst große Immobilien den gewünschten Erfolg bringen, nämlich ein Drittel des pastoral genutzten Gebäudebestands zu benennen, der künftig bei Reparaturen nicht mehr ab einer Summe von 5000 Euro zu 70 Prozent vom Bistum gefördert wird.

So stellt sich KIM in Herzogenrath/Merkstein nach Anhörung der Pfarreiräte und Absegnung durch die einzelnen Kirchenvorstände wie folgt dar:

Die Pfarrei St. Josef Straß, die nur ein einziges Kirchengebäude besitzt, lässt folglich alle anderen pastoralen Immobilien (das Pfarrhaus und das Pfarrheim) von der Förderliste streichen. Die Wohnung im Obergeschoss des Pfarrhauses ist bereits vermietet, der Saal werde ebenfalls regelmäßig verpachtet, wie Bernhard Ruhl, Kirchenvorstand und stellvertretender KGV-Vorsitzender, erläutert. Die Großpfarrei St. Gertrud (mit drei Kirchengebäuden) nimmt die Filialkirche St. Mariä Himmelfahrt aus der Förderung heraus, ebenfalls den großen Saal des Pfarrzentrums und das Pfarrheim an der Erkensstraße sowie das Pfarrer-Emonds-Haus in Niederbardenberg. Letztere müssen sich künftig komplett durch Vermarktung tragen.

„Die Entscheidung, die Marienkirche von der Liste zu streichen, lag nahe“, erklärt Pastor Dr. Rodheudt. „Das Gebäude hat eine große Solidität in der Bausubstanz, und der Sanierungsbedarf ist mittelfristig gesichert.“ Zudem gehen die Verantwortlichen davon aus, dass St. Marien als erste neobarocke Kirche im Rheinland die größten Chancen unter den Kirchen der Pfarrei besitze, Spendenmittel zur Instandhaltung zu akquirieren.

Die Pfarrkirche St. Gertrud hingegen muss zurzeit aufgrund von substanzgefährdenden Feuchtigkeitsschäden in einem Volumen von rund 700.000 Euro umfänglich saniert werden, auf eine Förderung für das Gebäude könne daher keinesfalls verzichtet werden.

Die Großpfarrei St. Willibrord mit ihren fünf Kirchen wird St. Benno in Hofstadt (mit Ausnahme des Pfarrsälchens) und St. Johannes sowie das Pfarrheim Herz-Jesu von der Zuschussliste nehmen. „Jetzt muss sich aber niemand Sorgen machen, dass ich eine der Kirchen abschließe und den Schlüssel wegwerfe“, versichert Pastor Intrau im flotten Tonfall, der Zuversicht vermitteln soll. Im Gegenteil: Alle Messen und Gottesdienste sollen wie bisher abgehalten werden.

So sei St. Benno baulich gesehen in einem sehr guten Zustand, in den vergangenen Jahren wurden der Turm, die Heizung, die Kassettendecke und andere Gebäudeteile aufwendig instand gesetzt. Mittelfristig sei nicht mit größeren Reparaturen zu rechnen. In der Johannes-Kirche hingegen, architektonisch sehr interessant, ist es trotz kostspieliger Renovierungen in den zurückliegenden Jahren nicht gelungen, das Risiko neuer Feuchtigkeits- und Schimmelbildung zu reduzieren.

„Mit allen Mitteln“

Eine weitere Bezuschussung durch das Bistum sei daher „nicht zielführend“. Denn selbst wenn die Förderung beibehalten würde, hätte die Pfarrei nicht das Geld, um den nötigen Eigenanteil für den benötigten Sanierungsaufwand zu tragen.

„Mit allen Mitteln“ wolle man künftig versuchen, neben den auf der Förderliste verbliebenen Kirchen St. Willibrord, St. Thekla und Herz-Jesu auch St. Benno und St. Johannes „vernünftig und angemessen“ zu finanzieren. In den nächsten Jahren werde es darum gehen, entweder zusätzliche Einnahmen, etwa über einen Förderverein, zu erschließen oder aber eine andere Nutzung in Erwägung zu ziehen.

Rendantin Karin Franken verweist allerdings auch auf die Reparaturrücklagen, die die Gemeinde nach der Fusion von 2010 weiterhin gebildet hat, obwohl dies nicht mehr verpflichtend gewesen sei. Für „mittelschwere“ Arbeiten sei also durchaus Geld da, „spannend wird es nur, wenn große Reparaturen anstehen“.

Pastoralreferent Klaus Aldenhoven merkt indes an: „Für Merkstein ist das schon auch eine Richtungsentscheidung.“ So sei St. Johannes 1962 gebaut worden, weil es in den übrigen Kirchen ringsum einfach zu voll geworden war. Heute jedoch fehlen die Kirchenbesucher. Im Prinzip würde in Merkstein für einen Sonntagsgottesdienst eine Kirche wie St. Thekla ausreichen.

„Wir sind hier unseres Glückes Schmied“, stellt Pastor Rodheudt bilanzierend best. Froh darüber, dass im Bistum Aachen die Handelnden vor Ort in den Gemeinden in die KIM-Prozesse stets mit einbezogen werden.

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